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Jarré, Maurice |
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Jary, Michael (bürgerlich Maximilian Michael Andreas Jarczyk) Maximilian Michael Jarczyk wurde in Oberschlesien geboren. Sein Bruder Herbert Jarczyk wurde als Film- und Fernsehkomponist bekannt. Als Kind im Kloster der Steyler Missionare bei Neisse entdeckte dort seine Liebe zur Musik. Mit 18 Jahren verließ er das Kloster und besuchte das Konservatorium in Beuthen. Er leitete einen Kirchen- und Arbeiterchor und schrieb erste Kammermusikwerke, die der Sender Gleiwitz ausstrahlte. Das Stadttheater Neisse und das Plauener Theater engagierten ihn schließlich als zweiten Kapellmeister. Im Jahr 1929 wurde er in die Staatliche Musikhochschule Berlin aufgenommen. Er studierte bei Franz Schreker, Paul Hindemith und Walther Gmeindl. Nebenbei arbeitete er als Pianist in Cafés und Kinos. 1931 wurde ihm der Beethoven-Preis der Stadt Berlin verliehen. Beim Hochschul-Abschlusskonzert der Klasse Gmeindl am 8. Februar 1933 dirigierte er sein Konzert für zwei Klaviere, Trompete und Posaune und wurde von Mitgliedern des Kampfbundes für deutsche Kultur ausgebuht. Diffamierungen stellten aber kein Hindernis für seine Aufnahme in die Reichsmusikkammer dar. Ohne Mitgliedschaft hätte er in Deutschland nicht weiter als Musiker arbeiten können. Auch Swing-Arrangements und Jazz gehörten trotz des staatlichen Diktats zu seinem Repertoire. Er gründete das Kammertanzorchester Michael Jary, ein reines Studioorchester, das niemals öffentlich auftrat, sich aber einen großen Namen machte. Unter anderem entstand ein Zyklus von Tierkreiszeichenvertonungen in diesem Stil. Als Zugehöriger der Jazz- und Swingszene im Deutschland der 1930er Jahre ein ausgewiesener Kenner dieser Epoche, erklärte Michael Jary später in den 1960er Jahren für die Schallplatte Papas Tanztee ist nicht tot! anhand zahlreicher Musikbeispiele ihre wichtigsten Rhythmen, Melodien und Vertreter. Jarys Durchbruch als Schlagerkomponist kam 1938 mit Roter Mohn. Zuvor hätte er der Unterhaltungsmusik beinahe den Rücken gekehrt. Als Dirigent des Szymanowski-Gedächtniskonzertes in Berlin erhielt er eine Einladung von Ernest Ansermet nach Genf in der Schweiz. Doch die deutschen Behörden verweigerten Jary die Ausreise. So komponierte er, meist zusammen mit dem Textdichter Bruno Balz, für die Filmfirma Ufa Filmhits, die Evergreens wurden, von „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ über „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ und „Davon geht die Welt nicht unter“ bis zu „Karussell“. Als Balz wegen seiner Homosexualität zum zweiten Mal verhaftet wurde und ihm eine Einweisung in ein Konzentrationslager drohte, intervenierten Jary und Zarah Leander für seine Freilassung. Jary betonte, ohne Balz könne er die von Propagandaminister Joseph Goebbels für den Film „Die große Liebe“ als einen „Beitrag zur Kriegsanstrengung“ geforderten Lieder nicht fertigstellen, woraufhin Balz innerhalb weniger Stunden freigelassen wurde. Jary stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. |
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Jöde, Fritz |
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Joplin, Scott Schlüssiger als andere Komponisten des Ragtime hat Joplin, der als „Vollender dieses Stils“ angesehen wird, Elemente der romantischen Klaviertradition mit der afroamerikanischen Folklore „zu kraftvollen Miniaturen verbunden, die in ihrer aphoristischen Dichte an Stücke von Erik Satie heranreichen“ (Martin Kunzler). Neben rund 80 Rags hat Joplin auch Bühnenwerke geschrieben. Scott Joplin, geboren als Sohn eines ehemaligen Sklaven, war einer der ersten erfolgreichen Rag-Komponisten. Ihm wurde die Anerkennung seiner Zeitgenossen zuteil und er hatte einen sich immerhin teilweise auszahlenden Verkaufserfolg von Notenblättern seiner Stücke. Jedoch wurden nicht unerhebliche Teile seines Schaffens, darunter auch komplexe Werke wie ein Musical, eine Oper und eine Symphonie, nie veröffentlicht und sind bis heute verschollen. Durch einen Unglücksfall (es wurde ihm eine gefüllte Geldkassette gestohlen), brach sein sich entwickelnder Erfolg ab. Er veröffentlichte weiterhin und konnte nach einigen Jahren wieder passabel leben. |



