Komponisten und Bearbeiter -R-

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Rameau, Jean-Philippe
getauft 25.9.1683 in Dijon; † 12.9.1764 in Paris
französischer Komponist, Cembalovirtuose, Organist und Musiktheoretiker

Als Sohn eines Organisten wirkte er nach einer Studienreise, die ihn bis Mailand führte, bis zu seinem 40. Lebensjahr vorwiegend als Organist in verschiedenen französischen Kirchen. Wiederholt verließ er dabei seine Anstellung frühzeitig. Im Zuge der Vorbereitung seines ersten theoretischen Werks, der Harmonielehre Traité de l’harmonie, siedelte er 1722 endgültig nach Paris über, wo er lange Zeit im Palast des Generalsteuereinnehmers Alexandre Le Riche de La Pouplinière lebte und wirkte. Kurz vor seinem Tod wurde er in den Adelsstand erhoben.

In seinen Cembalowerken geht Rameau von den feinen Texturen und der Eleganz François Couperins aus, erweitert aber die satztechnischen und harmonischen Mittel. Das eigentliche Ziel seines kompositorischen Schaffens war die Tragédies en musique, die große tragische Opernkomposition in der Nachfolge Jean-Baptiste Lullys, an die er sich erst im Alter von 50 Jahren wagte.

Sowohl seine Harmonielehre als auch die Opern waren äußerst einflussreich und wurden kontrovers diskutiert. Jean-Philippe besuchte das Collège des Godrans, verließ es allerdings ohne Abschluss im Jahr 1697. Da im Curriculum der Jesuitenschulen das musikalische Theater ein wichtiges Element war, dürfte dieses ihm somit schon seit seiner Jugend vertraut gewesen sein.

1715 unterzeichnete Rameau erneut einen Vertrag als Organist der Kathedrale von Clermont, diesmal für 29 Jahre. Seine ausführliche Unterrichtstätigkeit umfasste das Generalbassspiel und Musiktheorie. Hier schrieb er wohl den Großteil seiner französischen Kantaten und seiner Harmonielehre Traité de l’harmonie. Abermals verließ er frühzeitig seinen Posten, um ab Mitte 1722 dauerhaft in Paris zu bleiben. Kurz nach seiner Ankunft 1722 erschien nach mehrjähriger Vorbereitung der Drucklegung sein theoretisches Werk Traité de l'harmonie réduite à ses principes naturels. Zusammen mit dem ergänzenden Nouveau Système de musique theorique von 1726 erwarb Rameau sich einen beachtlichen Ruf als Theoretiker.

Seine erste Komposition in Paris war die Bühnenmusik zu L’Endriague von Alexis Piron, aufgeführt 1723 am Théâtre de la Foire. Rameau konnte dabei wichtige Kontakte knüpfen, etwa zu Louis Fuzelier, dem künftigen Librettisten von Les Indes galantes. Jean-Philippe Rameau bewarb sich 1727 um einen Organistenposten, den aber Louis-Claude Daquin bekam. Erst für 1732 ist eine feste Anstellung als Organist dokumentiert, die er mindestens bis 1738 behielt.

Im Mercure de France wurde ab 1737 eine von Rameau gegründete Schule für Komposition angezeigt, in der zwölf Schüler wöchentlich drei zweistündige Kurse besuchen konnten. Zu diesen zählten Claude Balbastre und Pietro Gianotti.

Nach 1750 nahm Rameaus Produktivität als Opernkomponist stark ab. Viel Energie investierte Rameau nun jedoch in theoretische Texte, von denen ab 1752 etwa 23 entstanden, wenn kürzere Pamphlete mitgezählt werden.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Ratzkowski, Torsten
 * 1954
Deutscher Komponist, Arrangeur und Gitarrist

Seine musikalische Ausbildung im Fach Gitarre an der Niedersächsischen Musikschule Braunschweig, war anschließend an der Musikhochschule in Lübeck bei Prof. A. Aigner, wo er 1980 sein Staatsexamen ablegte. Von 1978 bis 1983 folgte das Studium der Komposition und Musiktheorie bei Prof. R. Ploeger ebenfalls in Lübeck, 1983 Musiktheorie-Diplom.

Aufgrund seines kompositorischen Wirkens wurde er mehrfach zu Vorträgen in Deutschland, Dänemark und den USA eingeladen. Seit 1983 ist er als Dozent für Gitarre und Kammermusik, teils regelmäßig, auf Kursen im In- und Ausland (USA, Indien, Dänemark, Deutschland) tätig. Seit 1984 Konzertreisen (USA, Mexiko, Indien, Frankreich, den baltischen Staaten u.a.) zusammen mit dem dänischen Gitarristen Jan Thomsen als Ratzkowski/Thomsen-Guitar-Duo, später Royal Guitars.
Es folgten Einladungen zu Residenzkonzerten in verschiedenen deutschen und dänischen Botschaften sowie ins dänische Königshaus.mehr Informationen zum Komponisten

mehr Informationen zum Komponisten

 

Ravel, Joseph-Maurice
* 7.3.1875 in Ciboure – † 28.12.1937 in Paris)
französischer Komponist

Den ersten Klavierunterricht erhielt Ravel mit sieben Jahren. Mit 13 erhielt er an einer privaten Musikschule Klavierunterricht und Unterweisung in Harmonielehre. Sein Lehrer Émile Descombes war Schüler bei Frédéric Chopin gewesen. 1888 lernte Ravel den Mitschüler Ricard Viñes kennen, ein junges Pianistentalent aus Katalonien. Zwischen beiden entwickelte sich eine tiefe Jugendfreundschaft, die ein Leben lang halten sollte.

Am 4. November 1889 traten Ravel und Viñes zur Aufnahmeprüfung beim Pariser Konservatorium an. Von 46 Kandidaten wurden nur 19 zu den Klavierklassen zugelassen: Viñes kam in die Klasse der Fortgeschrittenen, bei Ravel reichte es für die Vorbereitungsklasse. Mit der 1891 erreichten Auszeichnung eines Vortrags bei der Zwischenprüfung qualifizierte er sich für die Klasse bei Charles-Wilfrid Bériot, in der auch Viñes unterrichtet wurde.

Im Januar 1897 kehrte Ravel an das Konservatorium zurück und trat in die Kompositionsklasse von Gabriel Fauré ein, daneben studierte er Kontrapunkt, Fuge und Orchestration bei André Gedalge (Lehrer von Jacques Ibert, Arthur Honegger und Darius Milhaud). Fauré war es auch, der Ravel Zutritt zu den mondänen Salons des damaligen Paris ermöglichte.

Da aber auch Nicht-Studenten sich um den Prix de Rome bewerben durften, nahm Ravel 1901 einen neuen Anlauf. …

mehr Informationen zum Komponisten

 

Reger, Johann Joseph Maximilian
* 19.3.1873 in Brand in der Oberpfalz – † 11.5.1916 in Leipzig
deutscher Komponist, Organist, Pianist und Dirigent

Er erhielt schon früh musikalische Unterweisung.[ Nach einem Besuch der Bayreuther Festspiele 1888 beschloss er Musiker zu werden.

Reger studierte am Konservatorium Sondershausen bei dem Musiktheoretiker Hugo Riemann und am Konservatorium in Wiesbaden bei Riemann und bei Albert Fuchs. Am Wiesbadener Konservatorium fand er eine sechs Jahre währende Anstellung als Lehrer für Musiktheorie, Klavier und Orgel. Zudem gab er in bürgerlichen Kreisen Klavierunterricht.

1898 holte Regers Schwester Emma ihren Bruder ins Elternhaus zurück. Seine Wiesbadener Jahre nannte er später seine „Sturm- und Trankzeit“. Seit dem 19. Juni 1898 wieder zu Hause, steigerte Reger seine musikalischen Aktivitäten enorm und rettete sich aus eigenen Kräften aus dem Tief. 1901 siedelte er nach München um, wo er sich mehr musikalische Anregungen erhoffte als in der Oberpfalz.

Als Komponist wie als konzertierender Pianist war Reger in dieser Zeit äußerst produktiv. 1905 wurde er als Nachfolger Rheinbergers an die Königliche Akademie der Tonkunst in München berufen, legte sein Amt aber bereits ein Jahr später wegen Unstimmigkeiten mit dem überwiegend konservativen Lehrkörper nieder. Während eines Konzertaufenthalts in Karlsruhe empfing Reger 1907 seine Berufung zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. Zu seinen Schülern zählten hier u. a. Joseph Haas, Wilhelm Rettich, Othmar Schoeck, Erwin Schulhoff, Johanna Senfter, Botho Sigwart zu Eulenburg, Hermann Keller, Hermann Grabner, Fritz Lubrich, Aarre Merikanto, Otto Didam, Ernst Smigelski sowie der spätere Filmkomponist Willy Schmidt-Gentner. Seine Konzert- und Kompositionstätigkeit behielt Reger bei.

Allerdings gab er den Posten des Universitätsmusikdirektors schon 1908 wieder auf. Stattdessen trat er 1911 die Stelle des Hofkapellmeisters bei der berühmten Meininger Hofkapelle an.
Die intensive Kompositions- und Konzerttätigkeit führte er jedoch bald wieder fort, auch nachdem er 1915 nach Jena gezogen war, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fuhr.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Reichenbach, Michael,
* 1955

Reichenbach begann seine musikalische Laufbahn als Gitarrist im Mandolinenorchester Rheinfelden. Parallel zum Studium der Physik absolvierte er die Ausbildung zum Dirigenten für Zupforchester und Gitarrenchöre an der Bundesakademie Trossingen.
Durch Privatunterricht und Kurse bei Heinz Teuchert und Tadashi Sasaki bildete er sich als Gitarrist weiter und begann sich auch intensiver mit der Mandoline und Mandola zu befassen.
Für einige Jahre war er Lehrer für Gitarre und musikalische Früherziehung an der Musikschule Waldkirch und studierte Musikwissenschaft an der Universität Freiburg, entschied sich dann aber endgültig für die Informatik als Beruf.

Michael Reichenbach spielte viele Jahre im Badischen Zupforchester, dirigierte verschiedene Zupforchester und war als Ausbilder für Mandoline und Gitarre bei den Verbandslehrgängen des BDZ Baden tätig. Dabei beschäftigte er sich intensiv mit der Spieltechnik der Mandoline und begeisterte sich für die Musik amerikanischer Mandolinisten wie Jethro Burns, David Grisman, Bill Monroe, Jesse McReynolds, Dave Apollon, Jacob do Bandolim und vieler anderer.

Michael Reichenbach hat mehrere Hefte mit Mandolinenstücken, eine Gitarrenschule und Stücke für Zupforchester veröffentlicht.
Auf seiner Homepage www.mandoisland.de und in verschiedenen Blogs sammelt und präsentiert er Informationen über den gesamten Bereich der Zupfmusik.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Rhode, Max (Max Willy Oscar Royer)
* 27.11.1884 in Berlin – † 1945 an der Ostfront
deutscher Komponist und Posaunist.

Von 1908 bis 1910 spielte Rhode Posaune in der Militärkapelle der Garde-Schützen in Berlin. Danach wurde er vom Komponisten und Musikverleger Paul Lincke als Komponist und Arrangeur für seinen Musikverlag Apollo-Verlag aufgenommen, wo er auch seine berühmtesten Werke schrieb und veröffentlichte.

Er komponierte etwa sechzig Werke mehrerer Genres und arrangierte rund 900 weitere, deren bekannteste Münchner Kindl (Walzer, op.286 von Karl Komzák III), Orpheus in der Unterwelt (Ouvertüre zur Operette von Jacques Offenbach), Nabucco (Auswahl aus der Oper von Giuseppe Verdi), Bummel Petrus (Charakterstück von Max Werner-Kersten) und Regina-Marsch (von Ernst Urbach) sind.
Einige seiner Werke erschienen unter den Namen Günther Royer, G. Royer oder Max Royer.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Richter, Franz Xaver (František Xaver und François-Xavier Richter)
* 1.12.1709 in Holleschau, Mähren – † 12.09.1789 in Straßburg
mährischer Sänger, Komponist und wichtiger Vertreter der Mannheimer Schule.

Schon vorher ein bekannter und angesehener Bassist, stand Richter von 1740 bis 1747 als Vize-Kapellmeister in den Diensten von Fürstabt Anselm Reichlin von Meldegg zu Kempten im Allgäu. Während dieser Zeit entstand im Jahr 1742 sein „Kemptener Te Deum“, und es wurden zwölf seiner Sinfonien in Paris veröffentlicht.
Seit 1747 gehörte er als Komponist, Geiger und Bassist zur berühmten Mannheimer Hofkapelle des Kurfürsten Karl Theodor. 1769 folgte er Joseph Garnier als Kapellmeister des Straßburger Münsters, wo in seinen letzten Jahren Ignaz Pleyel, Joseph Haydns berühmtester Schüler, sein Stellvertreter war. In Frankreich nannte er sich François-Xavier Richter.

In Franz Xaver Richters Werken verbinden sich Stilmerkmale des Barock mit galanten Elementen. Er gehörte zu jenen Meistern der Mannheimer Schule, die für die Anfänge der vorklassischen Sinfonie wichtig waren.
Bekannte Schüler Richters waren Carl Stamitz, František Xaver Pokorný, Joseph Martin Kraus, Ferdinand Fränzl und Sebastian Demar.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Ritter, Theodor
* 13.01.1883 in Dortmund – † 31.01.1950 in Dortmund.

Theodor Ritter ist vermutlich der bekannteste und beliebteste Musiker der gesamten Mandolinenbewegung. Als ältestes Kind einer kinderreichen Familie eignete er sich bereits sehr früh das Akkordeonspiel an. Später erlernte er noch Violine, Gitarre und Mandoline. Sein Interesse an der Musik war so groß, dass er auch Unterricht in Musiktheorie, Klavierspiel und Gesang nahm. Seine Freizeit widmete er fast gänzlich der Musik. Bereits mit 17 Jahren veröffentlichte er seine erste Komposition. Erst kleinere Stücke wie Märsche und Tänze, später auch größere Werke. Durch seine Bearbeitungen und seiner volkstümlichen Musik, war er besonders bei Laienmusikern im Inund Ausland sehr beliebt.

Die "Neue Mandolinenschule" in 5 Bänden, nach der teilweise noch heute unterrichtet wird, wurde gerne angenommen und führte viele Laienmusiker, durch deren leichter Erfassbarkeit zu einer besseren Technik. Hinweise über die Geschichte, Instrumentalkunde, Notenlehre und Spieltechnik ergänzen diese Lehrunterlagen.
Neben seinem musikalischen Schaffen dirigierte er bei mehreren Orchestern. Bereits im Jahr 1921 übernahm er die "Mandolinen-Konzert-Gesellschaft Dortmund", wo er bis zu seinem Tod dirigierte.
Werke, die sich wohl in jedem älteren Zupforchester befinden sind „Unter der Dorflinde“, „Wolgaklänge“, „Romanze (Sehnsucht)“, „Zehn leichte Konzertstücke“, „Deutsche Volks- und Tanzweisen“, „Bauernwalzer“, „Bolero„ und viele mehr.

Rivelli, Fedele
 
leider noch keine weiteren Information

Werke:
Serenata Napolitana
Sehnsuch

 

 

Robles, Daniel Alomía
* 3.1.1871 in Huánuco, Peru – † 18. Juni 1942, Lima
peruanischer Musikwissenschaftler und Komponist von Opern und Zarzuelas

Er bereiste Lima im Jahr 1882 für die Sekundarstufe I-zu Studienzecken der Lieben Frau von Guadalupe. Dort lernte er den Lehrer Manuel de la Cruz und Claudio Panizo Rebagliatti kennen, die ihn in seiner Berufung ermutigten.
Alomía Robles studierte aber erst Medizin an der University of San Studie Marcos. Er verliess aber das Studium, um eine Musikschule zu begründen.
Der junge Musiker förderte Musik bis in das tiefste Peru. Und wie Arguedas machte er Tournee in weite Teile des Landes.
 
Er sammelte Geschichten, Mythen und Legenden, die er dann vertonte.Diese Arbeit führte ihn in die Anden und den Dschungel. Er tourte durch das Hochland von Bolivien und Ecuador. Ergebnisse dieser Jahre Forschung ergaben, das der typische musikalische Klang der Melodien der Anden die Pentatonik zu Grunde liegt. Diese Entdeckung wurde im Jahre 1910 bekannt.
Im Jahr 1911 reiste er nach Argentinien, um die Oper Illa Cori aufzuführen, die die Geschichte erzählt, wie Huayna Capac Quito erobert hat.
Die Reise führte auch nach Panama, Kuba und die Vereinigte Staaten, wo er vierzehn Jahre blieb.
Er kehrte 1933 nach Lima zurück.
Neben "El Condor Pasa" hat er über zweihundert Kompositionen geschrieben.
Bekannt ist er insbesondere als Komponist der Zarzuela El cóndor pasa aus dem Jahr 1913, die 2004 zum „Patrimonio cultural de la nación“ (d. h. zum „kulturellen Erbe der Nation“) erklärt wurde, und hier wiederum insbesondere für das gleichnamige, auf traditionellen Anden-Melodien beruhende Titellied. Simon and Garfunkel spielten eine sehr erfolgreiche Coverversion des Liedes unter dem Titel El Condor Pasa (If I Could) auf ihrem Album Bridge over Troubled Water von 1970 ein.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Rodgers, Richard Charles
* 28.6.1902 in Queens, New York City – † 30.121979 in New York City
US-amerikanischer Komponist und eine prägende Gestalt für das amerikanische Musical.

Er wurde ab den 1920er-Jahren als Mitglied des berühmten Broadway-Songwriting-Duos Rodgers und Hart berühmt, nach Harts Tod 1943 konnte er als Teil des Songwriter-Gespanns Rodgers und Hammerstein weitere Erfolge erzielen. Durch die Auszeichnung mit dem Emmy 1962 war er der Erste, der alle vier großen Preise der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gewinnen konnte.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Röser, Valentin (Roeser)
* 1735 ?in Deutschland - 1782 ? in Paris
deutscher Komponist und Klarinettist

Von 1762 war er in Paris, wo er den Fürsten von Monaco gedient hat und später dem Herzog von Orléans. Er komponierte viel Instrumentalmusik. Orchesterwerke seiner frühen Trios und Sinfonien zeigen eine Mannheim Beeinflussung. Die späteren Werke folgen dem Französischen Geschmack. Noch wichtiger waren seine didaktische Werke, darunter eine Instrumentierung,  Abhandlung von 1764 (die erste ihrer Art) und eine Übersetzung (1770) von L. Mozart 's Violinschule.
Werke: u.a. Sonata VI, Roeser

mehr Informationen zum Komponisten

 

Rosenfeld, Gerhard
* 10.2.1931 in Königsberg – † 5.3.2003 in Bergholz-Rehbrücke bei Potsdam
deutscher Komponist

Rosenfeld studierte von 1952 bis 1954 Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und von 1954 bis 57 bei Rudolf Wagner-Régeny die Fächer Musiktheorie und Komposition an der Deutschen Hochschule für Musik Berlin. Von 1958 bis 1961 war er Meisterschüler bei Hanns Eisler und Leo Spies an der Akademie der Künste der DDR, von 1961 bis 1964 Lektor an der Internationalen Musikbibliothek Berlin und Lehrbeauftragter für Musiktheorie an der Deutschen Hochschule für Musik Berlin sowie für Filmmusik an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg.
Nach Erfolgen mit klassischer Musik (Violinkonzert, 1963) wurde Rosenfeld in den 1960er Jahren einer der profiliertesten und meistbeschäftigten Filmkomponisten der DEFA.
Ab 1964 war er als freischaffender Komponist tätig und lebte in Bergholz-Rehbrücke. Er schrieb die Musik zu Kino-, Dokumentar-, Kurz-, Kinder- und Trickfilmen. Darunter sind Klassiker wie Das Kaninchen bin ich (1965), Alfons Zitterbacke (1966) und Die Fahne von Kriwoj Rog (1968). Ein Projekt, das er seit 1966 auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zu seinem Tod betreute, war die Langzeitdokumentation Die Kinder von Golzow.

Rosenfeld komponierte sechs Opern, darunter Das alltägliche Wunder (nach Jewgeni Schwarz, Uraufführung 1973 in Stralsund), Der Mantel (nach Gogol, Uraufführung 1978 in Weimar), Die Verweigerung (nach Gogol, Uraufführung 1989 in Osnabrück) sowie Kniefall in Warschau über Willy Brandt (Libretto von Philipp Kochheim, Uraufführung 1997 in Dortmund). Das Requiem für Kaza Kathárinna (Dem Andenken und zur Ehre aller verfolgten Zigeuner)[1] wurde 1990 in der St. Johanniskirche Mainz uraufgeführt und 1996 auf CD veröffentlicht.
Im Oktober 1986 wurde er als Nachfolger von Wilhelm Neef zum Vorsitzenden des Bezirksverbandes Potsdam des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR gewählt.
Rosenfeld wurde für seine Leistungen mehrfach ausgezeichnet. 1968 erhielt er den Hanns-Eisler-Preis, 1970 den Kunstpreis des FDGB, 1973 den Kunstpreis der DDR sowie 1980 den Nationalpreis III. Klasse.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Rossini, Gioachino Antonio (Gioacchino)
* 29.2.1792 in Pesaro, Kirchenstaat, heute Marken – † 13.111868 in Paris
italienischer Komponist

Er gilt als einer der bedeutendsten italienischen Opernkomponisten; seine Opern „Il barbiere di Siviglia“, „L’italiana in Algeri“ und „La Cenerentola“ gehören weltweit zum Standardrepertoire der Opernhäuser.
Gioachino Rossini war der einzige Sohn aus der Ehe des Hornisten Giuseppe Rossini (1758–1839) mit der Sängerin Anna Rossini geb. Guidarini (1771–1827). Eigentlich wurde der Sohn noch am Tag seiner Geburt in Pesaro auf den Namen Giovacchino getauft, doch bekannt wurde sein Name ohne „v“, und Rossini selbst schrieb ihn fast durchwegs als Gioachino, weshalb auch diese ungewöhnliche Namensform heute allgemein von der Musikwissenschaft verwendet wird.

Als Kind lernte Rossini Violine und Cembalo zu spielen; außerdem hatte er eine gute Gesangsstimme. Seine Mutter lehnte jedoch energisch den Vorschlag ihres Bruders ab, die Sopranstimme ihres Kindes als Sängerkastrat zu bewahren, wofür ihr Rossini später dankbar war. Als die Familie 1802 nach Lugo zog, machte Gioachino Rossini die Bekanntschaft mit dem wohlhabenden Giuseppe Malerbi, von dem ein nachhaltiger Einfluss ausging. In Malerbis Bibliothek lernte Rossini die Werke von Haydn und Mozart kennen.
Am 22. April 1804 hatte der zwölfjährige Rossini gemeinsam mit seiner Mutter einen ersten öffentlichen Auftritt im kommunalen Theater von Imola. Im selben Jahr schrieb Rossini seine erste Komposition für zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass, die Sei sonate a quattro, deren komplette Urfassung erst 1954 im Druck erschien.

1805 zog die Familie nach Bologna, wo Gioachino Rossini als Sänger auftrat. Ab April 1806 besuchte er das Liceo Musicale. Hier erhielt er Unterricht in Komposition sowie Violoncello, Horn, Klavier und Gesang. 1810 verließ Rossini das Liceo ohne Abschluss und ging nach Venedig. Zu diesem Zeitpunkt hatte er mit Demetrio e Polibio bereits seine erste Oper sowie einige weitere Stücke komponiert. Für seine Leistungen als Sänger wurde er durch die Aufnahme in die Accademia Filarmonica di Bologna geehrt. In Venedig trat der achtzehnjährige Rossini mit der Uraufführung der Oper La cambiale di matrimonio am 3. November 1810 erstmals als Komponist an die Öffentlichkeit.

mehr Informationen zum Komponisten

 

Roussel, Albert Charles Paul Marie
* 5.4. 1869 in Tourcoing, Frankreich – † 23.81937 in Royan, Frankreich
französischer Komponist

Obwohl er schon als Kind musikalische Neigungen zeigte und zwei Jahre Musikunterricht am Collège Stanislas in Paris hatte, entschied er sich für die Marine und trat 1887 als Kadett in die École Navale ein, die er 1889 als Leutnant verließ. Doch auch während seiner Marinezeit, die ihn bis in den Fernen Osten führte, behielt er sein Interesse für Musik und machte erste Kompositionsversuche.

1894 quittierte Roussel seinen Dienst und begann ein Musikstudium bei Eugène Gigout. 1898 wechselte er an die von Vincent d’Indy neu gegründete Schola Cantorum, an der er von 1902 bis 1914 eine Professur für Kontrapunkt innehatte. 1902 entstand auch sein erstes wichtiges Werk, das Klaviertrio op. 2, dem 1906 die aus einzelnen Tondichtungen entstandene erste Sinfonie Le poème de la forêt und 1908 die erste Violinsonate folgten. Diese „frühen“ Werke (der Komponist war bereits Mittdreißiger) zeigen noch deutlich die zyklische Form, die von César Franck und d’Indy propagiert wurde.

Er schrieb in den Jahren 1919 bis 1921 seine zweite Sinfonie. Sie galt als schwer zugänglich und wurde vom Publikum bei der Uraufführung 1922 schroff abgelehnt. Danach wandte sich Roussel in seiner dritten Schaffensphase einem leichteren, klareren Neoklassizismus zu.

1922 erwarb Roussel ein Haus in Vasterival bei Varengeville an der normannischen Küste. Es entstanden nun ein Klavierkonzert (1927), zwei weitere Sinfonien (1930 und 1934), eine Sinfonietta (1934), ein Celloconcertino (1936), die Ballette Bacchus et Ariane (1930) und Aenéas (1935) sowie bedeutende Kammermusik. 1929 zu seinem sechzigsten Geburtstag wurde er in Paris mit einem großen Roussel-Festival als einer der führenden französischen Komponisten gefeiert. Trotz eines individuellen Stils verarbeitete er die neuen zeitgenössischen Strömungen in seinem Werk und wurde von den jüngeren Komponisten wie Francis Poulenc, Sergej Prokofjew und Bohuslav Martinů bewundert.

mehr Informationen zum Komponisten