Komponisten und Bearbeiter -K-

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Kälberer, Oliver
* 1964 in Ulm

Erster Gitarrenunterricht im Alter von sechs Jahren bei seiner Mutter Inge Kälberer, dann an der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck bei Dorothee von Heydebrand. Von 1976 bis 1983 als Hospitant am Hermann-Zilcher-Konservatorium in Würzburg bei Hans Koch. Vier erste Preise beim Bayerischen Gitarrenwettbewerb (erstmalig 1973). Dreimal Bundespreisträger beim Wettbewerb Jugend musiziert.

1983 Abitur am Gymnasium Olching, dann Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik München bei Prof. Dieter Acker. 1987 Diplom. 1990
Graduierten-Stipendium. Weitere Instrumente: Mandoline, Kontrabass, Sitar, Schlagzeug und Klavier.
Prägende Begegnungen: György Kurtág (Kammermusik), Peter Kiesewetter & György Ligeti (Komposition), Mirka Yemendzakis (Stimmbildung), Ustad Ali Akbar Khan & Pandit Swapan Chaudhuri (Indische Musik), Leonard Bernstein & Sergiu Celibidache (musikalische Phänomenologie und Dirigieren), Glenn Gould (Architektur) und Martin Kälberer (Groove). Musikalische Erfahrungen: Kammermusik in verschiedenen Besetzungen, Chormusik, Opern, asiatische und improvisierte Musik, Folk & Fusion. Kompositionen sind neben einer Reihe von Stücken für Schüler vor allem Kammermusik- und Orchesterwerke für Zupfinstrumente aber auch gemischte Kammermusik sowie einige symphonische Werke. Kammermusik sowie einige symphonische Werke.


Seit 1983 Lehrer für Gitarre und Mandoline an der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck (seit 1998 auch an der Musikschule Sauerlach). Leiter des Ensemble Roggenstein. Dozent für Gitarre, Mandoline, Musiktheorie,
Dirigieren und Ensemblespiel bei Seminaren des Bundes Deutscher Zupfmusiker. Gastdirigent bei verschiedenen europäischen Zupforchestern.
Seit 2002 Dirigent des Hessischen Zupforchesters. Jurytätigkeit beim Wettbewerb Jugend musiziert und bei internationalen Kompositionswettbewerben.
Mehrjährige Studienaufenthalte in Asien (vor allem in Indien).

 

 

Kaempfert, Bert
(bürgerlich Berthold Heinrich Kämpfert)
Pseudonyme Raimondo, Bob Parker und Marc Bones
* 16.10.1923 in Hamburg - † 21. Juni 1980 in Llucmajor, Mallorca
deutscher Orchesterleiter, Musikproduzent, Arrangeur und Komponist

Er war neben James Last der erfolgreichste deutsche Orchesterchef nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Als ein Pionier des Easy Listening, einer „Musik, die nicht stört“, wie er es selbst formulierte, gilt er heute zudem als einer der Urväter und als Legende der Lounge-Musik.

In Deutschland hatte er in den 1950er Jahren mit seinen Arrangements der Freddy-Quinn- und Ivo-Robić-Hits Die Gitarre und das Meer respektive Morgen erste große Erfolge. Mit dem von Klaus Günter Neumann komponierten Instrumentalstück Wonderland by Night war er 1961 der erste Deutsche, der in den USA den ersten Platz der Single-Charts erreichte. Seine Kompositionen Strangers in the Night (gesungen von Frank Sinatra), Spanish Eyes (Al Martino, Elvis Presley), L-O-V-E (Nat King Cole) und Danke Schoen ( Wayne Newton) wurden zu Welterfolgen und Evergreens.

 

Kagel, Mauricio Raúl
* 24.10.1931 in Buenos Aires – † 18.9.2008 in Köln
argentinisch-deutscher Komponist, Dirigent, Librettist und Regisseur.

Sein Gesamtwerk umfasst neben Instrumentalmusik und Werken für das Musiktheater auch die Komposition und Produktion von Hörspielen und Filmen; er leistete einen wichtigen Beitrag zur Neuen Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mauricio Kagel wurde 1931 in Buenos Aires in eine jüdische Familie geboren, die in den 1920er Jahren aus Russland geflohen war. Früh erhielt er privaten Instrumentalunterricht und arbeitete in Buenos Aires als Filmkritiker, Korrepetitor und Dirigent, u. a. am Teatro Colón. Kagel hatte in den 1950er Jahren an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teilgenommen. 1957 reiste er mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Deutschland.

Ab 1960 war er als Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen tätig. 1968 kam es in Zusammenarbeit mit Wolf Vostell und anderen zur Gründung des Labor e. V., der akustische und visuelle Ereignisse erforschen sollte. 1969 wurde er zum Direktor des Instituts für Neue Musik an der Rheinischen Musikschule in Köln und, als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen, zum Leiter der Kölner Kurse für Neue Musik (bis 1975) ernannt; 1974 erhielt er an der Kölner Musikhochschule eine Professur für Musiktheater.

Auf Einladung von Walter Fink war er 1991 der zweite Komponist im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival. Mauricio Kagel gehört seit Beginn seiner Karriere zu den an meisten aufgeführten Komponisten bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik.

In der Spielzeit 2006/2007 war Mauricio Kagel „Artist in Residence“ in der Philharmonie Essen und war dort ebenfalls als Dirigent zu erleben. Im selben Jahr war er Composer in Residence an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Bei einem Symposion im Juni 2007 an der Universität Siegen erhielt er die Ehrendoktorwürde in Philosophie. Mauricio Kagel lebte bis zu seinem Tod in Köln.

Kagel erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise für sein Schaffen und ist auf allen wichtigen Festivals für Neue Musik vertreten. Bei ihm haben unter anderem studiert: Maria de Alvear, Carola Bauckholt, Theo Brandmüller, Martyn Harry, Bernhard König, Klaus König, Branimir Krstic, Yves-Miro Magloire, Dominik Sack, Juan María Solare, Manos Tsangaris, Chao-Ming Tung, Johannes S. Sistermanns, Thomas Becker, Ulrich Wagner und Daniel Weissberg.

Kagel gilt als der wichtigste Vertreter des „Instrumentalen Theaters“, einer Art ritualisierten Konzertakts, in den auch die sichtbaren Begleiterscheinungen des Musizierens (Mimik, Gestik, Aktionen) mit einbezogen werden. Kagel selbst entwickelte eigene Instrumente und Spieltechniken, etwa für den Film Zwei-Mann-Orchester oder das Instrumentaltheater Exotica. Die Partituren stellen bisweilen komisch-originell konsequent nicht nur die Erwartungshaltung der Interpreten, sondern auch der Zuhörer auf den Kopf. Auch in Werken für den Konzertsaal spielt Theatralik und sichtbare Musik immer eine große Rolle. So stürzt der Solist im Konzertstück für Pauken und Orchester am Ende kopfüber in sein Instrument. Andere Werke beziehen Alltagsgegenstände (Acustica) und Geräusche mit ein. Die Verwendung von Elektronik und Tonbandzuspiel, aber auch Verweise auf traditionelle Musik, waren für den Kosmos von Kagels Musik selbstverständlich. In seinen filmischen Realisationen sind zum Teil die Erläuterungen im Werk enthalten. Kagels Schaffen ist oft und in vielerlei Hinsicht mit Humor durchsetzt. Dabei ist ihm an einem Durchbrechen der Vierten Wand gelegen.

 

Karras, Anton
* 7.7.1906 in Wien – † 10.1.1985 in Wien
Österreichischer Zitherspieler, Komponist und Gastwirt

Schon als Kind begeisterte er sich für Musik, besonders faszinierte ihn das Orgelspiel in der Kirche. Sein größter Wunsch war, Theaterkapellmeister zu werden. Die bescheidenen finanziellen Verhältnisse erlaubten jedoch "nur" das Erlernen des Zitherspiels. Die Zither findet er auf dem Dachboden der Großmutter, Anton war damals 12 Jahre alt.

Von 1920 bis 1924 nimmt er Abendkurse an der Pollux-Musikschule in Wien, wärend er tagsüber als Werkzeugschlosser-Lehrling arbeitet. Mit 17 Jahren wird er Berufsmusiker und spielt bei den Heurigen in Sievering/Wien auf. von 1924 bis 1928 studiert er Harmonielehre an der Musikakademie in Wien bei
Prof Spiel. Während dieser Zeit gibt er auch Konzerte gemeinsam mit dem damals sehr bekannten Zitherspieler Adolf Schneer, der besonders in den adeligen Kreisen des Hauses Habsburg beliebt war.
Im Jahr 1948 begegnet Anton Karas dem englischen Filmregisseur Carol Reed und dieses Treffen verändert sein ganzes Leben. Er komponiert und spielt die Filmmusik zu "Der Dritte Mann" und aus dem Heurigenmusikanten wird mit einem Schlag der Welt berühmtester Zitherspieler.
Eine Tournee jagt die andere, er spielt in den meisten westlichen Ländern Europas, den USA, Kanada, Argentinien, Japan, Hongkong, Südafrika, Australien.
Höhepunkte waren sicherlich ein Empfang bei der englischen Königin, sowie Einladungen an den holländischen königlichen Hof, von Premierminister Churchill (1949) und eine Privataudienz bei Papst Pius VII.
Seit er als kleiner Musikant bei den Wiener Heurigen aufgespielt hat, träumt er von einem eigenen Lokal, nun hat er die Mittel sich seinen Traum zu erfüllen. Er eröffnet 1953 im 19. Wiener Gemeindebezirk die Weinschenke „Zum Dritten Mann“. Sein Publikum ist prominent und international.
Nach 12 Jahren zieht er sich zurück und beschränkt sich auf Fernsehauftritte, Eröffnungen und Konzerte zu besonderen Anlässen. 1976 ehrt ihn die Stadt Wien mit dem Goldenen Verdienstzeichen.

Werke: Filmmusik zu "Der Dritte Mann"

 

 

Kaufmann, Armin
* 30.10.1902 in Neu-Itzkany, Bukowina - † 30.6.1980 in Wien
österreichischer Komponist, Violinist und Musikpädagoge

Als Bukowinadeutscher zur Welt gekommen, erhielt Kaufmann den ersten Violinunterricht bei seinem Vater. In Brünn studierte er Violine, Violoncello und Musiktheorie bei Bruno Weigl. In Wien kamen Komposition bei Joseph Marx und Violoncello bei Franz Schmidt hinzu. Sein Staatsdiplom absolvierte er mit Auszeichnung. In den Jahren 1928 bis 1938 lehrte Kaufmann am Neuen Wiener Konservatorium und wirkte zeitgleich als Zweiter Geiger im Rothschild-Quartett mit. Von 1938 bis 1966 war er Mitglied der Wiener Symphoniker als Stimmführer der zweiten Geigen.
Den „Zirkus Poldrini“ schrieb er 1964 für die Wiener Schuljugend. Für sie gab das Kulturamt der Stadt Wien alljährlich eine Serie von Konzerten während der Unterrichtszeit. Neun Jahre hatte Peter und der Wolf auf dem Programm gestanden. Nun folgte der Zirkus Poldrini. In den Jahren 1966 bis 1980 war Kaufmann als freischaffender Musiker und Komponist tätig. In seinem kompositorischen Werk ist Kaufmann zu den Repräsentanten der Neuen Musik zu zählen.

Neben den großen musiktheoretischen Strömungen seiner Zeit beeinflusste vor allem auch jugoslawische Folklore seinen Kompositionsstil. Armin Kaufmann hat vor allem Kammermusikwerke (insbesondere 7 Streichquartette) und Sololiteratur geschaffen. Für Großes Orchester schrieb er u. a. vier Sinfonien. Ebenso stammen einige Vokalwerke und Stücke für Mandoline, Gitarre und Zither von ihm.

 

Keinemann, Karl Heinz
* 1935 - † 2015
deutscher Komponist, Arrangeur und Dirigent

Seit seinem zwölften Lebensjahr steht das Leben des gebürtigen Dortmunders im Zeichen der Musik. Als staatlich geprüfter Musiklehrer für Gitarre sowie Jugend- und Volksmusik war er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1999 in Bad Oeynhausen als Musikschullehrer und -direktor tätig. Daneben übernahm er eine Vielzahl ehrenamtlicher Aufgaben, mit denen er musikalische Aufbauarbeit leistete. So gründete er das Landesjugendzupforchester und engagiert sich seit 30 Jahren in der Landesarbeitsgemeinschaft Musik NRW e.V., in der er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden bekleidet. Auf Bundesebene arbeitete er in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Juror beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" auf Regional-, Landes- und Bundesebene. Nicht nur in musikschulinternen Bereichen, sondern auch in vielen anderen war und ist er sehr aktiv: Kompositionen für Zupfmusik in vielen Stilrichtungen und Besetzungen;
künstlerische Mitwirkung in Konzert, Oper, Operette und Musical; Gastdirigent beim WDR; Leitung verschiedener Orchester und Chöre; Gründer und langjähriger Leiter des Landesjugendzupforchesters Nordrhein-Westfalens und des Westfälischen Zupforchesters; ehemaliger Vizepräsident und Jugendleiter des BDZ; Schallplatten-, MC- und CD-Einspielungen.

Karl-Heinz Keinemann wurde vor allem für seine Werke und Bearbeitungen im Bereich der Zupfmusik bekannt. Er leitete unter anderem das Westfälische Zupforchester und engagierte sich stark für die musikalische Jugendarbeit.

 

Kern, Jerome David
* 27.1.1885 in New York – † 11.11.1945 in New York
US-amerikanischer Komponist

Jerome Kern wurde im Sutton Place District von New York geboren. Seine Eltern waren Juden, die von Deutschland in die USA ausgewandert waren. Die Musikalität hatte der Junge von seiner Mutter Fanny geerbt, die Klavierlehrerin war; sie erteilte ihm den ersten Klavierunterricht. Sein Vater Henry war erst Angestellter, machte sich aber später selbständig, als die Familie nach Newark im Staat New Jersey umgezogen war. Er handelte mit Möbeln und Klavieren. Henry Kern hätte es gerne gesehen, wenn sein Sohn Jerry bei ihm ins Geschäft eingestiegen wäre; aber daraus wurde nichts. Der Junge wollte unbedingt einen Beruf ergreifen, der mit Musik zu tun hatte.

Nach dem High-School-Abschluss studierte er am New York College of Music. Seine Lehrer waren u. a. Alexander Lambert, Austin Pierce und Paolo Gallico. Später setzte er sein Studium in Heidelberg fort. 1904 kehrte er in seine Heimat zurück. Von 1905 an hielt er sich immer wieder längere Zeiträume in London auf.

Obwohl Kern sein Studium mit dem akademischen Grad „Master of Music“ abgeschlossen hatte, begann er seine musikalische Laufbahn mit untergeordneten Arbeiten, bis ihn schließlich eines der vielen Broadway-Theater als Probenpianist engagierte. Es war eine Zeit, in der zahlreiche Operetten aus Europa am Broadway den Beifall des Publikums fanden. Immer wieder musste er dieselben Melodien spielen, bis sie die Sänger auswendig konnten. Einmal leistete er sich dabei einen Scherz, indem er in ein europäisches Operettenlied eine eigene Melodie einschmuggelte. Dadurch wurden ein Regisseur und ein Theaterproduzent auf das junge Talent aufmerksam. Die neue frische Melodie gefiel ihnen besser als die bekannte. Fortan wurden neue Lieder von Jerome Kern in die europäischen Operetten eingebaut.

Das Jahr 1927 bescherte Jerome Kern den Höhepunkt seines Ruhms: In Zusammenarbeit mit dem Librettisten Oscar Hammerstein II entstand der Welterfolg „Show Boat“. Die Premiere fand am 27. Dezember 1927 am Ziegfeld Theatre in New York statt und wurde zu einem triumphalen Erfolg. Erstmals wurden in einem rein amerikanischen Bühnenwerk nicht mehr bloße Musiknummern aneinandergereiht, sondern mehrfach ganze Szenen musikalisch dramatisch aufgebaut.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte betätigte sich Jerome Kern auch oft als Filmkomponist, indem er u. a. viele seiner Musicals für das in Hollywood boomende Genre „Musikfilm“ bearbeitete. Zweimal bekam er den Oscar in der Kategorie „Bester Song“: 1936 für „The Way You Look Tonight“ aus „Swing Time“ und 1941 für „The Last Time I Saw Paris“ aus „Lady Be Good“.

Kern verfasste Musik für Dutzende Broadway-Shows und Hollywood-Filme. Zu seinen heute noch bekanntesten Werken zählen u. a. das Musical Show Boat sowie die Songs Smoke Gets in Your Eyes, Ol’ Man River, All the Things You Are und The Way You Look Tonight.

 

Klug, Hartmut
* 9.9.1928 in Dresden –† 24.7.2019
deutscher Komponist, Dirigent und Pianist sowie Hochschullehrer

Hartmut Klug war eines von sieben Kindern des Arztes und Violoncellisten Otto Klug und seiner Mutter Hildegard, Geigerin bei den Dresdener Philharmonikern. Er beschäftigte sich von Kindheit an mit Musik und bildender Kunst. Ab dem neunten Lebensjahr besuchte er die Akademie für Musik, Theater und Tanz in Dresden. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als 14-Jähriger zur Flugabwehr verpflichtet. Die Luftangriffe auf Dresden, insbesondere im Februar 1945, überlebte die Familie.
Klug war einer der ersten, die sich 1946 in der wiedereröffneten Musikhochschule Dresden anmeldeten. 1949 schloss Hartmut Klug sein Studium als Pianist, Komponist und Dirigent für Orchester- und Chor ab. 1950 war er freier Mitarbeiter des RIAS Berlin als Komponist, Arrangeur, Repetitor und Aufnahmeassistent. 1951 übernahm er die musikalische Leitung des Folkwang-Tanztheaters Essen unter Kurt Jooss. Tourneen führten ihn durch Deutschland und Westeuropa. Mit Einstellung des Tanztheaters 1953 absolvierte er ein Kurzstudium der Kammermusik und Dirigat am Conservatoire de Paris und schloss mit der Auszeichnung „Premier Prix“ ab. 1954 war er mit dem Tanzpaar Alexander von Swaine–Lisa Czóbel auf Tournee durch Indien, Pakistan, Ceylon, Indonesien, Singapur und Hongkong, später auch durch Syrien, den Libanon und Iran.

Unter der Ägide von Ballettmeister Erich Walter nahm Klug 1955 eine Stelle an den Wuppertaler Bühnen an. Bis 1969 war er zunächst als Repetitor und Dirigent tätig, dann als Studienleiter und Kapellmeister für Oper und Operette und als Schauspielkomponist. Ab 1968 leitete er die Opernschule des Bergischen Landeskonservatoriums. Das Konservatorium wurde 1972 in die Staatliche Hochschule für Musik Rheinland (Köln) eingegliedert, heute Hochschule für Musik und Tanz Köln. Von 1974 bis zu seiner Pensionierung 1991 war Klug dort als Professor tätig. Bis 1991 stand Klug der Hochschule als Rektor vor.

Hartmut Klug dirigiert das Zupforchester Rheinland-Pfalz (2009)
Zu Hartmut Klugs umfangreichen Nebentätigkeiten gehören die Leitung von Jugend-Sinfonieorchestern, Laienorchestern, Zupforchestern, Chören und Kammermusikensembles. Ab 1968 war Klug Leiter des Orchestervereins Solingen, in den 1970er Jahren Leiter des Instrumental-Vereins Wuppertal, eines der ältesten deutschen Laienorchester.

Von Oktober 1968 bis 1991 leitete Klug das traditionsreiche Zupforchester der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal. Zupfmusik war ihm bis dahin weitgehend fremd gewesen, doch er führte schnell ein abwechslungsreiches Repertoire ein. Dazu gehörte auch Neue Musik wie Mauricio Kagels MUSI (Uraufführung 1972 im Kölner Funkhaus). Ebenso veranstaltete Klug mit dem Orchester eine Reihe von Kinderkonzerten („Sitzkissenkonzerte“).

1982 rief Klug die Coesfelder Orchestertage ins Leben, die er bis 2002 leitete, einen Schauplatz zahlreicher Uraufführungen. Von 2000 bis Mitte 2002 leitete er das Hessische Zupforchester (HZO). Von Mitte 1994 bis Mitte 2016 leitete er das Zupforchester Rheinland-Pfalz (ZORP). Beide Orchester sind Auswahlorchester des Bundes deutscher Zupfmusiker. Wegen seiner Verdienste um die Zupfmusik ernannte ihn der Bund deutscher Zupfmusiker 2003 zum Ehrenmitglied. Über einen Zeitraum von 30 Jahren hielt Klug allgemeinverständliche Vorträge an Volkshochschulen.

 

Kollmaneck, Ferdinand
* 11.2.1871 Wien, † 13.7.1941 Leipzig
Komponist, Zithervirtuose, Musikschriftsteller. K.

Kollmanek besuchte das Gymnasium in Wien und Prag und erlernte mit 14 Jahren das Zitherspiel vom Gastwirt Andreas Hermann. Anschließend Weiterbildung im Zitherspiel und in Musiktheorie bei Franz Wagner. Von Letzterem gefördert, gab K. 1888 sein erstes öffentliches Konzert und wurde Mitglied des Wiener Zitherbundes.
In Sondershausen/D (bei Emil Kühns) sowie ab 1889 in Prag (Komposition, Klavier und Violine in Privatstudien bei Geißler u. a.) schloss er seine musikalische Ausbildung ab. In Prag als Lehrer und Dirigent des deutschen Zithervereins tätig, kehrte K. 1894 wieder nach Wien zurück, wo er als Magistratsbeamter, Musiklehrer (Leiter der Franz-Wagner-MSch. bzw. nach deren Auflösung bis 1912 als Leiter seiner eigenen MSch.), Dirigent des Wiener Zither-Konzertvereins, verschiedener Gesangvereine und Musikschriftsteller, u. a. Redakteur der Zitherzeitschrift Echo vom Gebirge und des Theaterblattes Wiener Leben sowie Mitarbeiter der Neuen musikalischen Presse, arbeitete.

1901 gründete er mit Eduard Nikl, Anton Smetak, Leonie Scholz-Krauskopf, Josephine Novy und Ludwig Zboril das Wiener Secessionsensemble. 1913 übersiedelte K. nach Nürnberg/D, später nach Leipzig, wo er ab 1919 die Lauten- und Mandolinenzeitung Chronik der Volksmusik herausgab und einen Musikverlag aufbaute (Hella). Als eine der führenden Personen der Zithermusik trat K. nicht nur auf ausgedehnten Konzertreisen (Deutschland, Schweiz, Paris) als Virtuose und Lehrer (Verfasser einer zweibändigen Zitherschule) hervor, sondern K. hatte auch maßgeblichen Anteil an verschiedenen instrumententechnischen Neuerungen bzw. Verbesserungen der Zither (Quint-, Bass- und Ideal-Reformzither, Letztere 1902 zusammen mit Josef Jobst).

 

 

Komzák, Karl
* 20.5.1878 in Innsbruck, Tirol – † 5. September 1924 in Wien
österreichischer Komponist und Kapellmeister

Er war ein Sohn von Karl Komzák junior und Eugenie Komzák sowie Enkel von Karl Komzák senior.

Karl Komzák lebte die ersten viereinhalb Jahre in Innsbruck und Riva am Gardasee. Danach wuchs er in Wien auf. Mit 15 Jahren übersiedelten seine Eltern mit ihm nach Baden bei Wien, wo er das Gymnasium Biondekgasse besuchte und im Juni 1897 maturierte.

Ab 1905, dem Todesjahr seines Vaters Karl Komzák junior, leitete er ein aus 45 Musikern bestehendes Orchester, mit dem er in Österreich und Deutschland konzertierte. Noch im Jahre 1907 gab er in München, Leipzig, Nürnberg, Augsburg und anderen Städten Konzerte. Den Rezensenten zufolge fanden seine Darbietungen Anklang, die Kritiken weisen ihn als temperamentvollen Dirigenten von ausgezeichnetem Können aus.
Ab 1908 verweilte er wieder in Wien, wo er mit seinem Orchester Stummfilmaufführungen in der Urania musikalisch begleitete. 1919 führte ihn eine neuerliche Tournee nach Nordböhmen (Marienburg, Eger und Rumburg und anderen Städten).[5] Max Schönherr sieht in ihm nur einen „unzeitgemäßen Epigonen seiner Vorfahren“. Von seinen Werken sind nur der Grillenbanner-Marsch op. 285 und der Walzer Münchner Kindl op. 286 populär geworden. Er schrieb auch eine Operette, die aber niemals aufgeführt wurde.

Mitunter falsche Werkszuweisungen wegen Namensgleichheit
In zeitgenössischen Rezensionen und Notenausgaben wurde niemals zwischen Karl Komzák senior und Karl Komzák junior unterschieden. So finden sich sogar in Sammelausgaben Titel beider Komponisten ohne Hinweis auf die unterschiedlichen Urheber. Hingegen wurden Ausgaben von Karl Komzák Enkel zu dessen Lebzeiten fast immer mit „Karl Komzák jr.“, „Karl Komzák jun.“ oder „Karl Komzák j.“ beschriftet. Aufgrund dieses Umstandes werden Karl Komzák junior und Karl Komzák Enkel oftmals verwechselt und ihre Werke falsch zugeordnet.

 

 

Konietzny, Heinrich Josef (Heinz)
* 7.5.1910 in Gleiwitz/Schlesien – † 23.4. 1983 in Saarbrücken-Dudweiler
deutscher Musiker, Hochschullehrer und Komponist

Heinrich Konietzny wurde als Sohn eines schlesisch-preußischen Offiziers und sozialistischen Bürgermeisters geboren. Erste frühkindliche musikalische Erfahrungen sammelte er auf der Mandoline, im Singen und mit Perkussionsinstrumenten. Mit neun Jahren kam er als Schüler in das Konvikt von Bad Ziegenhals, wo er als Sängerknabe mitwirkte und auch seinen ersten systematischen musiktheoretischen Unterricht erhielt. Ab dem achten Lebensjahr erhielt Konietzny Geigenunterricht. In Berlin studierte er bei Paul Hindemith das Fach Komposition.
1936 wurde er Fagottist im Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 1947 berief ihn das Konservatorium Saarbrücken (heute Hochschule für Musik Saar) als Dozent der Meisterklasse für Komposition, Instrumentation und Kammermusik. Er schrieb sechs Sinfonien und zahlreiche Hörspiel-, Fernseh- und Filmmusiken sowie Kompositionen für Zupfinstrumente, bei denen er neue Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten entwickelte. Die Filmdokumentation „Neue Musik - Heinrich Konietzny“ (Saarländischer Rundfunk), die unter der Regie von Manfred Heikaus Ende der 1960er Jahre entstand, gibt einen Einblick in das Schaffen des Komponisten.

Ersten Violinunterricht erhielt Konietzny im Jahr 1918. Als Siebzehnjähriger wurde er Konzertmeister im Kurorchester von Bad Kudowa. 1929 wurde Konietzny Konzertmeister des Schlesischen Philharmonischen Orchesters. Eine Fraktur der linken Hand nach einem Unfall beendete im Jahr 1930 seine Karriere als Geiger. Im Mai 1931 begann er auf Anraten von Hindemith sein Fagottstudium. In den Jahren 1933 bis 1936 hatte Konietzny mehrere Orchesterstellen als Fagottist. Von 1936 bis 1939 war er Solofagottist beim damaligen Reichssender Saarbrücken. Von 1939 bis 1945 musste er Kriegsdienst leisten. 1946 wurde Konietzny Erster Fagottist im Sinfonieorchester des Saarländischen Rundfunks. Diese Stelle behielt er bis 1964.
Konietzny studierte ab 1931 Komposition bei Paul Hindemith an der staatlichen Musikhochschule Berlin. 1934 lernte er Hugo Distler kennen, der seinen Kompositionsstil stark beeinflusste. Auch das Werk Alban Bergs hat Konietznys Schaffen stark geprägt. Von 1949 bis 1975 war Heinrich Konietzny Hauskomponist und Lektor des Saarländischen Rundfunks.

Sein Schaffen umfasst umfangreiche, geschätzte 500 bis 600 Werke, und wurde teilweise international aufgeführt. Darunter sechs Sinfonien, eine Schlagzeugsinfonie, mehrere Streichquartette, 25 Instrumentalkonzerte, Kammermusik für eine Vielzahl unterschiedlicher Besetzungen, Ballette, über 300 Film- und Hörspielmusiken, sowie über 200 Lieder und Kantaten. Für mehrere Lieder verfasste Konietzny auch die Texte.

Daneben schrieb er zahlreiche Kompositionen für das Amateurmusizieren: Werke für Akkordeon, Bläser und rund 40 Kompositionen für Zupfinstrumente. Ein vollständiges Werkverzeichnis existiert bislang nicht. Konietzny versah seine Kompositionen grundsätzlich nicht mit Opuszahlen. Viele Autographe sind verschollen. Daher sind nur grobe Schätzungen über den Gesamtumfang seines Werkes möglich. 42 Konietzny-Autographe lagern neben anderen Teilen seines Nachlasses im Landesarchiv Saarbrücken.

Werke von Konietzny erschienen unter anderem bei den folgenden Verlagen: Bärenreiter, Boosy&Hawkes, Edition Modern, Gering, Junne, Köbl, Piwa&Wolf, Sandvoss, Simrock, Schott, Trekel Musikverleg, Vogt&Fritz, Wunn, Zimmermann.

 

Krebs, Rudolf
Pseudonyme Ralf Crefetti, Georg Clausnitzer
* 2. 07.1907 in Radeberg bei Dresden– † 17.10.1962 in BErlin

Er lebte seit 1918 in Berlin. Hier erhielt er Mandolinen- und Gitarrenunterricht von Konrad Wölki und wirkte viele Jahre als Mandolinist in der Berliner Lautengilde unter Konrad Wölki.

Er fand in Berlin Lehrer für Akkordeon, Musiktheorie, Komposition und Dirigieren. Krebs wurde ein exzellenter Tanz- und Unterhaltungsmusik sein Brot verdient. Von 1950 bis zu seinem frühen Tod leitete er das Berliner Mandolinenorchester „Mandolinata“.

Mit 22 Jahren begann er seine Komponiertätigkeit unter dem Pseudonym Ralph Crevetti (Crevetti = italienisch Krebs) Er hinterließ zirka 140 Originalkompositionen für Zupforchester, die er unter eigenem Namen und zwei Pseudonymen im Ragotzky-Verlag herausbrachte. Mit dem Verleger Hans Ragotzky (Berlin) war er befreundet. Darüber hinaus ist Krebs Bearbeiter und Arrangeur von über Musikstücken anderer Komponisten, die er für Zupforchester einrichtete.

https://www.mandolinen.at/wp-content/uploads/2016/08/Krebs-Rudolf.pdf

 

Kreidler, Dieter
* 2. November 1943 in Ebeleben
deutscher klassischer Gitarrist, Komponist, Dirigent und ehemaliger Hochschullehrer

Der in Thüringen geborene, aber in Düsseldorf aufgewachsene Dieter Kreidler begann nach einer Lehre als Werkstoffprüfer zunächst ein Ingenieursstudium, folgte aber bereits nach nur zwei Semestern seinem Jugendtraum und entschied sich im Jahr 1965 für den Wechsel zu einem Musikstudium. Bereits als Schüler und Jugendlicher hatte er Erfahrungen im Düsseldorfer Knabenchor und als Bandleader einer Schülerband gesammelt. Kreidler studierte an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf im Hauptfach Klassische Gitarre bei Maritta Kersting und legte 1970 sein Musiklehrerexamen und nur ein Jahr später sein Konzertexamen ab.

Nachdem Kreidler bereits während seiner Studienjahre freiberuflich als Gitarrenlehrer in Düsseldorf gewirkt hatte, berief ihn im Jahr 1973 die Wuppertaler Abteilung der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Nachfolger von Hans-Michael Koch auf eine Dozentenstelle und ernannte ihn 1975 zum Professor für Gitarre. Im Jahre 1997 wurde Kreidler sowohl zum Dekan für den Standort Wuppertal gewählt als auch zusätzlich ab 2007 zum kommissarischen Dekan für die Abteilung Aachen. Im Jahr 2009 schied Kreidler aus dem aktiven Hochschuldienst aus und widmete sich verstärkt der Erstellung von Publikationen im künstlerischen und pädagogischen Bereich.

Kreidlers besondere Intention galt neben seinen Hochschulaufgaben der Aufbauarbeit für Kammermusik und Ensembleformationen speziell für Zupfinstrumente. So leitete er unter anderem 13 Jahre lang das Düsseldorfer Zupforchester e. V., war als Musikleiter im Bund deutscher Zupfmusiker und seit seiner Gründung im Jahre 1978 bis 2009 als Dirigent des Landeszupforchesters NRW tätig. Darüber hinaus wirkt er in verschiedenen Leitungsgremien des Deutschen Musikrates mit, hier vor allem in den Hauptausschüssen Jugend musiziert und Deutscher Orchesterwettbewerb, und war ferner Initiator und Juror spezieller Musikfestivals und Musikwettbewerbe. Außerdem ist Kreidler zwischenzeitlich noch an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen, an der Musikakademie Heek und der Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung e. V. als Gastdozent tätig. Mit Lothar Ebert hatte er 1971 in Fulda den Fuldaer Gitarrenkreis begründet.

Trotz diesen zahlreichen Verpflichtungen kam auch das eigene Musizieren nicht zu kurz. Vor allem mit dem Bariton Günter Lesche arrangierte er zahlreiche Projekte rund um das deutsche Liedgut und führte unter anderem Franz Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin in einer Bearbeitung für Gitarre und Gesang auf. Außerdem tritt Kreidler gemeinsam mit dem Lübecker Gitarrenprofessor Albert Aigner seit mehr als 25 Jahren in Deutschland und Europa als Gitarrenduo auf, welches sich unter dem Namen Duett Konzertant der Musik im höfisch-galanten Stil, aber auch der klassisch-romantischen Tradition verpflichtet fühlt.

Darüber hinaus komponierte und transkribierte Kreidler zahlreiche Werke für Gitarre solo bis hin zu den unterschiedlichsten Gitarren- und Zupfmusikensembles. Schwerpunkt seiner Kompositionen bilden dabei instrumentalpädagogische Aspekte, die Eingang in seine mehrbändigen Werke der Gitarrenschule für die unterschiedlichsten Leistungsstufen gefunden haben.

Für sein Engagement im Laienmusikbereich wurde Dieter Kreidler am 30. Dezember 1994 vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Der Bund Deutscher Zupfmusiker ernannte Kreidler im Jahr 2010 zum Ehrenmitglied.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Kreidler

 

Kubik, Michael
* 1943
Berliner Musiker, Komponist und Musikpädagoge

Kubik studierte unter anderem Mandoline, Blockflöte, Gitarre sowie Komposition und Dirigieren (u.a. bei Konrad Wölki). Er wurde besonders durch seine Arbeit im Bereich der Zupfmusik (Mandoline/Gitarre) und Blockflötenensembles bekannt. Seit 1968 war als Dirigent des Teg'ler Zupforchesters tätig, als Dozent an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen aktiv. Er arbeitete als Gastdozent (1974–1987) für Mandoline und war von 1988 bis 2006 Fachbereichsleiter an der Musikschule Reinickendorf und prägte die Berliner Musikschullandschaft, insbesondere in Reinickendorf. 

Kubik schuf zahlreiche Stücke, vor allem für das Zusammenspiel von Blockflöten mit Zupforchesters, und engagierte sich für das Repertoire dieser Instrumentengattungen.
Er publizierte Artikel in Fachzeitschriften wie Concertino und Tibia zu Themen der Zupfmusik und Musikpraxis. 

Konzertreisen führten ihn durch Deutschland sowie in zahlreiche europäische Nachbarländer.

https://www.kubik-berlin.com/vita

 

Kubota, Takashi (久保田 孝)
* 1942
japanischer Komponist

Sein Schaffen zeichnet sich durch seine Begeisterung für europäische Musikstile aus, die er mit traditionellen und modernen japanischen Klängen verbindet. Kuborta ist vor allem für seine Werke im Bereich der Zupfmusik bekannt, insbesondere für Mandolinenorchester. 
• Tanzsuite Nr. 2, op. 21: Dieses Werk ist im Joachim-Trekel-Musikverlag erschienen und wird vom Bund Deutscher Zupfmusiker als kraftvoll und rauschend beschrieben. Es ist von europäischen Musikstilen und ungeraden Taktarten der osteuropäischen Volksmusik beeinflusst.
• Tanzsuite Nr. 3, op. 25: Ein weiteres bekanntes Werk für Zupforchester.
• Elegie: Ein Stück, das als Variationensatz (ähnlich einer Chaconne) konzipiert ist und viele Spieltechniken der romantischen Mandolinenmusik nutzt.
• Weitere Werke: Er hat auch andere Stücke für Zupforchester komponiert, darunter "Four Movements for Mandolins Orch" und "Fantasia Nr. 2 in Es-moll". 
Seine Musik wird häufig von Zupforchestern aufgeführt und im Joachim-Trekel-Musikverlag verlegt

 

Küffner, Joseph
* 31.3.1776 in Würzburg – † 9.9.1856 in Würzburg
deutscher Musiker und Komponist

Joseph wurde als fünftes Kind der fränkischen Musikerfamilie Küffner geboren. Sein Vater Wilhelm war Hofmusiker und Komponist, seine Mutter Katharina die Tochter des Hof-Kapellmeisters Johann Franz Georg Wassmuth in Würzburg. Beide Eltern starben früh. Deshalb musste Joseph für sich und seine beiden jüngeren Geschwister sorgen. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Hilfsmusiker, Violinist und Gitarrist im fürstbischöflichen Hoforchester und trat auch als Solist auf.

Autodidaktisch erlernte er das Spiel der Flöte, der Klarinette, der Posaune und des Waldhorns. Im Jahre 1798 verpflichtete ihn Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach mit der Reform der Würzburger Militärmusik. Mit der Säkularisation des Hochstifts Würzburg 1803 und seiner Einverleibung in das Königreich Bayern verlor er vorübergehend seinen Posten als Hofmusiker. Küffner bewarb sich mit Erfolg um die Anstellung als Musiklehrer beim Kurfürstlich Bayerischen Leichten Infanterie-Bataillon „La Motte“ und bildete die Militärmusiker aus. Ein Jahr später erhielt er die gleiche Anstellung beim Kurfürstlich Bayerischen 12. Linien-Infanterie-Regiment „Löwenstein“. Für beide Verbände komponierte Küffner zweiteilige Militärmärsche im langsamen und schnellen Schritt. Die Partituren weisen 18 Bläser- und zwei Schlagzeugstimmen aus. Bis 1825 entstanden 36 Kompositionen für Militärmusik, darunter drei Ouvertüren und 20 Potpourris über Themen aus damals beliebten Opern von Auber und Rossini sowie Carl Maria von Weber. Damit wurde Küffner zum ersten deutschen Arrangeur für Blasorchester.
Schon 1805 berichtete der Würzburger Chronist Carl Gottfried Scharold: „Bey dem Ablösen der Wache mittags gegen 12 Uhr, spielet ... gewöhnlich eine wohlbesetzte Musikbande einige angenehme Stücke und ergötzet die anwesenden Zuhörer.“ Die anspruchsvollste militärmusikalische Komposition dürfte seine „Sinfonie für Militärmusik“ Opus 165 sein. Ein Gichtleiden veranlasste Küffner, 1825 seinen Vertrag als „Militär-Musikdirektor“ mit der Bayerischen Armee zu kündigen.

Als Mitglied des fürstlichen Hoforchesters 1806 bis 1814 des Großherzogs Ferdinand III. von Toscana komponierte Küffner vorwiegend für Streichinstrumente, aber auch für Blasinstrumente. Als Begleitinstrument setzte er oftmals die Gitarre ein. Küffner komponierte über 360 Werke, davon 36 für Militärmusik.

https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Küffner

 

Kuwahara, Yasuo
* 1946 in Kōbe, Japan –† 2003
Mandolinist und Komponist für Zupfmusik.

Nach seinem Studium bei Professor Kinuko Hiruma war er zunächst in Japan für seine musikalischen Solodarbietungen auf der Mandoline und seine herausragende Spieltechnik bekannt. Durch sein europäisches Debüt bei einem Zupfmusikfestival in Mannheim im Jahr 1982 wurden die europäischen
Zupfmusiker auf ihn aufmerksam. Nach seinem Auftritt 1983 in Providence, USA, wurde Yasuo Kuwahara auch in Nordamerika bekannt. Seither gewann er im Bereich der Zupfmusik mehr und mehr Anerkennung und Berühmtheit.

Seine Kompositionen für Zupforchester werden häufig bei Konzerten aufgeführt. Er komponierte auch Werke für Kammerbesetzungen und für Solisten. Kompositionen Yasuo Kuwaharas ausdrucksstarke Kompositionen erzählen oft Geschichten. The Song of Japanese Autumn beispielsweise beschreibt den Kampf der Bauern im Frühherbst gegen die Zeit, bevor ein Herbststurm mit heftigen Regenschauern hereinbricht, nach dem sich das Wetter zum Ende des Stückes wieder beruhigt. Yasuo Kuwahara flechtet in seine Kompositionen häufig moderne Spieltechniken ein. Auf die Spitze getrieben ist dies in seinem Orchesterwerk Novemberfest, in das er allein in der ersten Mandolinenstimme 7 unterschiedliche perkussive Effekte integriert hat. Statt die Saiten zu zupfen oder zu tremolieren wird mit den Fingern, den Handknöcheln oder dem Plektron auf verschieden Stellen des Instruments geklopft.

In seinen Kompositionen verwendet Yasuo Kuwahara Elemente der Neuen Musik, wie zum Beispiel der Minimalmusik. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Stück Jenseits des Regenbogens (Beyond the Rainbow), in dem lange Passagen immer wieder wiederholter und nur gelegentlich leicht variierter Sequenzen vorkommen, wobei sich gleichartige Sequenzen der verschiedenen Stimmen überlagern bzw. rhythmisch verschieben.
Charakteristisch für Yasuo Kuwaharas Stücke sind lange ausdrucksstarke Tremolopassagen, wie sie in der japanischen Zupfmusik häufig vorkommen.

Er war Vorsitzender verschiedener musikalischer Institutionen und Organisationen. Zudem unterrichtete er Komposition und künstlerisches Mandolinespiel.

https://de.wikipedia.org/wiki/Yasuo_Kuwahara