Komponisten und Bearbeiter -S-

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Sáinz de la Maza y Ruiz, Regino
* 7.9.1896 in Burgos – † 26.11.1981 in Madrid
spanischer Gitarrist, Komponist und Musikpädagoge

Regino Sáinz de la Maza bekam mit 10 Jahren seine erste Gitarre. Er wurde anfangs von Eugenio Rodríguez Pascual unterrichtet. 1910 zog seine Familie nach San Sebastián, wo er bei Luis de Soria lernte. In Bilbao wurde er vom Tárrega-Schüler Hilarión Leloup ausgebildet. Später zog er nach Barcelona und freundete sich mit Miguel Llobet und Andrés Segovia an. In Madrid wurde er Schüler von Daniel Fortea.

1920 spielte er zum ersten Mal in Madrid und gab ein Jahr danach über 90 Konzerte in Südamerika. Er erhielt von der Universidad de Buenos Aires eine Goldmedaille. Sein Freund Antonio José komponierte für ihn und mehrere Konzerte in Frankreich, Deutschland und Großbritannien folgten. 1930 heiratete er die Tochter des Schriftstellers Concha Espina. 1935 wurde er Professor für Gitarre am Madrider Konservatorium. Am 9. November 1940 spielte er in Barcelona erstmals öffentlich das ihm von Joaquín Rodrigo gewidmete „Concierto de Aranjuez“, welches unter César de Mendoza Lassalle prämiert wurde. Im selben Jahr führte er das Werk unter Jesús Arámbarri erneut auf.

1955 veröffentlichte er das Buch La Guitarra y su historia. 1958 wurde er Mitglied der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando. Am 24. Mai 1958 ernannte ihn die Stadt Burgos zum Ehrenbürger. Einer seiner bekanntesten Schüler war Narciso Yepes.

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Salieri, Antonio (Anton Salieri)
* 18.8.1750 in Legnago, Venedig – † 7.5.1825 in Wien, Österreich
italienisch-österreichischer Komponist der Klassik, Kapellmeister und Musikpädagoge

Schon früh lernte er Violine, Cembalo und Gesang bei seinem Bruder Francesco, der von Giuseppe Tartini unterrichtet wurde, sowie beim Domorganisten von Legnago, Giuseppe Simoni, der ein Schüler Padre Giovanni Battista Martinis gewesen war. Nach dem frühen Tod seiner Eltern ging Salieri nach Padua, später nach Venedig, wo er bei Giovanni Battista Pescetti im Generalbass und dem Tenor Ferdinando Pacini im Gesang unterrichtet wurde.

1789 begann er mit der Komposition von Da Pontes Libretto zu Così fan tutte, legte das Libretto aber beiseite, worauf es von Mozart vertont wurde. Aufgrund der vielen Verpflichtungen und der großen Verantwortung, die sein Posten als Kapellmeister mit sich brachte, ging Salieris Opernproduktion merklich zurück. Große Erfolge konnte er noch einmal mit Palmira, regina di Persia (1795) und Falstaff ossia Le tre burle (1799) verbuchen.

Von 1788 bis 1795 war er Präsident, danach Vizepräsident der Tonkünstler-Societät, deren Konzerte er noch bis 1818 leitete. Ab 1817 war er Oberleiter der Wiener Singschule und saß 1823 im Gründungskomitee des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde. Dadurch erwarb er sich bleibende Verdienste für die Musik in Wien.

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Sammartin, Giovanni Battista
* 1700/1701 in Mailand – † 15. Januar 1775 in Mailand
Komponist

Giovanni Battista Sammartini war Kapellmeister an Sant’Ambrogio und einer weiteren Kirche in Mailand und beeinflusste mit seinem Stil Christoph Willibald Gluck, den er 1736 bis 1741 unterrichtete. Andere Schüler waren Christian Cannabich (1754) und Josef Mysliveček (1770er Jahre). Gegen Ende seines Lebens, in den Jahren 1770 und 1771, erlebte er die Auftritte Wolfgang Amadeus Mozarts in Mailand auf dessen erster Italienreise bei dessen Versuch, in Mailand eine dauerhafte Anstellung zu finden. Mit weiteren zeitgenössischen Komponisten, darunter Johann Christian Bach und Luigi Boccherini, pflegte er persönlichen Kontakt.

Sammartini schrieb mehr als 70 Sinfonien und war nicht nur quantitativ einer der bedeutendsten Vertreter der frühen Form dieser Musikgattung. Er gehörte auch zu den ersten Komponisten, die Streichquartette und -quintette (ohne Continuobegleitung) komponierten, und hatte in diesem Genre vermutlich einen gewissen Einfluss auf Boccherini und auf den jungen Mozart. Darüber hinaus verfasste er drei Opern, Concerti grossi, Kirchenmusik, Kantaten, Kammermusik und Sonaten für Cembalo.

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Sammartini, Giuseppe
6.1.1695 in Mailand – † 1750 in London
italienischer Oboist und Komponist des Spätbarock

Er war ein virtuoser Oboist im Orchester des Londoner King’s Theatre und arbeitete für den Prinzen von Wales.
Sein Werk wird für Originalität, Emotionalität und Feuer gelobt. Zu seinen Kompositionen zählen Sonaten für Oboe, Flöte und Violine, 24 Concerti grossi, Konzerte für Cembalo/Klavier sowie Ouvertüren.

 

Sandoval, Ricardo
* Venezuela

Musiker und Komponist, der auf Mandoline und venezolanischer Bandola spezialisiert ist. Er verbindet klassische Ausbildung mit lateinamerikanischer Volksmusik, komponiert eigene Stücke und spielt in Formationen wie dem „Duo Café para Dos“. 

Ricardo Sandoval war Absolvent des IUDEM in Caracas, Weiterbildung an der Musikhochschule Köln bei Marga Wilden-Hüsgen und Gertrud Weyhofen.
Seine Musik ist stark in der lateinamerikanischen Kultur verwurzelt, oft mit Fokus auf Rhythmen wie Joropo, Calypso und kubanische Einflüsse (z.B. „Cubandolina“).
Seine Veröffentlichungen umfassen „Al Natural (Compositions for Mandolin and Bandolas of Venezuela)“, „Nostalgia“ und „El Diablo Suelto“.

Neben dem Komponieren ist er als Interpret, Dozent bei Seminaren und Orchesterleiter (AICOPI) tätig. Er ist bekannt für seine Arbeit zur Förderung der Mandoline in der venezolanischen Musik.

 

Sanz, Gaspar (Francisco Bartolomé Sanz Celma)
* 4.4.1640 in Calanda – † 1710 in Madrid
spanischer Komponist und Gitarrist des Barock

Er studierte Musik, Theologie und Philosophie an der Universität Salamanca. Gitarre lernte er in Neapel, wo er am königlichen Hof als Organist tätig war. 1674 veröffentlichte er das erste bedeutende Lehrwerk für Barockgitarre, die „Instrucción de música sobre la guitarra española y métodos de sus primeros rudimentos hasta tañer con destreza“, das er später noch zweimal ergänzte. Das Werk lehrt Musiktheorie und Spieltechniken und enthält etwa 90 Arrangements spanischer Tänze und italienischer Melodien.
1954 schrieb der spanische Komponist Joaquín Rodrigo auf Anregung des Gitarristen Andrés Segovia die in der Folge sehr erfolgreiche „Fantasia para un gentilhombre“ für Gitarre und Orchester über Themen von Sanz, die dieser für seinen Schüler Juan José de Austria komponiert hatte, einen unehelichen Sohn Philipps IV.

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Sartori, Giacomo
* Ala 8.3.1860 – † 25.3.1946 in Trient
Komponist, Organist, Musikkapellenmeister, Orchesterdirektor

Er begann das Mandolineninstrument als Autodidakt zu spielen. Seine erste Komposition wurde im Alter von 18 Jahren geschrieben. Im März 1898 folgte die Einschreibung in die „Musikgesellschaft von Ala“ als
„Geige-Lehrling“. Er vertiefte seine Musikkentnisse in Rovereto, Schüler von Tito Brogialdi für Geige und Giovanni Tosa für Komposition. In Ala, wo er lebte, in kurzer Zeit wurde er der Beleber der lokalen Musikszene. Er dirigierte des öfteren die Musikkapelle als Ersatzdirigent und leitete auch die Musikschule der Stadtkapelle. Er war auch als Orgelspieler in der Pfarrkirche tätig.
 
Die erste bekannte Aufführung ist vom 26. Januar 1888 im Saal der „Filarmonica“ in Ala, als Geigespieler im Phantasiestück „Roberto il Diavolo“ von G. Meyerbeer mit Lorenzo Freilich am Piano.
Während des ersten Weltkrieges lebte er als Flüchtling in Verona, wo er als erste Geige bei Symphoniekonzerte tätig war. Nach dem Krieg kehrte er nicht mehr nach Ala zurück, sondern er übersiedelte zur Tochter nach Trient und wo er sich nur der Musik widmete. Bis 1938 dirigierte er anstelle von Maestro Vigilio Kirchner das Mandolinenorchester „Club Armonia". Das Orchester spielte in vielen Ortschaften der Region Trentino-Südtirol und auch in anderen Städten Italiens. Als Kenner der Zupfinstrumente, begann er Musikstücke für Mandolinen und Gitarren zu schreiben (alleine, Quartett oder für Orchester), die insbesondere in der Turiner Zeitschrift „Il Mandolino" von 1894 bis 1939 und im Mailänder "Mandolinista Italiano" veröffentlicht wurden. Mit seinen Werken, die sieben internationale Preise gewonnen haben, wurde er in kurzer Zeit weltberühmt. Viele ausländische Mandolinenensembles trugen seinen Namen, wobei er auch als „Lehar der Mandoline“ genannt wurde. Seine Musickstücke waren für Amateurensembles und - Orchester gedacht, die insbesondere bis zum zweiten Weltkrieg europaweit tätig waren. Die Stücke sind intim mit der italienischen Tradition der volksmelodischen Musik verbunden (Elegien und Serenaden), leicht und tanzgeeignet und sofort zu genießen. Berühmt im Trentino ist der „Inno a Katzenau", weitere Hymne wurden für den „Veloce Club“, den „Club Armonia“ und, bereits im Jahr 1900, für die Finanzwache in Verona („L'inno al finanziere“) geschrieben. Als Hommagezeichen hat ihm die Stadt Ala das Stadttheather gewidmet.

Werke (Auszug):
Armonie Alpine
Fior Trentino
Flora
Il Canto del Diablo
Le campane di Saint Lucio
Pot-pourri popolare
Racconto del Nono
Sognando il Carleston

 

Scarlatti, Giuseppe Domenico (Domingo Escarlate, Domingo Escarlatti)
* 26.12.1685 in Neapel – † 23. Juli 1757 in Madrid
italienischer Komponist und Cembalist

Domenico Scarlatti war eines der Kinder des berühmten und bedeutenden Opernkomponisten Alessandro Scarlatti und seiner Frau Antonia Anzalone.
Schon 1701 war der sechzehnjährige Domenico für die Hofkapelle des spanischen Vizekönigs in Neapel als Organist und Komponist tätig. In Florenz stand er ab 1702 gemeinsam mit dem Vater in Diensten des Prinzen Ferdinando de’ Medici. Seine ersten Opern wurden bereits ab 1703 in Neapel aufgeführt, darunter L’Ottavia ristituita.

Zwischen 1705 und 1709 war Domenico in Venedig. 1709 trat er in Rom eine Anstellung bei der im Exil lebenden polnischen Königin Maria Casimira Sobieska an, für deren Privatbühne er im Laufe der folgenden Jahre sechs Opern sowie mindestens eine Kantate und ein Oratorium schrieb. Auf den Tasteninstrumenten spielte Scarlatti bereits in Venedig mit zehn Fingern und beeindruckte durch seine Virtuosität das Publikum.
Im Jahre 1715 wurde Scarlatti maestro di capella an der Capella Giulia und wurde somit zum Nachfolger des am 22. Dezember 1714 verstorbenen maestro di capella Tommaso Baj[4][5] an der Capella Giulia des Vatikans. Zu dieser Zeit komponierte er überwiegend Opern und geistliche Vokalwerke, von denen nur noch wenige erhalten sind, u. a. ein meisterhaftes 10-stimmiges Stabat Mater.

Schon 1714 nahm er zusätzlich zu seinen übrigen Verpflichtungen eine Anstellung beim portugiesischen Botschafter Marquês de Fontes an, der einer der zahlungkräftigsten Gesandten in Rom war. Dieser Kontakt führte vermutlich zu der wichtigsten und schicksalhaftesten Wende seines Lebens: 1719 übersiedelte Scarlatti nach Portugal und wurde in Lissabon Musiklehrer und Hofkapellmeister am Hofe des frommen und verschwendungssüchtigen Königs Johann V., der auch eine Reihe päpstlicher Sänger anheuern und die Chorbücher des Vatikans kopieren ließ.
Scarlatti hatte hier vor allem geistliche Vokalwerke zu liefern und schrieb auch einige weltliche Serenaten.

Von Scarlattis Leben nach seiner Übersiedlung nach Spanien ist nur sehr wenig bekannt.

Scarlatti legte am 21. April 1738 im Kapuzinerkloster San Antonio del Prado mit Zustimmung des portugiesischen Königs Johanns V. die Gelübde als Ritter des Ordens von Santiago ab. Dem König sind auch die 30 Essercizi per Gravicembalo gewidmet, die Scarlatti in der Folge publizieren ließ; sie erschienen 1739 in London bei Adamo Scola im Druck und machten ihn mit einem Schlage in ganz Europa als sagenumwobenen Cembalovirtuosen berühmt.

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Schadeberg, Alfred
* 1951
deutscher Gitarrist, Komponist und Musikpädagoge

Schadeberg komponiert für Gitarre, mit Werken wie September Songs (5 moderne Konzertstücke), „Nocturno & Danza“ und „Akern un Fidl’n“. Sein Stil wird als recht konservativ mit Annäherung an die Moderne beschrieben.
Seit 1981 lehrt er Gitarre am Institut für Musikwissenschaft/Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er ist der künstlerische Leiter und Dozent der „Internationalen Gießener Gitarrentage“.
Er studierte Musik/Sozialkunde in Frankfurt und Gitarre (Künstlerische Reife) in Köln/Wuppertal bei Prof. Dieter Kreidler, sowie Meisterkurse u.a. bei Abel Carlevaro und Alexandre Lagoya

Schadebergs Werke, wie die September Songs, sind im Schott Music Verlag oder im Fachhandel.

 

Schaper, Heinz-Christian
* 5.1.1927 in Grohnde/Weserbergland2.01.2012

Das Studium in Hannover schloss er ab in den Fächern Klavier, Dirigieren, Tonsatz (einschl. künstlerischer Reifeprüfung für Komposition) und ev. Kirchenmusik (Hauptamt). Neben vielen anderen freiberuflichen Tätigkeiten war einige Jahre als Aufnahmeleiter im Norddeutschen Rundfunk tätig. 1963 erhielt er den Förderpreis/Kulturpreis des Landes Niedersachsen.
 
In diesem Jahr trat er in den gymnasialen Schuldienst am Ratsgymnasium Hannover ein. Daraus entwickelte sich ein Unterricht an niedersächsischen Hochschulen. 1990 wurde er an der Universität Hildesheim zum Honorarprofessor ernannt.
 
Das künstlerische Schaffen ist geprägt von dem Bestreben, zuverlässige Brücken zu bauen von traditionellen Partituren zur Musik der Gegenwart. Dafür ergaben sich zwei Ansätze: Die Lehrtätigkeit und die nach wie vor umfangreichen Aufgaben als Dirigent. Schaper sah es stets als selbstverständlich an, für die ihm anvertrauten Gruppen Musik und Schulwerke zu schaffen, die genau diesen Brückenschlag unterstützten. So ergaben sich Kompositionen von Schulwerken (z. B. „Die Schülersinfonie“) bis zu Kantaten (z. B: „Leben und Licht“, „Plattdeutsche Passion“) und von allgemeiner Unterichtsliteratur bis zu individueller Ausbildung (z. B.: „Klavierschule für Erwachsene“).

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Scheidler, Johann Christian Gottlieb
* 26. November 1747 in Aken (Elbe) – † 15. August 1829 in Mainz
deutscher Violoncellist, Lautenist, Gitarrist und Komponist

Scheidler wirkte als Cellist und Fagottist an verschiedenen Fürstenhöfen, bekannt wurde er aber vor allem durch sein Spiel der Laute und Gitarre. Er gilt als einer der letzten Virtuosen auf der Laute einerseits und als früher Vertreter des Gitarrenspiels andererseits.

Zu seinen publizierten Werken für Gitarre gehören etwa zwei Sonaten (Sonate pour la Guitarre) in C-Dur und G-Dur, eine Sonate D-Dur (Nr. 1), op. 21, für Violine und Gitarre sowie eine Sonate D-Dur (Nr. 2) für Violine und Gitarre. Die Sonate D-Dur (Nr. 1), op. 21, hat Karl Scheit 1979 neu herausgegeben und eine Fassung für zwei Gitarren beigefügt, die gern von Gitarrenduos gespielt wird, da sie spielerisch virtuos und idiomatisch gesetzt ist.

Christian Gottlieb Scheidler wurde von Zeitgenossen als Improvisator auf diesen Instrumenten hoch geschätzt. 1778 bis 1812 war er als Hoflautenist und Cellist der Kurfürstlichen Hof- und Kammermusik am Hofe des Kurfürsten von Mainz angestellt, floh jedoch bereits Anfang 1794 während der Belagerung von Mainz durch französische Truppen nach Frankfurt am Main, wo er, vor allem Gitarre unterrichtend, als Privatmusiklehrer wirkte. Von 1808 bis 1814 war er bei der Frankfurter Theaterkapelle beschäftigt

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Schindler, Klaus
* 1956
deutscher Komponist, Gitarrist und Musikpädagoge


Studium der Musik für das Lehramt an der Universität Augsburg. Während seines Studiums beschäftigte er sich intensiv mit der Musik Brasiliens, dem Samba, Bossa-Nova und dem Gitarristen Baden Powell. Inspiriert vom Jazz kam das Erlernen von Querflöte und Saxophon hinzu, später, durch die Leitung eines Zupfensembles, die Beschäftigung mit Mandoline und Kontrabass.
 
Während seiner 20-jährigen Lehrtätigkeit an der Musikschule Schrobenhausen veröffentlichte er zahlreiche Kompositionen für Gitarre, Mandoline, Gitarrenchor und Zupforchester bei verschiedenen Verlagen.

Werke: Zeit für Träume, Dancas Latinas, Harlekin, Caribbean Sound, Swinging Swinging Swinging

 

Schmitt, Hans
* 10.05.1923 in Klarenthal/Saar - † 24.12.2009 Klarenthal/Saar
deutsche Komponist, Dirigent, Mandolinenspieler

Die Werke des saarländischen Komponisten Hans Schmitt sind heutzutage immer seltener in Konzerten von Zupforchestern zu hören.
In einer sehr schnelllebigen Zeit wandeln sich musikalischer Geschmack und Hörgewohnheiten. Aber ein Blick in den Notenschrank lässt erkennen: Die Musiktitel von Hans Schmitt zeigen deutliche Gebrauchsspuren, denn sie wurden viel und gerne gespielt.
Hans Schmitt war hierzulande in der Nachkriegszeit bis weit in die 60er Jahre ein Protagonist der
aufstrebenden saarländischen Zupfmusikbewegung. Kreativität, Tatkraft und selbstloser Einsatz zeichneten ihn aus. Er war einer der Gründungsväter des Bundes für Zupf- und Volksmusik Saar (BZVS).
Als erster Musikleiter des Verbandes engagierte er sich für kontinuierliche Spieler- und Dirigenten- ausbildungen und verpflichtete Konrad Wölki wiederholt als Lehrgangsdozenten für die „Rehlinger Kurse“. Die Lehrgangstradition des BZVS und die Schaffung eines Landesorchesters – beides bis heute wichtige Säulen zur Gewinnung qualifizierten Nachwuchses – basieren auf Initiativen von Hans Schmitt. Sie waren ausschlaggebend für die rasante Entwicklung der saarländischen Zupfmusik in den 60er Jahren und für die Vorreiterrolle, die diese damals in der Bundesrepublik einnahm.

Ab seinem sechsten Lebensjahr erhielt er einen mehrjährigen Violin- und Klarinettenunterricht. Später kamen weitere Streich-, Blas- und Zupfinstrumente hinzu. Neben seiner Berufsausbildung als Dreher bei der Burbacher Hütte musizierte der musikbegeisterte Jüngling in diversen Orchestern und Kapellen.
Professionelle Kapellmeister vermittelten ihm Kenntnisse im Tonsatz und den Feinheiten des Arrangierens. Durch die stetig wechselnden instrumentalen Besetzungen und Erfordernisse erlernte Hans Schmitt ein sehr breites Musikrepertoire und machte sich als Arrangeur nützlich.

Mit seinen künstlerischen Talenten engagierte sich Hans Schmitt als Konzertmeister in einem renommierten Blasorchester und sang im heimischen Kirchenchor. Mit großer Begeisterung wirkte er rund 50 Jahre als Sänger und Vizechorleiter in einem Männerchor. 1952 kam Hans Schmitt mit den Zupfinstrumenten in Berührung und gründete das Mandolinenorchester „Saargold Klarenthal“, das er fortan 20 Jahre leitete. Für dieses Ensemble schrieb er seine ersten Kompositionen und Arrangements.
Im Sommer 1953 gehörte er zu den Initiatoren zur Schaffung eines saarländischen „Dachverbandes“ der Wander- und Volksmusikvereine. Diese Idee führte zur Gründung des Bundes für Zupf- und Volksmusik Saar (BZVS), der sich in den Anfangsjahren noch „Bund zur Pflege und Förderung der Zupf- und Volksmusik“ nannte. Die feierliche Proklamation des neuen Bundes erfolgte am 15.11.1953 in Bliesen. Von den Delegierten der Gründungs- versammlung wurde Hans Schmitt zum Bundesmusikleiter gewählt. In diesem Amt engagierte er sich von Anfang an leidenschaftlich für bessere instrumentale Ausbildungen, regelmäßige Spieler- und Dirigentenschulungen sowie die Etablierung und Weiterentwicklung eines Bundesorchesters.

Bei seinem Berliner Musikverleger Hans Ragotzky hatte Schmitt einige Komponisten kennengelernt, darunter einen der führenden Zupfmusikexperten: Konrad Wölki. Diesen namhaften Musikpädagogen konnte er samt dessen Team der „Berliner
Lautengilde“ als Lehrgangsdozenten für mehrere Jahre an die Saar verpflichten. Hans Schmitt nahm als organisatorischer Leiter und als "Schüler" am ersten Kurs teil. Das Abschlusskonzert mit dem Lehrgangsorchester der 44 Teilnehmer wurde vom Saarländischen Rundfunk übertragen. Bundesmusikleiter Schmitt übernahm dieses Ensemble und entwickelte durch kontinuierliche Probenarbeit daraus das „Bundesorchester“, welches sich bereits zu Beginn in Konzerten und Rundfunkaufnahmen mit einer gehobenen Spielkultur und fortschrittlicher Literaturauswahl einen Namen machte.

Auch Siegfried Behrend, Konzertgitarrist von Weltruf, kam auf Schmitts Vermittlung 1960 als Gitarrendozent an die Saar. Mit seiner Vitalität und Vielseitigkeit als Instrumentalist, Dirigent und Komponist setzte Behrend neue Maßstäbe. Aus Lehrgangsteilnehmern und Spielern des Bundesorchesters formierte er einen Klangkörper, der fortan den Namen
Saarländisches Zupforchester (SZO) trug. Im folgenden Jahrzehnt gab der charismatische Berliner Gitarrist – unterstützt durch den japanischen Mandolinenvirtuosen Takashi Ochi – durch seine Arbeit mit diesem Ensemble der Entwicklung der deutschen Zupfmusik vom Saarland aus maßgebliche Impulse.

In den 50er Jahren unterhielt er freundschaftliche Kontakte zu bekannten Zupfmusik-Persönlichkeiten beider deutscher Staaten wie Konrad Wölki, Westberlin; Alfred von Beckerath, München; Erich Krämer und Walter Kretschmar, Leipzig und Hermann Ambrosius, Engen im Hegau.

Die frühen Werke des Komponisten, der seine musikalischen Wurzeln in der Volksmusik- und Wandervogelbewegung der Vorkriegszeit hatte, tragen die traditionelle Handschrift dieser Epoche. Seine Märsche und Tänze trafen den damaligen Zeitgeschmack und erfreuten sich in den 50er/60er Jahren großer Beliebtheit. Sein „Gruß von der Saar“, als „Bundesmarsch Nr. 1“ wurde regelmäßig bei Gemeinschaftskonzerten zum Programmabschluss vereint von allen beteiligten Musikern dargeboten und genoss den Status einer Erkennungs- und Identifikationsmusik. Obwohl seine Werke bereits vielerorts erfolgreich aufgeführt wurden, ergriff Hans Schmitt mit 28 Jahren die Chance, die ihm durch die Zeitumstände bisher verwehrt geblieben war, und nahm Kompositionsunterricht bei Professor Heinrich Konietzny.
Hans Schmitt erhielt für seinen überdurchschnittlichen, ehrenamtlichen Einsatz und sein vielseitiges und weitsichtiges künstlerisches und kulturpolitisches Wirken - auch als Kulturbotschafter des Saarlandes zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter die Ehrenmitgliedschaft des BZVS und die große Ehrenmedaille des saarländischen Kultusministers.

Werke u.a. Konzert für Akkordeon und Zupforchester, Op. 10
Drei konzertante Stücke für ZO
Spanisches Ständchen
Tanz unter der Dorflinde, Opus 4
Unter dem Bärenwappen, Opus 65

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Schneider, Annette
* 1966

Sie began ihre Ausbildung in den Fächern Mandoline und Gitarre am Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau und studierte anschließend an der Hochschule für Musik Leipzig, Außenstelle Magdeburg bei Gustav Kletzke (Mandoline) und Elke Scheibner (Gitarre) mit dem Abschluss als Diplommusikpädagogin. Sie unterrichtet am Robert - Schumann - Konservatorium der Stadt Zwickau und leitet dort das Zupforchester, das Kinderzupforchester "Zirlibo" und die Folkband "Saitenspiel". Ihre größten Erfolge als Pädagogin sind Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert" bis zur Bundesebene.

Die eigene Konzerttätigkeit führte sie in zahlreiche Städte Deutschlands und mehrere europäische Länder, unter anderem in die Schweiz, Russland, Finnland, sowie in die USA. Von 1991 bis 2003 konzertierte sie mit dem Bariton Albert Zetzsche im "Duo Giovanni". Sie musiziert mit Orchester bei Konzert- und Theateraufführungen sowie in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen. So gründete sie zusammen mit der Bratschistin Christiane Guhl das Duo "Con amore".

Annette Schneider komponiert Werke für Zupfinstrumente, auch in Kombination mit anderen Instrumenten. Sie schreibt Lieder und Musik für Kinder. Ihre Lieder zeichnen sich durch eine sehr persönliche und poetische Sprache in Text und Komposition aus. Ihre besondere Liebe gilt der finnischen Musik, Kultur und Lebensart.

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Schostakowitsch, Dimitri
* 25.9.1906 in Sankt Petersburg – † 9.8.1975 in Moskau
sowjetrussischer Komponist und Pianist
 
Das musikalische Talent des Jungen entfaltete sich durch den Klavierunterricht, und Dmitri unternahm bald seine ersten kompositorischen Versuche. 1919 begann er, am Konservatorium in Petrograd (St. Petersburg) Klavier bei Leonid Nikolajew und Kompositionslehre bei Maximilian Steinberg zu studieren.
 
Der sensationelle Erfolg seiner 1. Sinfonie in f-Moll 1925 verschaffte Schostakowitsch im Alter von nur 19 Jahren den Abschluss am Konservatorium und weltweite Anerkennung. Dmitri Schostakowitsch setzte sich in der folgenden Zeit mit verschiedenen zeitgenössischen Musikrichtungen wie dem Futurismus, der Atonalität und dem Symbolismus auseinander, ist dabei dennoch einen ganz eigenen Weg gegangen. Seine Musik ist eine Mischung aus Konvention und Revolution, die sich auf ein fundiertes kompositorisches Handwerk gründet und durch fantasievolle Instrumentierungen und moderne Melodik und Harmonik besticht. Inspiriert wurde er durch die Werke zeitgenössischer Komponisten wie Igor Strawinski und Sergei Prokofjew, aber vor allem Gustav Mahler.
 
Nachdem er seine 4. Sinfonie in c-Moll aufgrund eines kritischen Prawda-Artikels zurückgezogen hatte und in der Schublade hatte verschwinden lassen, begann Schostakowitsch am 18. April 1937 unter der offiziellen Parole der „praktischen Antwort eines Sowjetkünstlers auf gerechte Kritik“ die Arbeit an seiner gemäßigten 5. Sinfonie in d-Moll auf der Krim.

Praktisch alle bedeutenden Werke dieser Zeit waren ausschließlich für die Schublade bestimmt und kamen erst in der Zeit des "Tauwetters" bzw. erst nach der politischen Wende 1989/1990 zur Uraufführung.

1958 wurde Schostakowitsch mit dem hochdotierten finnischen Wihuri-Sibelius-Preis ausgezeichnet.
Unter anderem erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford.


bearbeitete Werke für ZO:
 Präludium D-Dur
Walzer Nr. 2
Suite Nr. 2 für Jazzorchester

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Schrader, Mirco
deutscher Sänger, Giatrrist, Komponist und Songwriter

Er absolvierte sein Studium an der Folkwanghochschule Essen und Musikhochschule Wuppertal. Er ist ein Multitalent auf allen Gitarren, Six- und Twelve-String, Klassische Gitarre und E-Gitarre.

Er ist als Komponist, Songwriter, Studiomusiker, mit langjähriger nationaler und internationaler Bühnenerfahrung in verschiedenen Besetzungen (Klassisch und Band!) tätig.

 

Schrammel, Johann
* 22.5.1850 in Neulerchenfeld (Wien) – † 17. Juni 1893 in Wien-Hernals
österreichischer Komponist, Musiker und Volkssänger

Seinen ersten musikalischen Unterricht bekam Schrammel zusammen mit seinem Bruder durch seinen Vater. Mit ungefähr sechs Jahren konnte Johann Schrammel im Kirchenchor seiner Heimatgemeinde Neulerchenfeld mitsingen. Durch Vermittlung seines Vaters erhielt Schrammel ab 1858 Geigenunterricht durch den ersten Geiger des Carltheaters, Ernst Melzer.
Am 6.1.1861 debütierte Schrammel zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder anlässlich eines Benefizkonzerts im Gasthaus „Zum goldenen Stuck“. Trotz finanzieller Entbehrungen ließ Kaspar Schrammel ab 1862/63 seine beiden Söhne am Wiener Konservatorium studieren. Neben Gesangsunterricht wurde bald schon der Geigenunterricht bei Joseph und Georg Hellmesberger wesentlicher. Später wurde der Violinist Karl Heißler sein Geigenlehrer.

Im Juni 1865 verließ Schrammel das Konservatorium, und ungesicherten Quellen nach war er zu dieser Zeit bereits Mitglied des Orchesters des Harmonietheaters und des Theaters in der Josefstadt. Im darauf folgenden Jahr trat Schrammel in die Armee ein und diente beim Dragonerregiment Nr. 2 und später bei den Infanterieregimentern Nr. 32 und Nr. 49. Er hatte dort bis 1875 den Posten eines Eskadrontrompeters inne und war auch als Musikfeldwebel tätig.

1878 gründete er zusammen mit seinem Bruder Josef Schrammel und dem Gitarristen Draskovits ein Trio, das sich „D'Nußdorfer“ nannte. 1879 wurde Draskovits durch Anton Strohmayer ersetzt. Im selben Jahr wurde das Trio durch Hinzunahme des Klarinettisten Georg Dänzer zum berühmten Schrammel-Quartett. Das Quartett erlangte mit seiner Art, volkstümliche Wiener Musik zu spielen, große Popularität und wurde so zum Begründer der nach ihm benannten Schrammelmusik.

Sein wohl bekanntestes Stück, der Marsch Wien bleibt Wien, wurde vor Gründung der GEMA bzw. AKM von vielen europäischen Verlagen gedruckt und erfreut sich, vielleicht auch wegen der Spotttexte, heute noch größter Beliebtheit.

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Schubert, Franz
* 31. 1.1797 am Himmelpfortgrund (Wiener Gemeindebezirks Alsergrund) – † 19.11.1828 in Wien
österreichischer Komponist.
 
Im Alter von fünf Jahren erhielt er von seinem Vater den ersten regelmäßigen Unterricht, mit sechs ging er in Lichtental, Wien zur Schule. Zur gleichen Zeit begann er seine musikalische Ausbildung. Sein Vater lehrte ihn, Violine zu spielen. Mit sieben bekam er Orgelunterricht von Michael Holzer, dem Kapellmeister der Lichtentaler Pfarrkirche.
Neben Kompositionsunterricht von Wenzel Ruzicka und später Antonio Salieri genoss er im Konvikt vielfältige musikalische Anregung: Er wirkte nicht bloß als Solist im Gesang, sondern lernte auch die Instrumentalwerke Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts kennen, da er zweiter Violinist im Konviktorchester war. Bald zeigte sich seine Begabung in der Komposition. Eine Klavierfantasie G-Dur zu vier Händen ist datiert 8. April – 1. Mai 1810. Im nächsten Jahr folgten ein Streichquartett, eine weitere Fantasie in g-Moll, Lieder und andere Stücke. An Sonn- und Feiertagen wurden in der Familie regelmäßig Streichquartettabende veranstaltet, an denen sein Vater Violoncello, er selbst Viola und seine Brüder Violine spielten.
 
Er erhielt er noch bis 1816 Unterricht bei Antonio Salieri und komponierte produktiv. Seine erste Oper „Des Teufels Lustschloß“ und seine „Messe Nr. 1 F-Dur“ stammen beide aus dem Jahr 1814, ebenso mehrere Streichquartette, kürzere Instrumentalwerke, der erste Satz seiner Sinfonie Nr. 2 B-Dur und mehr als zwanzig Lieder, darunter solche Meisterwerke wie Gretchen am Spinnrade oder interessante Experimente wie Der Taucher.
Eine noch größere Zahl an Werken komponierte er 1815. Während dieser ganzen Zeit weitete sich sein Freundeskreis ständig aus, zu dem u. a. Moritz von Schwind gehörte. Der Dichter Johann Mayrhofer, den er im Dezember 1814 kennengelernt hatte, schrieb ihm zwei Libretti, Schober machte ihn mit dem Bariton Johann Michael Vogl, einem der wichtigsten Sänger an der Wiener Hofoper, bekannt, der seine Lieder bald in den literarischen Salons sang und ihn damit der Öffentlichkeit vorstellte.
 
1818 wurde er von der Familie des Grafen Johann Esterházy als Sing- und Klaviermeister auf dessen Gut in Zselíz in Ungarn (heute das slowakische Želiezovce) engagiert. Für seine dortigen Schüler schrieb er einige vierhändige Stücke und einige Lieder. Im gleichen Jahr schuf er die Sinfonie Nr. 6 C-Dur.
Bei seiner Rückkehr nach Wien im Spätherbst 1818 kam Schubert nicht mehr bei Schober unter und wohnte nun zwei Jahre bei Johann Mayrhofer.
 
In den folgenden Jahren ging Schuberts Schaffen quantitativ zurück, dafür zeigen die Kompositionen des Jahres 1820 eine Weiterentwicklung seines Stils.

Im Frühjahr 1824 schrieb er sein Oktett F-Dur. Im Sommer hielt er sich ein zweites Mal in Zselíz auf. Das in dieser Zeit entstandene Divertissement à l'Hongroise weist ungarische Einflüsse auf.

Von 1826 bis 1828 hielt sich Schubert – abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in Graz – in Wien auf. Die Stelle des Vizekapellmeisters an der kaiserlichen Hofkapelle, um die er sich 1826 bewarb, wurde nicht an ihn, sondern Joseph Weigl vergeben. Am 26. März 1828 gab er das einzige öffentliche Konzert seiner Karriere, das ihm 800 Gulden Wiener Währungeinbrachte. Zahlreiche Lieder und Klavierwerke wurden inzwischen gedruckt.

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Schumann, Robert Alexander
* 8.61810 in Zwickau, Sachsen – † 29. Juli 1856 in Endenich, Ortsteil von Bonn
deutscher Komponist, Musikkritiker und Dirigent.

Er wird heute zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik gezählt. In der ersten Phase seines Schaffens komponierte er vor allem Klaviermusik. 1840, im Jahr seiner Eheschließung mit der Pianistin Clara Wieck, schrieb er knapp 150 Lieder. In den folgenden Jahren entwickelte sich sein Werk zu großer Vielfalt: Er komponierte von da an auch Orchestermusik (darunter vier Sinfonien), konzertante Werke, Kammermusik, Chormusik und eine Oper.

Robert Schumann besaß eine literarisch-musikalische Doppelbegabung. Gedichte, künstlerische Prosa, Dramenentwürfe und musikalische Kompositionen standen in jungen Jahren gleichberechtigt nebeneinander. Erst nach 1830 wurde die Musik zum Mittelpunkt seines Lebenskonzeptes, und er verstand sich selbst als Tondichter. Sowohl in seinen Kompositionen als auch spätestens ab 1834 mithilfe seiner literarischen Arbeiten strebte er nach einer zukunftsträchtigen, poetischen Musik, wobei er sich von der Programmmusik Franz Liszts distanzierte.

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Schwab, Siegfried „Sigi“
* 5.8.1940 in Ludwigshafen am Rhein – † 11.1.2024 in München
deutscher Gitarrist und Komponist

Schon während seines Gitarren- und Kontrabassstudiums an der Musikhochschule Mannheim war Siegfried Schwab in verschiedenen lokalen Musikszenen aktiv, etwa in der noch jungen Rockszene (gemeinsam mit seinem Schüler Hans Reffert) und in der Mannheim-Heidelberger Jazzszene, gemeinsam mit dem Bassisten Wolfgang Wagner, dem Drummer Horst Seidelmann und dem Pianisten und Komponisten Wolfgang Lauth.

1965 wurde Schwab von der RIAS Big Band Berlin als Gitarrist engagiert; im selben Jahr begann er, als Studiomusiker zu arbeiten, zunächst in Berlin, später in ganz Deutschland. Im Verlauf seiner zwanzigjährigen Studiophase spielte er über 15.000 Einzeltitel ein.

Daneben komponierte Schwab Fernseh-, Film- und Bühnenmusiken. Seine zusammen mit Manfred Hübler im Berlin der späten 1960er Jahre produzierten LPs Psychedelic Dance Party und Sexadelic dienten 1971 als Musik der Jesus-Franco-Filme Der Teufel kam aus Akasava, Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula und Sie tötete in Ekstase. Der NDR produzierte mit ihm sechs Improvisations-Workshops, der BR sechs Blues-Workshops.

Er spielte Jazz, Rock, Klassik und Weltmusik; als Studiomusiker hat er über 15.000 Stücke eingespielt.

Ab 1980 folgten verstärkt Konzerte im Diabelli-Trio (Wiener Klassik), im Duo Guitarissimo (mit dem Gitarristen Peter Horton) und mit der Percussion Academia (Guillermo Marchena und Freddie Santiago). Nach dem frühen Tode Marchenas bildete Sigi Schwab gemeinsam mit Andreas Keller und Ramesh Shotham das Percussion Project; in jüngerer Zeit führen Schwab und Shotham einen interkulturellen Dialog im Duo Mandala. Schwab arbeitete auch in neuerer Zeit mit zahlreichen namhaften Schauspielern in literarisch-musikalischen Live-Acts zusammen, darunter Cornelia Froboess, Nicole Heesters, Suzanne von Borsody, Johanna von Koczian, Michaela May, Thekla Carola Wied, Charles Brauer, Christian Wolff, Ernst Stankovski, Werner Schneyder, Christian Quadflieg, Mario Freivogel, Peter Fricke und Jochen Striebeck. Seit 2011 arbeiteten Sigi Schwab und Peter Horton mit dem Schlagzeuger Andreas Keller und dem Bassisten Thomas Müller unter dem Bandnamen Guitarissimo XL zusammen. Seit 2015 spielte er in der Formation Camerata Bavarese mit Klaus Hampl an der Klarinette und einer Rhythmusgruppe. Die neue Formation verwendete Harmoniemodelle aus der Renaissance und des Barock als Grundlage für ihre Improvisationen.

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Schwaen, Kurt
* 21.6.1909 in Kattowitz – † 9.10.2007 in Berlin
deutscher Komponist

Kurt Schwaen stammt aus einer musikträchtigen Landschaft, in der sich zur Zeit seiner Kindheit und Jugend deutsche und slawische Musikkultur und -folklore eng berührten und gegenseitig befruchteten. In Kattowitz fand er in Fritz Lubrich jun., einem Schüler Max Regers, den prägenden Lehrer und Mentor, der ihn nicht nur zu souveräner Beherrschung des Klaviers führte, sondern auch mit dem Orgelspiel und den Grundlagen des Tonsatzes vertraut machte.
 
Von 1929 bis 1933 studierte Schwaen an den Universitäten Breslau und Berlin Musikwissenschaft, Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Seine weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Komposition vollzog sich autodidaktisch.
 Nachhaltige Schaffensanstöße erhielt er durch die Mitarbeit als Pianist sowohl in einem Berliner Studio für künstlerischen Ausdruckstanz als auch mit namhaften Tanzsolistinnen wie Oda Schottmüller und Mary Wigman.
 
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, den er in der Strafdivision 999 überlebte, fand Schwaen in Berlin vielfältige Aufgaben beim Aufbau von Volksmusikschulen und als Musikreferent der Deutschen Volksbühne. Dadurch fühlte er sich auch als Komponist gefordert, Zeichen zu setzen durch neue, beispielgebende Werke besonders für die junge Generation.
 
Seit 1953 freischaffend tätig, wurde die Kammermusik zu einem wesentlichen Bestandteil seines kompositorischen Schaffens, deren Haltung sich auch in seinen Orchesterwerken und in den Opern nachweisen lässt.
Große Bedeutung für seinen künstlerischen Reifeprozeß gewann die Begegnung mit Bertolt Brecht und seinen ästhetischen Ansichten über das Theater. Die auf Wunsch des Dichters entstandene Komposition zu dem Lehrstück Die Horatier und die Kuriatier erschloss Schwaen ein neues wichtiges Arbeitsgebiet (Szenische Kindermusik) und führte zu einem bemerkenswerten Werk für das Musiktheater.
 
Schwaen übernahm viele ehrenamtliche Verpflichtungen, u.a. im Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler und in der Akademie der Künste, zu dessen Ordentlichem Mitglied er 1961 berufen wurde. Sein siebeneinhalb Jahrzehnte umspannendes Schaffen zählt bis heute weit über 600 Werke aller Genres, vom Lied und Song über Chor-, Klavier-, Kammermusik und Orchesterwerken bis zur Oper und zum Ballett

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Segovia (Torres), Andrés, Marqués de Salobreña
* 21.2.1893 in Linares – † 2. Juni 1987 in Madrid
spanischer Gitarrist, Gitarrenpädagoge

Andrés Segovia gab als Autodidakt bereits mit vierzehn Jahren in Spanien Konzerte. Er soll 1915 Schüler von Miguel Llobet gewesen sein. Segovia trug auf weltweiten Tourneen zur Popularität der klassischen Gitarre bei. 1924 hatte er sein Debüt in Paris, und zwischen 1926 und 1936 unternahm er auch längere Tourneen in Russland.

Zahlreiche Kompositionen, die heute zum klassischen Gitarrenrepertoire gehören, sind eigens für ihn geschrieben worden, so z. B. von Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968), John W. Duarte (1919–2004), Frank Martin (1890–1974), Frederic Mompou (1893–1987), Manuel María Ponce (1882–1948), Alexandre Tansman (1897–1986), Federico Moreno Torroba (1891–1982), Joaquín Turina (1882–1949) Heitor Villa-Lobos (1887–1959) sowie Joaquin Rodrigo (1901–1999). Segovia befasste sich auch als Vortragender und Bearbeiter mit Vihuelamusik der Renaissance. Außerdem gehen viele Bearbeitungen von Werken, die ursprünglich für andere Instrumente geschrieben wurden und die heute zum Standardrepertoire für Gitarre gehören, auf ihn zurück. Das bekannteste Beispiel ist wohl die Chaconne aus der Partita in d-Moll für Solo-Violine von Johann Sebastian Bach, welche Segovia erstmals 1935 in Paris öffentlich darbot und 1946 mit anderen Stücken Bachs in New York aufnahm.[8] Auch aus Bachs „Lautenwerk“ bearbeitete Segovia einige Kompositionen für die Gitarre. Zu seinen Veröffentlichungen gehören auch Estudios („Etüden“)und Estudio sin luz.

Segovia unterrichtete unter anderem an der Accademia Musicale Chigiana in Siena, in Santiago de Compostela und an der University of California in Berkeley. Viele bedeutende Gitarristen waren seine Schüler, so z. B. Oscar Ghiglia (1938–2024), Christopher Parkening (* 1947) und John Williams (* 1941).

Selbst mit 89 Jahren machte er eine Tournee durch Deutschland, und mit 91 Jahren trat er im November 1984 noch in der Berliner Philharmonie auf.

Er erhielt die Ehrendoktorwürde mehrerer Universitäten, u. a. Oxford 1972. 1981 wurde er vom spanischen König als Marqués de Salobreña in den erblichen Adelsstand erhoben.

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Sibelius, Jean (Johan Julius Christian Sibelius
finnischer Komponist der Spätromantik und Moderne
* 8.12.1865 in Hämeenlinna, Finnland – 20.9.1957 in Järvenpää bei Helsinki. 

Sibelius gilt als Nationalkomponist Finnlands
Seine Hauptwerke umfassen 7 Sinfonien, Finlandia, Violinkonzert d-Moll, Karelia-Suite, Valse triste u.a.
Seine Musik ist geprägt von nordischer Naturverbundenheit, finnischen Sagen (Kalevala) und später von reduzierter, strenger Klangsprache 

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Silcher, Philipp Friedrich (Friederich)
* 27.6.1789 in Schnait – † 26.8.1860 in Tübingen
deutscher Komponist und Musikpädagoge

Im Jahr 1803 ging er als Lehrjunge nach Geradstetten. 1806 erhielt er in Fellbach bei Stuttgart beim Lehrer und Organisten Nikolaus Ferdinand Auberlen, der ein guter Musiker und geschätzter Bearbeiter von Männerchören war, als „Schulknecht“ eine Lehrstelle und sammelte wichtige musiktheoretische und -praktische Erfahrungen.

Im Jahre 1806 kam er als Lehrgehilfe nach Schorndorf, wo er außerdem Hauslehrer des Kreishauptmanns Freiherr Joseph Friedrich Anton von Berlichingen wurde. Als dieser 1809 nach Ludwigsburg übersiedelte, verschaffte er Silcher an der Ludwigsburger Mädchenschule eine Anstellung. Ludwigsburg war Sommerresidenz König Friedrichs von Württemberg (bis 1803 Herzog, bis 1806 Kurfürst), weshalb sich dort auch Conradin Kreutzer aufhielt, der Silcher empfahl, Musik als Lebensaufgabe zu wählen. So widmete sich Silcher auf dem Seminar in Ludwigsburg ganz der Musik, erhielt Unterricht in Klavier und Komposition von Conradin Kreutzer und Johann Nepomuk Hummel.

Kurz nachdem Kreutzer nach Stuttgart verzogen war, folgte ihm Silcher und wurde Musiklehrer. Während seines zweijährigen Aufenthalts wohnte er bei dem Pianofortefabrikanten Johann Lorenz Schiedmayer (1786–1860)und wandte sich in dieser Zeit besonders der Musik Mozarts zu.

Silcher wirkte ab 1817 als erster Musikdirektor an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Silcher gilt als einer der wichtigsten Protagonisten des Chorgesangs und arrangierte zahlreiche Chorsätze von deutschen und internationalen Volksliedern, die heute noch zum Grundrepertoire vieler Gesangvereine gehören und in den folgenden Generationen Allgemeingut geworden sind. Silcher selbst begründete 1829 die „Akademische Liedertafel“ in Tübingen,

Silcher hat sich durch sein „Dreistimmiges württembergisches Choralbuch“ verdient gemacht sowie durch eine große Zahl von Liedern. Einige davon sind volkstümlich geworden, etwa die Vertonungen des Loreley-Lieds von Heinrich Heine und von Simon Dachs Anke van Tharaw in der hochdeutschen Fassung Johann Gottfried Herders. Darüber hinaus hat er eine Harmonie- und Kompositionslehre hinterlassen.

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Smetana, Bedřich (Friedrich Smetana)
* 2.3.1824 in Litomyšl, Böhmen – † 12. Mai 1884 in Prag
tschechischerKomponist der Romantik

Smetana gilt als Begründer eines tschechischen musikalischen Nationalstils. Er studierte Klavier und Komposition in Prag, versuchte daraufhin, als Konzertpianist Karriere zu machen, unterrichtete dann aber bald an einer vom ihm selbst gegründeten Musikschule in Prag. Ein Einladung nach Schweden führte ihn 1856 nach Göteborg, wo er als Dirigent, Pianist und Dozent bis 1861 wirkte. Im Anschluss daran kehrte Smetana nach Prag zurück und widmete sich ausführlich der tschechischen Musik. Er wurde 1866 Dirigent des tschechischen Nationaltheatern und hatte damit ein geeignetes Forum, um einige seiner Opern aufzuführen. Da er von 1874 an zunehmend taub wurde, zog er sich aus dem aktiven Musikleben zurück, blieb aber bis zu seinem Tod als Komponist aktiv.

Einige der frühen Kompositionen standen zunächst unter dem stilistischen Einfluss von Franz Liszt und Richard Wagner, wobei Bedřich Smetana daraus seine eigenen musikalischen Schlüsse zog. Mit der Gattung der Symphonischen Dichtung fand er eine Möglichkeiten, Orchestrales sinnvoll mit volksmusikalischen Elementen zu einer Programmmusik zu verknüpfen, die wie der Zyklus „Mein Vaterland“ (1874 – 79) weit über seine tschechische Heimat hinaus Erfolg hatten. Populär wurden außerdem einige seiner kammermusikalischen Stücke wie beispielsweise das „Streichquartett e-Moll, ‘Aus meinem Leben’“ (1876).

Ein wesentlicher Bestandteil von Bedřich Smetanas Oeuvre sind die Bühnenwerke. International beliebt wurde „Die verkaufte Braut“ (1866/70), die mit ihrer Mischung aus Genrebildern und dezentem Realismus, tanzliedhaften Klängen und theatralischem Pomp zum Inbegriff böhmisch-tschechischer Pittoreske wurde. Darüber hinaus entstanden „Die Brandenburger in Böhmen“ (1868), „Dalibor“ (1868), „Libuše“ (1871), „Zwei Witwen“ (1874), „Das Geheimnis“ (1878) und „Die Teufelswand“ (1882), darüber hinaus insgesamt neun Symphonische Dichtungen, das „Streichquartett d-Moll“ 1883) und das „Klaviertrio g-Moll“ (1855). Bedřich Smetanas Einfluss auf die Musik der folgenden Jahre war groß, vor allem Antonin Dvořak und Leos Janáček bezogen sich ausdrücklich auf seine musikalischen Errungenschaften.

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Smith Brindle, Reginald
* 5.1.1917 in Cuerdon, Lancashire – † 9.9.2003
britischer Komponist und Schriftsteller

Smith Brindle studierte im Laufe seines Lebens verschiedene Musikinstrumente, darunter Gitarre, Klarinette und Saxophon sowie später die Orgel. Seine Begabungen lagen jedoch insbesondere im Bereich der Komposition und der wissenschaftlichen Forschung. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in Afrika und Italien bei den Royal Engineers.

Von 1946 bis 1949 studierte er Musik am University College of North Wales in Bangor, bevor er nach Italien ging, um seine kompositorische Arbeit bei Pizzetti und Dallapiccola sowie Orgel bei Germani weiter zu studieren.

Obwohl Smith Brindle eine Vielzahl von Werken komponierte, darunter auch eine Oper, ist er vor allem für seine Gitarrenmusik bekannt. Diese wurde erstmals ab Ende der 1950er Jahre in verschiedenen Konzerten von Julian Bream aufgeführt. Von 1957 bis 1970 verfolgte Smith Brindle eine herausragende akademische Laufbahn als Dozent am University College of North Wales und von 1970 bis 1981 als Professor an der University of Surrey.

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Sor, Ferdinando (Joseph Fernando Macari Sors)
* 13. oder 14. Februar 1778 in Barcelona – † 10. Juni 1839 in Paris
ein spanischer Gitarrist und Komponist
 
1778 wurde Fernando Sor in Barcelona geboren. 1790 starb sein Vater, es blieb der Familie kein Geld mehr für die Fortsetzung des Musikunterrichts für Fernando. Im Jahr darauf wurde er von seiner Mutter in die Klosterschule Montserrat gebracht, da diese kostenlos war und dort vor allem Musik unterrichtet wird. 1795 verließ Sor die Schule und begann in Barcelona eine militärische Laufbahn; er besuchte vier Jahre lang die Armeeschule. Dort gefiel es ihm sehr.
1796 schrieb er seine ersten Gitarrenstücke. Seine erste Oper "Il Telemaco nell´ isola di Calipso" entstand 1797, insgesamt wurden in Barcelona 15 Vorstellungen im "Teatre del Liceu" gegeben. 1802 übernahm Sor einen Posten als Gutsverwalter in Barcelona, 1804 erhielt er einen königlichen Verwaltungsposten in Andalusien; um diese Zeit erwarb er wahrscheinlich seine Gitarre von Fernando Rada. 1809 leistete Sor einen Eid auf den Bruder von Napoleon, da er an einen Sieg von Napoleon glaubte. Infolgedessen wurde er Polizeihauptkommissar der andalusischen Provinz Jerez. 1813 mussten die Franzosen Spanien verlassen. Sor folgte ihnen nach Paris und kehrte nie in seine Heimat zurück. Er übersiedelte nach London und war dort als Gitarrist und Komponist von Ballettmusik und Werken für Orchester, Klavier, Gesang und Gitarre sehr erfolgreich. Sein zu Lebzeiten größter Erfolg war das 1822 im King´s Theatre uraufgeführte Ballett "Aschenbrödel". 1826 siedelt Sor nach Moskau. Dort wurde am 6. Januar 1825 u. a. mit Sors Ballett "Aschenbrödel" das neue Bolschoi-Theater eröffnet. Außerdem komponierte er zur Krönung des Zaren Nikolaus I. das Ballett "Hercules et Omphale" und für die Totenfeier Zar Alexanders in St. Petersburg einen Trauermarsch. Im Herbst 1826 kehrte Sor nach Paris zurück, wo er 1839 nach langer Krankheit an Zungenkrebs starb. Zu seinem Freundeskreis gehörten Dionisio Aguado und Napoleon Coste, mit denen er mehrmals gemeinsam auftrat. Er wird heutzutage oft auch der "Schubert der Gitarre" oder der "Beethoven der Gitarre" genannt.

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Starck, Arno
Pseudonym Olav King
* 10.03.1886 in Dresden – 22.08.1960 in Dresden
Musiker, Komponist, Kapellmeister und Chorleiter
 
Arno Starck wurde in Dresden geboren und besuchte dort das Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er von 1906 bis 1911 am Dresdner Konservatorium Musik. Zu seinen Lehrern zählten Henri Petri (Violine), Otto Urbach (Klavier), Hermann Ludwig Kutzschbach [1875-1938] und Kurt Emil Striegler (Dirigieren). Seinen Abschluss mit dem künstlerischen Reifezeugnis als Kapellmeister, Violinist und Komponist absolvierte er 1911 mit höchster Auszeichnung, dem „Preiszeugnis“.
 
In seinem späteren kompositorischen Wirken sind Einflüsse der sächsischen Komponisten Felix August Bernhard Draeseke Leonhard Johann Heinrich Albert Fuchs und Paul Büttner wahrnehmbar.
Neben Orchesterwerken und Violinsolostücken komponierte Arno Starck erfolgreiche Vokalwerke für Kinderchor, Männerchor und gemischten Chor. Nachdem er nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR mit der Volks- und Zupfmusik in Verbindung kam, schrieb er einige Werke für Zupforchester (allesamt mit Akkordeon und Mandoloncello) und einige Gebrauchskompositionen für Männerchor und Volksmusikinstrumente (Zupforchester).
 
Starck hatte früh den Ruf eines kompetenten Chorleiters und dirigierte ein halbes Jahrhundert lang verschiedene Chöre. Er lebte überwiegend in Dresden. Sein künstlerisches Wirken erstreckte sich aber weit über seine Heimatstadt hinaus bis Meißen und Großenhain, was Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts mit vielerlei Reisebeschwerlichkeiten verbunden war.
 
Von 1923 an leitete Kapellmeister Starck den Männergesangverein „Hippokrene“, Meißen. 1949 entstand daraus der gemischte „Werkchor der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen“ und Starck war bis zu seinem Tod 1960 auch dessen musikalischer Leiter.
 
Viele Jahre war Arno Starck Dirigent der Männerchöre „Dresdner Volksmännerchor“ und „Dresdner Liedergruß“ sowie eines gemischten Chores, der Chorgemeinschaft Lockwitz-Dresden.
Als Hochschullehrer für das Kapellmeisterfach wirkte er am „Pädagogium der Tonkunst“ in Dresden von 1923 bis zu dessen Auflösung 1931.
  In der Nachkriegszeit engagierte sich Arno Starck im Dredner Raum am Wiederaufbau des Laienmusizierens und der Laienchorbewegung  in der DDR.
 
Für seine  Kompositionen erhielt er mehrfach Preisauszeichnungen. 1952 wurde er Mitglied des Verbandes Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler.
 
In seinen Zupfmusikwerken orientierte sich Arno Starck an der damals aktuellen stilistischen Entwicklung (Paradigmenwechsel) der Mandolinenmusik, die seit 1935 von Konrad Wölki, Hermann Ambrosius und Kurt Schwaen ausging. Seine konzertanten Werke zeigen sich im neobarocken Stil mit romantischen Elementen. In den folkloristischen Stücken in südeuropäischem Flair sind formale Parallelen zu Rudolf Krebs erkennbar.

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Stingl, Anton
* 25.1.1908 in Konstanz – † 6.4.2000 in Freiburg im Breisgau
deutscher Gitarrist und Gitarrenpädagoge und Komponist

Ab 1925 erlernte Anton Stingl autodidaktisch das Gitarrespiel, zunächst mit den Gitarrelehrwerken von A. Alberto und Heinrich Albert. Nach Abschluss der Oberrealschule in Konstanz, in deren Orchester er Kontrabass gespielt hatte, studierte er von 1927 bis 1932 Mathematik, Physik und Musik in Freiburg und Wien. 1928 begann er Gitarre bei Jakob Ortner an der Wiener Staatsakademie für darstellende Kunst und Musik zu studieren. Sein musiktheoretisches Studium absolvierte er von 1930 bis 1933. Von 1929 bis 1933 gab er erste Gitarren-Konzerte in Konstanz, Freiburg und Umgebung, von 1931 bis 1933 absolvierte er das Lehramtsreferendariat in Freiburg.
Von 1933 bis 1973 unterrichtete er am Kindergärtnerinnen-/Jugendleiterinnenseminar in Freiburg. Bis 1942 war er Mitglied des Freiburger Kammertrios für Alte Musik, das er als „vierter Mann“ mit der Laute unterstützte. 1934 wurde eines seiner frühen Werke, ein Trio für Geige, Bratsche und Gitarre op. 8, auf Anregung des Komponisten Julius Weismann beim 64. Tonkünstlerfest in Wiesbaden uraufgeführt.
Ende Oktober 1949 nahm der Berliner Gitarrist Bruno Henze sofort Kontakt zu ihm auf. Dies führte zu einer lebenslangen Freundschaft. Stingl unterstützte Henze bei der Herausgabe seines Lehrwerk Das Gitarrespiel und Henze veröffentlichte mit Freude viele Kompositionen Stingls in diesem Lehrwerk und weiteren Einzelausgaben. Auch nahm Stingl seine Unterrichts- und Kompositionstätigkeit wieder auf, ebenso gab er wieder Konzerte.
1952 trat er in das „Kleine Rundfunkorchester“ des Südwestfunks (SWF) unter Willi Stech ein und erwarb sich daneben einen hervorragenden Ruf als Gitarrenpädagoge. 1953 und 1955 begegnete Stingl dem weltbekannten Gitarristen Andrés Segovia. 1955 war er an der Uraufführung von Pierre Boulez’ Le Marteau sans maître beim internationalen Musikfest Baden-Baden beteiligt, die seinen internationalen Ruf begründete, der ihn zu Konzertreisen durch ganz Europa führte. Die Aufführung erschien auch als Schallplatte.
1961 wurde eine erste Solo-Schallplatte mit Gitarrenmusik beim Label Christophorus eingespielt. Nach Auflösung des „Kleinen Orchesters“ 1970 wurde er im Sinfonieorchester des Südwestfunks weiterbeschäftigt.

1971 erhielt er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Freiburg, wo er 1976 Professor wurde. 1974 erhielt Stingl das Bundesverdienstkreuz am Bande und begegnete in diesem Jahr auch Julian Bream. 1980/81 musizierte er mit den Freiburger Barocksolisten. Zahlreiche weitere Schallplatten- und CD-Aufnahmen folgen. Seit 1981 ist er Ehrenmitglied der von Jörg Sommermeyer mit Sonja Prunnbauer (* 1948), die 1977 Stingls Nachfolgerin in Freiburg geworden war, und anderen am 27. Juli 1981 als Gitarristische Gesellschaft gegründeten „Gitarristischen Vereinigung Freiburg e. V.“ zur Förderung der Musikkultur um Gitarre und Laute, als deren Mitglieder auch bekannte Musiker wie Mario Sicca (Musikhochschule Stuttgart), Hopkinson Smith, Konrad Ragossnig, Eugen M. Dombois, Konrad Junghänel, Hubert Käppel und Bernard Hebb gewonnen werden konnten.

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Strauss, Johann Jun. (Sohn)
* 25.10.1825 in St. Ulrich bei Wien – † 3. Juni 1899 in Wien
österreichischer Kapellmeister und Komponist
 
Schon sein erster Auftritt im Casino Dommayer 1844 war ein Riesenerfolg. Tourneen führten ihn durch ganz Europa und Nordamerika. Nach dem Tod seines Vaters 1849 übernahm er dessen Orchester und wurde 1863 zum k.k. Hofball-Musikdirektor ernannt, d. h. er leitete alle Hofbälle. Er tat dieses bis 1871, als er selbst um die Enthebung von diesem Posten ansuchte. Dieses wurde auch genehmigt, gleichzeitig wurde ihm der Franz-Joseph-Orden verliehen. Nachfolger wurde sein Bruder Eduard Strauß.

Bis zu diesem Zeitpunkt komponierte Strauss nur Tanzmusik, was seinen Ruf als Walzerkönig begründete. 1864 traf er mit Jacques Offenbach zusammen, der ihn zur Komposition von Operetten anregte, die Strauss aber selbst immer als Komische Oper bezeichnete.
Am 10. Februar 1871 hatte dann seine erste Operette „Indigo und die 40 Räuber“ im Theater an der Wien Premiere. Ebenfalls an diesem Theater fand die Uraufführung seiner erfolgreichsten und der wahrscheinlich bekanntesten Operette „Die Fledermaus“ am 5. April 1874, statt. Diese Operette wurde 1894 auch in das Repertoire der Hofoper (heute Wiener Staatsoper) aufgenommen und ist bis heute die einzige Operette, die dort gespielt wird. Damit galt Strauss auch als Begründer der goldenen Ära der Wiener Operette.
Es folgten eine Reihe weiterer Operettenpremieren, darunter Der lustige Krieg und Eine Nacht in Venedig. 1876 erhielt er die Genehmigung zum Bau eines Wohnhauses (die sogenannten Strauss-Palais).
 
1885 war Premiere des „Zigeunerbarons“, darauf folgten einige heute eher weniger bekannte Operetten. Seine letzte Operette „Die Göttin der Vernunft“ vollendete er nur, weil er sich vertraglich gegenüber Alexandrine von Schönerer zu der Komposition verpflichtet hatte. Sein Werk „Wiener Blut“, das seine Uraufführung erst nach seinem Tod 1899 im Carltheater erlebte, war von Strauss nicht mehr als Operette konzipiert worden. Es handelt sich dabei um bekannte Strauss-Melodien früherer Jahre, die der Kapellmeister Adolf Müller junior neu zusammengestellt hatte.
Strauss komponierte rund zwanzig Operetten, fünfhundert Walzer, Polken und Quadrillen, ein Ballett (Aschenbrödel) sowie eine Oper (Ritter Pasmán). In Wien erinnern zahlreiche Denkmäler und Gedenktafeln an ihn. Der Walzer An der schönen blauen Donau (bekannter unter dem Titel Donauwalzer) wurde so etwas wie eine inoffizielle Hymne Wiens und Österreichs.

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Strauss, Johann Sen. (Vater)
* 14.3.1804 in Leopoldstadt (Wien) – † 25.9.1849 in Wien
österreichischer Komponist und Kapellmeister.

Er war der Sohn eines Wirtes und trat schon recht früh im Schankterzett auf. Im Jahr 1817 begann er eine Buchbinderlehre und legte auch die Gesellenprüfung ab. 1824 wurde er zu den Hoch- und Deutschmeistern eingezogen, auch dort war er als Musiker aktiv.
Er erhielt Unterricht im Violinspiel (bei Michael Pamer und Johann Polischansky) und in Musiktheorie (bei Ignaz von Seyfried). Er spielte gemeinsam mit Josef Lanner in der Kapelle der Brüder Scholl. Lanner gründete 1825 eine eigene Kapelle, in der zunächst auch Strauss spielte. Sie gingen aber bald wieder getrennte Wege. Strauss konnte zu dieser Zeit noch keine eigene Kapelle gründen, da ihm dies durch einen Vertrag mit seinem Schwiegervater Josef Streim verboten war.

1826 trat er erstmals öffentlich als Komponist in Erscheinung, und 1827 konnte er endlich sein eigenes Unternehmen gründen. Er trat in diversen Lokalen - darunter Zum Sperl - in der Leopoldstadt auf und wurde 1832 Leiter der Kapelle des 1. Bürgerregiments und 1835 Hofballmusikdirektor. Verschiedene Konzertreisen führten ihn mit seinem inzwischen größeren Orchester nach Deutschland, Paris und London.

1834 zog er in das sogenannte Hirschenhaus in der Leopoldstadt, wo er vier Wohnungen für sich und seine Familie anmietete, darunter eine, die nur für seine Arbeit bestimmt war.
Sein Sohn Johann wurde – von seiner Mutter massiv unterstützt – ab 1843 ein ernsthafter Konkurrent seines Vaters.

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Streichardt, Antonius
* 1936 in Erfurt
deutscher Komponist
und Musikpädagoge

Als Komponist wirkte er in Thüringen für Chor- und Zupforchesterwerken.

 

Szordikowski, Bruno
* 11. 6.1944 in Duisburg; † 17. 12.2021 in Duisburg
deutscher Gitarrist, Herausgeber und Instrumentalpädagoge.

Nach einer Ausbildung zum Schlosser studierte Szordikowski Instrumentalpädagogik mit dem Hauptfach Gitarre an der Folkwang-Hochschule in Duisburg bei Leonhard Beck. Später bildete er sich innerhalb des Bochumer Modellversuchs „Instrumentalspiel mit Behinderten“ zum Instrumentallehrer für Sonderpädagogik weiter. Ab 1986 bis 2008 war er als Gitarrenlehrer an der Musikschule der Stadt Mülheim an der Ruhr tätig. Er komponierte mehr als 20 Werke für Gitarre Solo, Duo, Trio, Quartett und Zupforchester, die bei verschiedenen Verlagen erschienen. Zudem bearbeitete und veröffentlichte er Werke für die Gitarre des irischen Komponisten Turlough O’Carolan sowie anderer Komponisten. 

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