Komponisten und Bearbeiter -G-

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Gál, Hans 
* 5.8.1890 in Brunn, Niederösterreich - † 3.10.1987 in Edinburgh, England
 österreichisch-britischer Komponist und Musikwissenschaftler

Gál, der Sohn eines Arztes, studierte von 1908 bis 1912 Komposition bei Eusebius Mandyczewski, einem Schüler von Johannes Brahms und von 1908 bis 1913 Musikwissenschaft an der Universität Wien. Bereits ab 1909 war er selbst als Lehrer für Kontrapunkt und Harmonielehre am Neuen Wiener Konservatorium tätig. Zusätzlich wirkte er ab 1919 als Lektor für Musiktheorie an der Universität Wien. 1929 verließ er Österreich, um den Direktorenposten der Musikhochschule Mainz zu übernehmen. Doch bereits 1933, mit der Machtübernahme Adolf Hitlers, verließ Gál Deutschland wieder, da er ungarisch-jüdischer Abstammung war. Nachdem er danach zunächst als Dirigent in Wien wirkte, emigrierte er 1938 auf Grund des Anschlusses Österreichs an das faschistische Deutschland nach England. 1940 wurde er vorübergehend auf der Isle of Man interniert. Im Jahre 1945 schließlich erhielt er eine Stelle als Lehrer für Musiktheorie, Kontrapunkt und Komposition an der Universität von Edinburgh. Außerdem leitete er das Edinburgh Chamber Orchestra. Nachdem er 1965 in den Ruhestand gegangen war, blieb er den Rest seines Lebens in England. Gál erhielt zweimal den österreichischen Staatspreis (1915 und 1958). Außerdem wurde er u.a. mit dem Kompositionspreis der Stadt Wien (1926), dem Order of the British Empire (1964) und dem Österreichischen Ehrenkreuz (1971) ausgezeichnet.
 
Der für ihn wohl wichtigste Komponist war Johannes Brahms, dessen Musik die Grundlage von Gáls Stil bildete. Gál legte großen Wert auf souveräne Beherrschung des Kompositionshandwerks. Daneben war er ein großer Melodiker und steht in dieser Hinsicht in der Tradition Wiener Musik, die von Franz Schubert ausging. Überhaupt war er ein ausgesprochener Traditionalist, der bis zu seinen letzten Werken strikt an der Tonalität festhielt. Moderne Tendenzen blieben ihm fremd. Seine Musiksprache geht über Richard Strauss, dessen Einfluss besonders in seinen Opern zu Tage tritt, und eine in Anlehnung an die Musik der Jahrhundertwende stark chromatisierte Harmonik nicht hinaus. Stattdessen öffnete sich Gál umso stärker der musikalischen Vergangenheit, was in der reichen Polyphonie, die den Einfluss Johann Sebastian Bachs verrät, und in der Klarheit seiner musikalischen Sprache, die sich von der Beschäftigung mit der Wiener Klassik herleitet, zum Ausdruck kommt. Während er vor seiner Emigration beachtliche Erfolge feiern konnte, war er später als unmodern und erzkonservativ verpönt, was dazu führte, dass er allmählich in Vergessenheit geriet. Als Musikwissenschaftler war Gál v.a. auf dem Gebiet der Wiener Klassik aktiv und hat einige wichtige Beiträge zu diesem Thema geliefert.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Ganz, Roland
* 1949
deutscher Komponist, Arrangeur und Musikverleger

Ganz ist vor allem im Bereich der Zupfmusik (Mandoline, Gitarre) tätig : Er komponiert und arrangiert Werke für Zupforchester, Mandoline, Gitarre und Mandola.
Er betreibt den Roland-Ganz-Verlag in Karlsruhe, in dem neben eigenen Werken auch Kompositionen anderer Komponisten (z. B. Dieter Philipps, Marcel Ritter) erscheinen. Auch als Dirigent von Zupforchestern tritt er in Erscheinung. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Stücke wie „Alla Marcia“ für Zupforchester, „Duetto“ für Mandola und Gitarre, „Valse“ für zwei Gitarren und „Notturno“ für Gitarre solo.

 

Gershwin, George (als Jacob Gershovitz)
* 26.9.1898 Brooklyn, New York City, - † 11.71937 Los Angeles
US-amerikanischer Komponist, Pianist und Dirigent

Seine Kompositionen umfassen sowohl klassische als auch populäre Musik. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Orchesterkompositionen Rhapsody in Blue und Ein Amerikaner in Paris sowie die Oper Porgy and Bess.

Leben
George Gershwin wurde 1898 als Jacob Gershovitz als Kind der um 1891 in die USA eingewanderten russischen Juden Morris Gershovitz und Rose Gershovitz geboren. Morris Gershovitz amerikanisierte den Familiennamen auf Gershvin und passte ihn später noch auf Gershwin an.
George Gershwin hatte zwei Brüder, den späteren Liedtexter Ira Gershwin (1896–1983) und Arthur Gershwin (1900–1981), sowie eine Schwester, Frances Gershwin (1906–1999).

1910 kauften die Gershwins für die Musikstunden des Sohnes Ira ein Klavier, auf dem aber bald George spielte. Charles Hambitzer wurde 1912 sein Klavierlehrer und lehrte George Gershwin konventionelle Klaviertechniken und ließ ihn europäische Meisterwerke spielen.

Ab 1914 arbeitete Gershwin als „Hauspianist“ im New Yorker Musikverlag Jerome H. Remick. Seine Aufgabe war es bald, Bandleadern und Theateragenten neue Lieder seines Verlages vorzuspielen und sie ihnen zu verkaufen. 1916 begann er als Pianist Notenrollen für Elektrische Klaviere zu bespielen, zunächst mit Rags und weiteren Werken anderer Komponisten.

Sein Ragtime Rialto Ripples, ebenfalls 1916 komponiert, wurde ein finanzieller Erfolg. Gershwin studierte in diesen Jahren bei dem Komponisten Rubin Goldmark sowie bei dem Avantgardisten Henry Cowell weiterhin Klavier und bei Edward Kilenyi Harmonielehre, Musiktheorie und Instrumentation. Seine großen Vorbilder waren nun die Broadway-Komponisten Irving Berlin und Jerome Kern. 1918 gelang ihm mit dem Lied Swanee der erste USA-weite Hit.

Er führte seine Klavierkonzerte auch (als Pianist, nicht als Dirigent) selber auf. Auf seiner Europareise 1928 lernte er Igor Strawinsky kennen.

Ab Frühjahr 1933 lebte George Gershwin in Manhattan unweit der Park Avenue.

Gershwin brach am Abend des 9. Juli 1937 zusammen, als er in Beverly Hills an einem Flügel saß und an der Partitur zur Filmmusik von The Goldwyn Follies arbeitete. Er wurde in das Cedars-Sinai Medical Center gebracht und fiel dort in ein Koma. Am Morgen des 11. Juli 1937 wurde ihm in einer Notoperation ein Gehirntumor entfernt; kurz danach starb er.
Werke:
 
Porgy And Bess
Show Girl
Strike Up The Band
Funny Face
Rhapsody In Blue
Cuban Overture
Preludes

mehr Informationen zum Komponisten

 

Giuliani, Mauro
* 27. Juli 1781 in Bisceglie - † 8. Mai 1829 in Neapel
italienischer Gitarrist und Komponist.

Giuliani studierte in seiner Jugend Gitarre, Violoncello und Flöte. Im Laufe der Zeit widmete er sich aber ausschließlich dem Gitarrenspiel. Mit 18 Jahren konzertierte er in Italien und in Frankreich. 1806 ließ er sich in Wien als Solist, Lehrer und Komponist nieder und machte sich schon bald einen Namen als Gitarrist und Gitarrenlehrer. Er freundete sich mit Anton Diabelli, Johann Nepomuk Hummel, Ignaz Moscheles und Louis Spohr an und musizierte mit ihnen. 1813/14 wirkte er zudem in mehreren Konzerten Beethovens als Cellist mit.
Während seiner Wiener Zeit war Giuliani beteiligt an einem Künstlerkreis, der sich als Ludlums-Gesellschaft bezeichnet).
Auf dem Höhepunkt seines Erfolges musste er 1819 Wien wahrscheinlich aus persönlichen Gründen verlassen, denn er hinterließ einige Schulden, sodass seine Konten und sein Eigentum beschlagnahmt wurden. Quasi aus Wien „vertrieben“ fand er eine neue Heimat in seinem Geburtsland Italien. Erst ließ er sich in Venedig nieder und wohnte im Hotel de Gran Bretania, später zog er nach Rom. Während seines Aufenthaltes in Italien komponierte er Le Rossiniane. Mit diesen Kompositionen trug auch er seinen Teil zum damals herrschenden „Rossini-Fieber“ bei. Im Juli 1823 unternahm Giuliani Konzertreisen nach Neapel, wo sich ihm die Gelegenheit bot, bei seinem schwerkranken Vater zu sein.

Ende des Jahres 1828 erkrankte er immer häufiger, schließlich starb er am 8.5.1829 in Neapel. Bis zu seinem Tod hatte er den Wunsch, wieder nach Wien zurückzukehren.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Giuliani, Giovanni Francesco
* um 1760 in Livorno - † nach 1818 in Florenz
italienischer Komponist, Geiger und Orchesterleiter

Giuliani lernte in Florenz Violine bei Pietro Nardini und Kontrapunkt bei Bartolomeo Felici. Von 1783 bis 1798 war er Konzertmeister am Teatro degli Intrepidi (Teatro Pallacorda) sowie in anderen Florentiner Theatern. Daneben unterrichtete er Musik und Deklamation an der Accademia di Scienze e Lettere. Einer seiner Schüler war der Komponist Ferdinando Giorgetti (1796–1867). Giuliani scheint seinen Wirkungsort Florenz kaum verlassen zu haben. Nach 1818 sind keine Lebenszeichen von ihm mehr nachweisbar.

Als leidenschaftlicher Geigenlehrer hielt Giuliani die Tradition seines Lehrers Pietro Nardini hoch. Als Komponist gehörte er zu den wenigen italienischen Kleinmeistern seiner Zeit, die in ihrer Heimat als Instrumentalkomponisten Erfolg hatten und nicht gezwungen waren auszuwandern, um ihre Karriere zu verfolgen. Er komponierte mehrere Intermezzi zu Karnevalsveranstaltungen sowie diverse Ballettmusiken. Seine kammermusikalischen Werke zeigen gemischte Einflüsse, folgen in ihren Formen italienischen und französischen Mustern, und stehen manchmal in Tonfall und Themenbildungen der Wiener Klassik nahe.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Gluck, Christoph Willibald (ab 1756 Ritter von Gluck)
* 2.7.1714 in Erasbach, Oberpfalz - † 15. November 1787 in Wien
deutscher Komponist.

Gluck wurde als erstes von neun Kindern geboren. Sein Vater Alexander war wie seine Vorfahren Förster, von Glucks Mutter Anna Walburga ist nichts überliefert. Im Jahr 1717 zog die Familie nach Böhmen, zuerst nach Reichstadt, 1722 nach Kreibitz und 1727 nach Eisenberg, wo sein Vater als Forstmeister im Dienst des Fürsten Philipp Hyazinth von Lobkowitz stand. Auf dem Weg nach Wien besuchte er Prag, wo er ab 1731 Logik und Mathematik studierte. Von einem Abschluss ist jedoch nichts bekannt. Das Jahr 1736 verbrachte er vermutlich in Wien.
1737 gelangte er nach Mailand, wo er eine Stelle in einem Orchester antrat und dort Betrieb und Wesen der Oper kennenlernte. Er wurde von Giovanni Battista Sammartini zum Komponisten ausgebildet und feierte mit der italienischen Oper bald Erfolge auf den Bühnen. Bei seinem ersten nachgewiesenen Auftritt als Komponist war er bereits 27 Jahre alt: am 26. Dezember 1741 wurde in Mailand seine Oper Artaserse uraufgeführt.

In den folgenden Jahren schrieb er sehr produktiv für die Bühne. Bei allen handelt es sich um recht konventionelle Opere serie, die mehrheitlich Libretti von Pietro Metastasio nutzten.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Gossec, François-Joseph
( auch Gaussé, Gossé, Gosset oder Gossez)
* 17.21734 in Vergnies, heute Belgien -† 16.2.1829 in Passy bei Paris
wallonisch-französischer Komponist

Als Sohn eines Bauern geboren, kam François-Joseph Gossec im Alter von 6 Jahren als Chorknabe an die Stiftskirche von Walcourt und später an St. Aldegonde in Maubeuge. Dort trat er der Kapelle von St. Peter bei, deren Musikdirektor Jean Vanderbelen war, der ihm erste Unterweisungen in Violine, Tasteninstrumenten, Harmonielehre und Kompositionslehre gab. Von 1741 bis 1751 war er Chorknabe an der Kathedrale Notre Dame in Antwerpen und erhielt beim Domkapellmeister André-Joseph Blavier weiteren Unterricht.

1751 ging er mit einem Empfehlungsschreiben zu Jean-Philippe Rameau nach Paris, der zu dem Zeitpunkt Orchesterleiter des Privatorchesters des Generalpächters Alexandre Le Riche de La Pouplinière war, und wurde dort Violinist.
Nach Rameaus Abschied aus La Pouplinières Kapelle machte Gossec Bekanntschaft mit dessen Nachfolger Johann Stamitz und erlernte von ihm die Errungenschaften der Mannheimer Schule - homophone Orchestersymphonien und neuartige Dynamikeffekte mit den dafür erforderlichen Klarinetten, Bassetthörnern und anderen Blasinstrumenten.
1751 wurde er Mitglied der Freimaurerloge „La Réunion des Arts“ in der auch Méhul und Cherubini waren.

Gossec komponierte Kammermusik und dann Symphonien. Die ersten 6 Symphonien veröffentlichte er 1756 als opus 3. Mit 25 Jahren beschloss er, ein gewaltiges Werk zu komponieren, ein Requiem – Grande Messe des Morts. Im Mai 1760 erlebte diese 90 Minuten dauernde Totenmesse ihre Uraufführung in der Kirche des Jakobinerklosters, in der Rue St. Jacques, von Paris und machte Gossec über Nacht berühmt.
1762 bis 1769 übernahm er die Leitung der Kapelle des Louis V. Joseph de Bourbon, prince de Condé, in Chantilly und von 1766 zusätzlich die Leitung der Kapelle des Prinzen von Conti, Louis-François de Bourbon. Mit diesen Orchestern brachte er es zu großem Ansehen.

Von 1769 bis 1773 war er Direktor des Orchesters Concert des Amateurs, das sich der Aufführung zeitgenössischer Werke widmete und in ganz Europa schnell großen Ruhm erlangte. Zwischen 1773 und 1777 war er zusammen mit Simon Leduc und Pierre Gaviniès Direktor der Concert Spirituel und nutzte damit alle Gelegenheiten, seine eigenen Werke und die seiner Freunde zu Gehör zu bringen. 1775 erhielt er den Titel „maître de la musique“.
Seit 1778 wirkte er an der Académie de Musique zunächst als Chordirigent und seit 1780 als zweiter Direktor. Seit 1784 leitete er die neu gegründete École de chant. Ein weiterer kompositorischer Meilenstein war das Te Deum von 1779, das aus Anlass der Schwangerschaft von Marie-Antoinette entstand.
Gossec zeigte sich trotz seiner jahrelangen Unterstützung durch adelige Mäzene von den Ideen der Französischen Revolution begeistert. 1790 komponierte Gossec ein weiteres Te Deum für Männerchor und Blasorchester für die Föderations-Zeremonie auf dem Champ de Mars am 14. Juli.
Als 1795 das Pariser Konservatorium gegründet wurde, wurde ihm gemeinsam mit Jean-François Lesueur, Étienne-Nicolas Méhul, Luigi Cherubini und Grétry die Inspektion des Instituts übertragen.
Der überaus produktive Gossec wurde zum offiziellen Komponisten der Französischen Republik und verfasste zahlreiche repräsentative Werke für die Festlichkeiten der Revolutionszeit; sein Marche lugubre auf den Tod von Mirabeau vom September 1790 war sozusagen das Standardwerk für die Revolutionszeremonien.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Gounod, Charles
* 17. Juni 1818 in Paris - † 18. Oktober 1893 in Saint-Cloud, Paris
französischer Komponist

Nach seiner musikalischen Ausbildung am Konservatorium in Paris und nach einigen fehlgeschlagenen Kompositionsversuchen, gewann er 1839 mit seiner Kantate „Fernand“ den Rompreis und ließ sich für 4 Jahre in Rom nieder. Nach einigen Reisen als Dirigent, wo er die Bekanntschaft mit Felix Mendelssohn-Bartholdy machte ließ er sich 1843 in Paris als Organist und Kapellmeister nieder.
Ab 1850 begann er Opern zu komponieren und seine Oper 'Magarethe' nach Goethes 'Faust' wurde ein Erfolg in ganz Europa.mehr Informationen zum Komponisten

mehr Informationen zum Komponisten

 

Grafschmidt, Christopher
* 9. Mai 1964 in Offenburg

Seine musikalische Laufbahn begann, wie vermutlich viele andere auch, mit der Blockflöte. Im Alter von 12 Jahren erhielt er im Offenburger Mandolinen- und Gitarrenverein ersten Gitarrenunterricht, wobei das Spielen für ihn stets wichtiger war (und noch immer ist) als das reine Üben.
Erste Kompositionen oder besser „notierte Improvisationen“ datieren von 1980. Seine ohnehin breit gestreuten musikalischen Interessen wurden durch ein Musikwissenschaftsstudium in Heidelberg erweitert.

Verlegte Werke beim Trekel Musikverlag und edition 49

mehr Informationen zum Komponisten

 

Grieg, Edvard (Hagerup)
* 15.6.1843 in Bergen, Norwegen; † 4.9.1907, Norwegen
norwegischer Pianist und Komponist der Romantik

Edvard Grieg als viertes von fünf Kindern im westnorwegischen Bergen geboren. Sein Vater Alexander Grieg war ein wohlhabender Kaufmann und britischer Konsul in Bergen.

Ab dem sechsten Lebensjahr erhielt er von der Mutter regelmäßig Klavierunterricht. Mit neun Jahren begann er erste eigene Kompositionen zu entwerfen. Aus seiner Jugendzeit sind viele Klavierstücke erhalten, die später teilweise in der Gesamtausgabe veröffentlicht worden sind.

Der Besuch und die positive Beurteilung der musikalischen Anlagen des Jungen durch Ole Bull, den bekannten Geiger und Vorkämpfer einer eigenen norwegischen Musik und Kultur, im Jahr 1858 führten schließlich zu Griegs Studium am Leipziger Konservatorium.

Dort studierte der mit 15 Jahren nach Leipzig geschickte Grieg von 1858 bis 1862 bei Carl Reinecke, Louis Plaidy, Ernst Ferdinand Wenzel und Ignaz Moscheles Musik. Dem späteren Unterricht beim von ihm hochgeschätzten Ernst Ferdinand Wenzel konnte Grieg mehr abgewinnen. Auch der Harmonieunterricht war Grieg zu konservativ. Seine Lehrer kritisierten u. a. den schon damals in Griegs Kompositionen anzutreffenden starken Hang zu chromatischer Gestaltung. Ein 1861 von Grieg für seinen Lehrer Carl Reinecke komponiertes Streichquartett wurde aus dem Programm eines öffentlichen Konzerts genommen, weil es der einflussreiche Violinist Ferdinand David als zu futuristisch ansah.

1862 kehrte er mit einer Zwischenstation im schwedischen Karlshamn, wo er sein Debüt als Pianist gab, nach Bergen zurück, wo er sein Klavierspiel selbst weiterentwickelte.

1863 zog er nach Kopenhagen. Entscheidende musikalische Impulse gab ihm dort die Begegnung mit dem früh verstorbenen Rikard Nordraak. 1864 gründete er mit Nordraak, E. C. Horneman und J. G. Matthison-Hansen in Kopenhagen die Konzertgesellschaft Euterpe zur Pflege neuer skandinavischer Musik.

Im Jahr 1866 nach Christiania (heute Oslo), Norwegen und 1867 heiratete.
Franz Liszt beeindruckten Griegs Violin-Sonaten. Ein Stipendium aus einem Legat der Stadt Christiania, wo Grieg bei der Organisation der norwegischen Musikakademie half, ermöglichte dem jungen Künstler 1869/70 eine Reise nach Rom, wo dieser bei Liszt Audienz erhielt.

Ab 1874 lebte er mit Staatssold als freischaffender Komponist teils in Bergen, teils in Oslo, teils in Lofthus am Sørfjord.. Im selben Jahr, 1874, bat ihn Henrik Ibsen, die Schauspielmusik für seinen Peer Gynt zu schreiben, woraus dann zwei Jahre später die weltberühmte Peer-Gynt-Suite entstehen sollte.

Als Pianist und Dirigent unternahm er zahlreiche Konzertreisen in Europa, wie im Heimatland, in Schweden, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Österreich, Polen, Tschechien und Belgien.
Von 1880 bis 1882 war Grieg Dirigent des Orchesters der Musikgesellschaft „Harmonie“ in Bergen.
1885 bezog Grieg das Haus „Troldhaugen“ im Weiler Hop südlich von Bergen.

Im Rahmen der Dreyfus-Affäre lehnte Grieg 1899 in einer öffentlichen Erklärung die Einladung von Édouard Colonne zur Leitung eines eigenen Konzerts mit der Begründung ab, er könne wegen der Affäre und der damit praktizierten Verachtung von Gesetz und Rechtsprechung nicht nach Frankreich reisen.
Darauf erhielt er teilweise antisemitisch gefärbte Schmäh- und Drohbriefe. Noch vor dem Freispruch von Dreyfus nahm er 1903 die neuerliche Einladung Colonnes an. Beim Konzert im Pariser Théâtre du Châtelet musste Grieg ein Pfeifkonzert des französischen Publikums über sich ergehen lassen.[15][16] Im Sommer 1906 schrieb ihm dann sein Kollege, der norwegische Komponist Johan Halvorsen, anlässlich der Veröffentlichung der Bauerntänze (Slåtter) op. 72 von der neu entdeckten Begeisterung der Franzosen für „le nouveau Grieg“

mehr Informationen zum Komponisten

 

 

Gunsenheimer, Gustav 
* 10.3.1934 in Kunzendorf an der Biele, Niederschlesien - † 3.3.2026
deutscher Kirchenmusiker und Komponist

Nach der Vertreibung aus Schlesien am Ende des Zweiten Weltkriegs besuchte er in Bamberg das humanistische Gymnasium und bereitete sich nach dem Abitur 1954 dort auf seinen künftigen Beruf als Musikerzieher vor. Seine erste Lehrerstelle trat er nach der 1. Lehramtsprüfung 1956 in Serrfeld/Königshofen an, seit 1968 wirkt er in Schweinfurt als Volksschullehrer.
Seine Laufbahn als Musiker begann er 1962, als er den überregionalen Lehrerchor „Fränkischer Singkreis“ initiierte und fortan leitete. Bereits 1963 legte er die Kantorenprüfung an der Kirchenmusikschule Bayreuth ab. 1966 erhielt er das Bayerische Staatsstipendium für ein zweijähriges Studium am Mozarteum in Salzburg, das u.a. auch die"Elementare Musik- und Bewegungserziehung" umfasste. Dort begründete er auch seine musikalische und persönliche Beziehung zu Carl Orff.
 
Nach seiner Rückkehr nach Schweinfurt 1968 wurde Gunsenheimer mit der Leitung des Oratorienchores „Liederkranz Schweinfurt“ betraut, die er heute noch innehat. Im selben Jahr gründete er dort die Musikmodellklassen. Seit 1969 ist er als Kantor an St. Lukas tätig und initiierte 1970 die jährlich veranstalteten „Musiktage am Hochfeld“, für die er als Leiter namhafte Solisten, Chöre und Instrumentalensembles gewinnen konnte. Als Nachfolger von Karl Thomas übernahm Gunsenheimer nach dessen Tod 1973 die Leitung der jährlichen Chorleiterwoche im Landesverband Evangelischer Kirchenchöre und ist außerdem Leiter des alljährlichen Seminars für Kinderchorleiter. Darüber hinaus war Gunsenheimer langjähriger Chorleiter der Deutsch-österreichisch-schweizerischen Sing- und Spielwoche in Salzburg und sLehrbeauftragter an der Fachhochschule in Würzburg, später an der dortigen Musikhochschule im Rahmen des Faches Musiktherapie. Für den FSB ist er als Referent auf den regelmäßig stattfindenden Lehrgängen tätig und fungiert als Mitglied des Musikausschusses. 1983 wurde ihm der Titel „Kirchenmusikdirektor“ und der Ehrentitel "Chordirektor", 1987 die Stadtmedaille Schweinfurt und 1990 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Seine umfangreichen Kompositionen umschließen sowohl Chorwerke, wie Kantaten, Motetten, Chorsuiten und -sätze, als auch Instrumentalwerke, von denen zahlreichen auf Platte oder vom Rundfunk aufgenommen wurden. Ein Verzeichnis seiner Werke erschien 1991 im Eigenverlag.

mehr Informationen zum Komponisten