Bach, Johann Sebastian

geboren 21. März/ 31. März 1685  in Eisenach;

gestorben 28. Juli 1750 in Leipzig) war ein deutscher Komponist,

 

Orgel- und Klaviervirtuose des Barock. Er ist heute einer der bekanntesten Tonschöpfer überhaupt, dessen Musik spätere Komponisten wesentlich beeinflusst hat und dessen Werke im Original und in zahllosen Bearbeitungen weltweit präsent sind.

 

Bach erlernte das Instrumentenspiel schon im Kindesalter bei seinem Vater, erweiterte seine Fertigkeiten später bei seinem Bruder in Ohrdruf sowie an der Michaelisschule in Lüneburg. Schon als er im Alter von 17 Jahren war, galt sein Spiel auf Tasteninstrumenten als virtuos. Es folgten Anstellungen als Musiker an der Kapelle des Prinzen Johann Ernst und als Organist in Arnstadt, später in Mühlhausen. 1708 wurde Bach Hoforganist und Kammermusikus am Hof des Herzogs Wilhelm Ernst in Weimar, der ihn 1714 zum Konzertmeister ernannte. 1717 wechselte er als Kapellmeister an den Hof des musikalischen jungen Fürsten Leopold nach Köthen. Von 1723 bis zu seinem Tode war Bach als Thomaskantor und Musikdirektor in Leipzig tätig, wo er für die Musik in den vier Hauptkirchen der Stadt verantwortlich war. Ferner übernahm er 1729 die Leitung des Collegium Musicum der Stadt Leipzig.
Seit 1736 trug er den Titel des Königlich Pohlnischen
und Churfürstlich Sächsischen Hof-Compositeurs unter August III.

 

Einerseits wurde Johann Sebastian Bach zu seinen Lebzeiten innerhalb seines Wirkungsfeldes in erster Linie, jedoch nicht ausschließlich , als Virtuose, Organist und Orgelinspektor denn als Komponist hoch geschätzt, andererseits wiederum folgte schon kurz nach Bachs Tod eine Neuorientierung in der deutschen Musiktheorie, für die in erster Linie der dominierende Einfluss der Bach-Schule verantwortlich war. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert erlebt sein Werk eine beispiellose Wiederentdeckung und Würdigung.

 

Bachs musikalisches Schaffen umfasst mit Ausnahme der Oper alle damals gebräuchlichen musikalischen Gattungen und enthält so bekannte und musikwissenschaftlich bedeutsame Werke wie die Brandenburgischen Konzerte, die Orchestersuiten, das Wohltemperierte Klavier, die Goldberg-Variationen, die Chromatische Fantasie und Fuge, die h-Moll-Messe, die Matthäus- und Johannespassion, das Musikalische Opfer, Die Kunst der Fuge, Sonaten und Partiten für Violine Solo, Suiten für Violoncello Solo, über 200 überlieferte Kantaten und eine ähnlich große Zahl von Orgelwerken.

 

Bagger, Boris Björn

 

Als Solist mit Orchester

Joaquin Rodrigo: Concierto de Aranjuez, Fantasia para un Gentilhombre, Mario Castelnuovo-Tedesco: Konzert D-Dur , Antonio Vivaldi: sämtliche Gitarrenkonzerte, Jaan Rääts: UA Doppelkonzert für Flöte, Gitarre und Orchester, Konzert für Gitarre, op. 117, J.G. F. Albrechtsberger: Doppelkonzert für Flöte, Gitarre und Orchester, F. Fasch, Gitarrenkonzert d-moll, Jaan Rääts: UA Konzert für Gitarre, präpariertes Klavier und Streicher, op. 88 u.v.a.

 

Bisherige Duo Partner u.v.a.

– Detlef Tewes, Mandoline und viele mehr

 

Komponist Notenausgaben von über 250 Werken für Gitarre solo, Gitarre und Orchester, Kammermusik mit Gitarre

 

Pädagogische Tätigkeit

seit 1982 Lehrkraft an der Musikschule in Baden-Baden. Seither über 20 „Jugend musiziert“ Preisträger auf Bundes, Landes und Regionalebene.

Seit 1986 Kurse als Pädagoge in u.a. in Finnland, Estland (Musikhochschule Tallinn).

1990-1995 Professurvertretung an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe, Fach Gitarre und Kammermusik.

1994-1996 Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe für das Fach Gitarre.

Seit 1995 Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe.

Internationale Kurse bei vielen Festivals (Finnland, Estland, Deutschland)

Einführung 1992 der Konzertreihe „Gitarre +“ an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe.

Ab 2003 Leitung des Mandolinenorchesters Ettlingen, 2007 – 1. Preis beim Landesmusikfest.

2004 Leitung des EYGE (European Youth Guitar Ensemble)

Balzer, Herbert

Herbert Balzer (geb.1913 in Hamburg -

verstorben 25. November 2001 in Hamburg)

 

1928, Volksschul-Abschluss und Beginn einer Lehre  als Quartiersmann und Ewerführer und bis 1933     Arbeiter im Hafen. 1934 wird er selbstständiger Fuhrunternehmer

 1938-1939  übernimmt er aushilfsweises das Dirigat beim „HMO“

Es folgt Militärzeit, Heirat und nach Kriegsende.

1939 dann wieder als Fuhrunternehmer tätig

ab 1945 beginnt er ein Gitarrenstudium bei Willy Heidorn in Hamburg und Besuch von Lehrgängen bei Walter Gerwig, Prof. Karl Scheit und Kurse der Volkshochschule Hamburg.

Danach studierte er privat bei Prof. Peter Hartmann in Hamburg Musiktheorie.

ab 1947 wirkt er als Dozent für Gitarre und Mandoline am

„Hamburger Konservatorium“.

Ab 1956 entschliesst er sich zur Auflösung des Fuhrunternehmens und wird hauptberuflicher Musiklehrer an der Hamburger Jugendmusikschule und Volkshochschule.

1968 beginnt er als Dozent im Laien- und Akademiebereich

bis 1990war er als Gitarren- und Methodik-Lehrer tätig und leitete daneben den Gitarrenchor des „Hamburger Konservatoriums“.

 

1993 musste er das Dirigat im “HMO” aufgrund Krankheit aufgeben, das er seit 1945 neben aller Tätigkeiten geleitet hatte.

 

2001 erliegt Herbert Balzer seiner schweren Krankheit.

Barbella, Emanuele

geboren und gestorben in Neapel, Italienischer Violinist und Komponist

 

Werke:

Sonata a Due Mandolini e Basso

Sonaten für 2 Violinen & Cello Nr. 1-6

Duetto No. 4

Mandolin Sonatina in C minor, WoO 43a

 

Baron, Ernst Gottlieb

* 17. Februar 1696 in Breslau; † 12. April 1760 in Berlin) war ein deutscher Komponist, Musiktheoretiker und Lautenist.

Ab dem 14. Lebensjahr erlernte Baron das Lautenspiel, vermutlich bei Jakob Carl Kohaut, dem Vater von Karl Kohaut. Nach dem Besuch des Elisabethianum in Breslau, nahm er 1715 ein Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie in Leipzig auf, 1720 immatrikulierte er sich an der Universität Jena, wo er bei Johann Nikolaus Bach und Jakob Adlung Tasteninstrumente und Musiktheorie lernte. 1728 übernahm er den Posten des Lautenisten am Gothaischen Hof. 1737 kam er an den Hof des Kronprinzen Friedrich in Rheinsberg, er erhielt unmittelbar nach seiner Anstellung die Erlaubnis nach Dresden zu reisen, um dort eine Theorbe zu erwerben, dort lernte er Silvius Leopold Weiss kennen, den er sehr verehrte. Nach der Krönung des Kronprinzen zum König wirkte Baron bis zu seinem Tod als Lautenist in der wesentlich vergrößerten Hofkapelle in Berlin.

 

Sein kompositorisches Werk besteht vorrangig aus Sonaten und Instrumentalwerken. In der von ihm im Jahre 1727 veröffentlichten „Untersuchung des Instruments der Lauten“ wird die Handschrift seines Freundes Silvius Leopold Weiss deutlich sichtbar.

 

Barrios, Augustin

 

Agustín Pío Barrios, genannt auch Agustin Barrios Mangoré und Nitsuga Mangoré (* 5. Mai 1885 in San Juan Bautista de las Misiones, Paraguay; † 7. August 1944 in San Salvador) war ein paraguayischer Komponist und einer der ersten Gitarrenvirtuosen in Südamerika.

Barrueco, Manuel

 

* 16. Dezember 1952 in Santiago de Cuba, ist ein kubanischer klassischer Gitarrist.

Barrueco begann im Alter von 8 Jahren, Gitarre zu spielen und besuchte das Conservatorio Esteban Salas in seiner Heimat Kuba. 1967 emigrierte er mit seinen Eltern in die USA. Dort studierte er mit einem 1969 als einziger Gitarrist erworbenem Stipendium bei Aaron Shearer am Peabody Conservatory in Baltimore, wo er heute auch als Lehrer tätig ist.

Im Alter von 22 Jahren gewann er 1974 als erster Gitarrist den Concert Artists Guild Award. Im gleichen Jahr trat er erstmals in der New Yorker Carnegie Recital Hall auf. Im Rahmen seiner internationalen Konzerttätigkeit spielte er in zahlreichen bedeutenden Konzerthäusern wie z. B. der Royal Albert Hall in London, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw in Amsterdam und der Berliner Philharmonie.

 

Bekannt wurden unter anderem seine auf dem Album 300 Years Of Guitar Masterpieces versammelten Interpretationen der 2. und 4. Lautensuite von Johann Sebastian Bach sowie der Etüden von Heitor Villa-Lobos.

 Im Jahr 1994 veröffentlichte er eine Transkription für Gitarre des Part IIc von The Köln Concert des Jazzpianisten Keith Jarret.

 

Barrueco ist Mitbegründer der Gitarrenklasse an der Manhattan School of Music. Er spielt auf Instrumenten von Robert Ruck.

Bartók, Béla

 

 

* 25. März 1881 in Groß-Sankt-Nikolaus/Nagyszentmiklós, Österreich-Ungarn; † 26. September 1945 in New York) war ein ungarischer Komponist, Pianist und Musikethnologe und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne.

 

Bartóks Vater, Béla Bartók der Ältere (1855–1888), war Direktor einer landwirtschaftlichen Schule und spielte Cello in einem Amateurorchester.. Nach dem frühen Tod des Vaters 1888 übernahm die Mutter allein die Erziehung und gab Bartók den ersten Klavierunterricht. Ab 1893 erhielt er Musik- und Kompositionsunterricht in Pressburg. Ab 1899 studierte Bartók Klavier und Komposition in Budapest. Von 1908 bis 1934 war er Professor für Klavier an der Franz-Liszt-Musikakademie Budapest. 1909 heiratete er Márta Ziegler, mit ihr hatte er den 1910 geborenen Sohn Béla. Die Ehe wurde 1923 geschieden, im selben Jahr heiratete er seine Klavierstudentin Ditta Pásztory. Auch aus dieser Ehe ging 1924 ein Sohn, Péter, hervor. Aus Angst vor der Ausbreitung des Faschismus emigrierte Bartók 1940 in die USA, wo er zunächst nur wenige Aufträge bekam und weitgehend unbekannt war. 1945 starb er nach längerer Krankheit an Leukämie. Zunächst in New York begraben, wurde sein Leichnam 1988 überstellt und im Rahmen eines Staatsbegräbnisses auf dem Farkasréti-Friedhof in Budapest beigesetzt.

 

Neben dem Komponieren befasste Bartók sich wesentlich mit dem systematischen Sammeln von Volksliedern. Er unternahm dafür weitläufige Reisen durch Ungarn, Rumänien, die Slowakei, Siebenbürgen und den Vorderen Orient und sammelte dabei über 10.000 Lieder, die er phonographierte oder direkt schriftlich fixierte. Er sprach und schrieb mehrere Fremdsprachen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch.

Bast, Wolfgang

 

Wolfgang Bast wurde am 30. Juli 1949 in Saarlouis geboren. Den ersten Instrumentalunterricht erhielt er mit zehn Jahren von einem Ausbilder des Mandolinenvereins in seinem Heimatort. Bereits ein Jahr später spielte der junge Wolfgang Bast im dortigen Zupforchester mit. Seit 1962 nahm er regelmäßig an den Fortbildungslehrgängen des Bundes für Zupf- und Volksmusik e.V. in Rehlingen teil, wo er erfolgreich die dreistufigen Dirigentenprüfungen ablegte. Durch sein außerordentliches Talent wurde er bereits 1963 als Mitglied in das Saarländische Zupforchester berufen und nach kurzer Zeit sogar zum Lehrgangsleiter ernannt. Mit Mandoline und Mandola wirkte Wolfgang Bast bis 1974 an mehr als 300 Rundfunkaufnahmen und sonstigen Musikproduktionen mit.

Seine Laufbahn als Dirigent begann bereits mit 16 Jahren, als Wolfgang Bast die musikalische Leitung seines Heimatorchesters „Edelweiß“ in Saarlouis übernahm. Dort wirkte er insgesamt elf Jahre. Von 1968 bis 1975 übernahm er zusätzlich die Leitung des dortigen Blasorchesters. 1971 wurde Bast in der Nachfolge von Takashi Kubota als Dirigent des Badischen Zupforchesters verpflichtet, das er bis 1999 leitete. In dieser Zeit wurden zahlreiche LPs und CDs eingespielt. Bast führte das Orchester zu vielen nationalen und internationalen Festivals sowie zu Konzertreisen in mehrere europäische Länder und bis nach Australien.

Baston, John

 

* um 1685; † um 1740, war ein englischer Komponist und Flötist des Spätbarock.

 

John Baston hatte Anstellungen an Stationers' Hall (1708–1714), an Coachmakers' Hall (1722–1733), außerdem wurde er als Musiker am Drury Lane Theater erwähnt [1]. Als sein wichtigstes Instrument gilt die Blockflöte. Die einzigen Kompositionen Bastons, die erhalten blieben, sind seine „Six Concertos in Six Parts for violins and Flutes“ von 1729, die wieder in Neuausgaben erhältlich sind. Sein Kompositionsstil war temperamentvoll, er verwendete in seinen Werken einfache, aber gefällige Harmonien. [2]. 1739 gehörte Baston zu den Gründungsmitgliedern der „Society of Musicians“.

 

Baumann, Herbert

 

Herbert Baumann, geboren am 31. Juli 1925 in Berlin; Abitur am humanistischen Schillergymnasium

 

Studium am Internationalen Musikinstitut Berlin (Komposition bei Paul Höffer und Boris Blacher, Dirigieren bei Sergiu Celibidache). 1947 diverse Konzerte mit dem Tschaikowsky-Symphonieorchester Berlin.

 

1947–1953 Komponist und Kapellmeister (musikalischer Leiter) am Deutschen Theater Berlin (erste Bühnenmusik "Agamemnons Tod" von Gerhart Hauptmann)

 

1953 - 1970 musikalischer Leiter an den Staatlichen Bühnen Berlin (Schiller- und Schlossparktheater).

 

1971–1979 Leiter des Musikwesens am Bayerischen Staatsschauspiel

Ab 1979 freiberuflich, 1984 UA Ballett "Alice im Wunderland" (Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Darmstadt, Hof/Bayern)

1985 UA Ballett "Rumpelstilzchen" (Städtische Bühnen Augsburg); insgesamt bisher über 220 Aufführungen in diversen Opernhäusern (Augsburg, Hagen, Nordhausen, Würzburg, Nürnberg, Dortmund, Kiel, Coburg)

 

Insgesamt ca. 500 Bühnenmusiken für die genannten und zahlreiche andere Theater, u.a. Burgtheater Wien, Akademietheater Wien, Schauspielhaus Zürich, Thalia-Theater Hamburg, Württembergisches Staatstheater Stuttgart, Hessisches Staatstheater Frankfurt und Wiesbaden. Musik zu ca. 40 TV-Spielen.

 

Auszeichnungen:

1979 Silbernes Ehrenzeichen GDBA

1990 Ehrenmitglied BDZ

1998 Ehrenurkunde der GEMA (50jährige Mitgliedschaft)

1998 Bundesverdienstkreuz

 

Aufführungen: Zahlreiche Aufführungen von Orchester- und Kammermusik im In- und Ausland (u.a. USA, Japan, Korea und in fast allen europäischen Ländern)

 

Werke u.a.:

Saarländische Zupfmusik, Suite Nr. 3

Vier alte Tänze für Zupforchester Suite Nr.1

Vier alte Tanzstücke Suite Nr.5

Der wohlfeile Gänsebraten

 

Baumann, Max

 

* 20.November 1917 in Kronach, Oberfranken;

† 17. Juli 1999 in Berlin, war ein deutscher Komponist.

 

Baumann erhielt als Sohn eines Musiklehrers seinen ersten Musikunterricht im Elternhaus. Nach Stationen in Halle und Passau studierte er in Berlin an der Hochschule für Musik Dirigieren, Klavier und Posaune sowie bei dem Hindemith-Schüler Konrad Friedrich Noetel und später bei Boris Blacher Komposition. Abgesehen von einer zweijährigen Tätigkeit als Chordirektor und stellvertretender Kapellmeister an der Oper in in Stralsund von 1947-49 lehrte Baumann seit 1946 bis zu seiner Emeritierung 1978 zunächst Klavier, später vor allem Tonsatz an der Berliner Musikhochschule. 1960 wurde er zum Professor berufen. Baumann trat auch als Dirigent und Chorleiter in Erscheinung und war nach dem Tod Karl Forsters 1963 interimistischer Leiter des Chors der St. Hedwigs-Kathedrale. Bis zu seinem Tod lebte Baumann in Berlin.

 

Max Baumanns kompositorisches Schaffen umfasst nahezu alle Gattungen der Musik, jedoch nimmt die Orgelmusik und vor allem die geistliche Vokalmusik in seinem Werk einen weiten Raum ein. Letztere reicht vom einfachen gleichstimmigen Lied über A-cappella-Messen und Doppelchöre bis hin zu abendfüllenden Chorwerken wie der Passion op. 63 (1959) oder dem Oratorium Auferstehung op. 94 (1980) nach Texten der Heiligen Schrift und der Liturgie.

Beethoven, Ludwig van

 

geboren 17. Dezember 1770 in Bonn; gestorben 26. März 1827 in Wien, war ein Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat.

 

Ludwig van Beethoven wuchs in einer Musikerfamilie auf. Vorfahren seines Vaters waren Bauern und Handwerker aus dem flämischen Mecheln. Das niederfränkische „van“ in seinem Familiennamen deutet die Namensherkunft an, wahrscheinlich aus dem ländlichen Betuwe. Beethovens Großvater väterlicherseits hieß ebenfalls Ludwig van Beethoven und war in Bonn kurkölnischer Kapellmeister. 1740 wurde sein Sohn Johann geboren, der als Tenor in der Bonner Hofkapelle sang. Die Mutter L. v. Beethovens, die aus Ehrenbreitstein stammende Maria Magdalena Keverich, kam am 19. Dezember 1746 als Tochter eines kurfürstlichen Leibkochs zur Welt. Am 17. Dezember 1770 wurde in der Remigiuskirche in Bonn ihr drittes Kind, der zweite Sohn in zweiter Ehe, getauft und als „Ludovicus van Beethoven“ in das Taufregister eingetragen. Sein Geburtshaus befindet sich in der Bonngasse 20. Mit dem Ziel, aus Ludwig ebenfalls ein Wunderkind wie Mozart zu machen, begann der Vater, ihn im Klavierspiel zu unterrichten. Auch Orgel und Klarinette erlernte der junge Beethoven.

 

Als er mit vermutlich fünf Jahren an einer Mittelohrentzündung erkrankte, bemerkten die Eltern dies nicht. Die Erkrankung heilte nicht richtig aus und gilt als eine der Ursachen für die später eintretende Taubheit.

 

Kollegen von Beethovens Vater am Bonner Hof erkannten Ludwigs Begabung und sorgten dafür, dass der Vater sich schließlich entschloss, die weitere musikalische Ausbildung seines Sohnes in die Hände von anderen Musikern zu legen. Zu Beethovens bekanntesten Förderern und Lehrern in Bonn zählten in den nächsten Jahren Christian Gottlob Neefe (Klavier, Orgel und Komposition) und Franz Anton Ries (Violine). 1782 war es Neefe, der als erster Werke Ludwigs veröffentlichte – so die „Variations pour le Clavecin sur une Marche de Mr. Dressler“. Im selben Jahr wurde Beethoven Neefes Vertreter als Hoforganist. Eine feste Anstellung als (bezahlter) Hoforganist erhielt er im Alter von 14 Jahren. In der vorzüglichen Bonner Hofkapelle spielte er Bratsche, während er sich gleichzeitig im Klavierspiel immer weiter ausbildete. Auch als Komponist war er tätig; jedoch blieben die meisten in dieser Zeit entstandenen Frühwerke ungedruckt oder wurden in späteren Kompositionen verarbeitet.

 

Im Jahr 1787 kam Beethoven das erste Mal nach Wien. In der Tasche hatte er ein Empfehlungsschreiben des in Bonn residierenden Kölner Kurfürsten Max Franz, des jüngsten Bruders des Kaisers Joseph II. Beethovens Ziel war es, bei Wolfgang Amadeus Mozart zu studieren. Im Jahr 1789 begann Beethoven ein Studium an der Universität Bonn; schnell geriet er dort, insbesondere durch Eulogius Schneider, in Kontakt mit den Ideen der Französischen Revolution. Seine Begeisterung für die revolutionären Ideen spiegelt sich in seinen Werken wider. „Wohl tun wo man kann“, schrieb er 1793, „Freiheit über alles lieben; Wahrheit nie, auch sogar am Throne nicht verschweigen.“

 

Im November 1792 ging Beethoven nach Wien, um Schüler Haydns zu werden. Später nahm er auch Unterricht bei Schenk, Albrechtsberger und Salieri.

 

Mit 22 Jahren unternahm Ludwig van Beethoven eine zweite Studienreise nach Wien. Das Kurfürstentum fand 1794 durch die französische Invasion sein Ende, und somit auch Beethovens amtliche Stellung. Mozart war bereits gestorben, aber Joseph Haydn und Antonio Salieri nahmen Beethoven als Kompositionsschüler an, außerdem noch Johann Schenk und Johann Georg Albrechtsberger.

 

Als Künstler trat Beethoven 1793 erstmals vor die Öffentlichkeit, zunächst als Komponist mit der Herausgabe seiner drei ersten Trios (Op. 1) und der drei Haydn gewidmeten Klaviersonaten und zwei Jahre später als Pianist mit seinem 1. Klavierkonzert. Seine Kammermusik wurde als vollkommen neuartig bezeichnet. Er wurde darüber hinaus auch als Meister der Improvisation bekannt.

 

1796 unternam er eine Kunstreise nach Prag, Dresden und Berlin. Dort versuchte man ihn zu halten; da er sich aber in Wien als Künstler eine geachtete und gesicherte Stellung erworben hatte und in dieser ein reichliches Auskommen fand, blieb er seiner neuen Heimat jetzt und sein ganzes späteres Leben hindurch treu. Spätere Reisen als Virtuose wurden durch sein Gehörleiden unmöglich.

 

1809 erhielt er einen Ruf als Kapellmeister nach Kassel. Da taten sich mehrere seiner hochgestellten Gönner zusammen, unter ihnen sein Schüler Erzherzog Rudolf, um ihn durch eine lebenslängliche Rente an Wien zu binden.

 

Bis zum Jahre 1819 war Beethoven völlig ertaubt, so dass er selbst keine Konzerte mehr geben und auch nicht mehr dirigieren konnte. Gespräche führte er mit sogenannten „Konversationsheften“, was ausgesprochen mühselig war.

Durch eine besondere Behandlungsmethode des Wiener Arztes Vering fasst Beethoven wieder Mut. Dennoch komponierte er in Heiligenstadt die von Lebensfreude und Heiterkeit erfüllte 2. Sinfonie in D-Dur, deren Erfolg nur mäßig war.

 

Beethoven war nie verheiratet. Sein Erfolg in Wien brachte es mit sich, dass er dort von Frauen umschwärmt wurde. Er gab auch Unterricht, und viele seiner Schülerinnen waren sehr begabte Pianistinnen.

 

Er lernte die sehr junge Gräfin Julie Guicciardi (1784-1856), kennen und verliebte sich mit all seiner Leidenschaft in sie. So schrieb er voller Verzweiflung „Das Heiligenstädter Testament“.

 

Danach entstand die Klaviersonate Appassionata. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurde Beethoven – er lebte nun im neuen Kaisertum Österreich – zu einem der berühmtesten Musiker Europas (zu seiner großen Bekümmernis war Gioacchino Rossini mit seinen Opern freilich populärer). Seine vom revolutionären Geiste erfüllten Sinfonien gehörten bald zum dauerhaften Bestand der verbreiteten Orchesterkonzerte.

 

Am 8. Dezember 1813 wurde die 7. Sinfonie mit überwältigendem Erfolg uraufgeführt. Sie wurde 30 Jahre später von Richard Wagner als „Apotheose des Tanzes“ gelobt.

 

Während des Wiener Kongresses erkannte Beethoven, dass diese Zusammenkunft der Herrscher Europas nur zu weiteren Unterdrückungen führen sollte. Er schätzte die humanistischen und geistigen Werte eines Menschen. In seiner Jugend war er von Schiller begeistert, im späteren Leben wandte er sich Goethe zu, mit dem er auch einen Schriftwechsel führte und mit dem er sich im Juli 1812 in Teplitz traf. So vertonte er auch mehrere Werke Goethes, schrieb beispielsweise die Schauspielmusik zu Egmont.

 

Als 1815 einer seiner Brüder starb, übernahm er die Vormundschaft für dessen Sohn Karl. Bald stellte sich heraus, dass die Beziehung Beethovens zu seinem Neffen unter keinem guten Stern stand. Beethoven beendete 1823 eines seiner wichtigsten Werke, die Missa Solemnis (Uraufführung 1824 in St. Petersburg), die in ihrer Größe und Schönheit nichts von dem desolaten Umfeld erahnen lässt, in dem sie entstand. Beethoven mit seinen hohen und mitunter überzogenen moralischen Ansprüchen setzte seinen Neffen derart unter Druck, dass Karl 1826 einen Suizidversuch unternahm. Dieser scheiterte zwar, war für den Komponisten aber dennoch eine große Belastung, denn der Versuch der Selbsttötung war zu jener Zeit ein strafbares Delikt.

 

Im November 1826 erkrankte Beethoven akut nach langjährigem Leberleiden, klagte über Schmerzen im Unterleib, Appetitlosigkeit und Durstgefühle; sein Befinden verschlechterte sich rapide, und am 24. März 1827 reichte man dem Sterbenden die Sakramente. Am späten Nachmittag des 26. März verschied Beethoven im Beisein seiner Schwägerin Johanna und seines Freundes, des Komponisten Anselm Hüttenbrenner

 

Beethoven gilt heute als der Vollender der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik. Insbesondere in den für die Epoche der Wiener Klassik grundlegenden Formen der Sinfonie, der Klaviersonate und des Streichquartetts hat er Werke geschaffen, deren musikgeschichtlicher Einfluss kaum zu übertreffen ist. So legte Beethoven beispielsweise wichtige Grundsteine für die fortschreitende Einführung der Kategorie des Symphonischen in die Solokonzerte der weiteren Musikgeschichte. Auch eine immer weiterführende Konzentration von Sinfonien und Solokonzerten, sich von Quantität zu Qualität bewegend, kann Beethoven zugesprochen werden.

 

Behrend, Siegfried

 

*19. November 1933 in Berlin; † 20. September 1990 in Hausham, war ein deutscher Gitarrist und Komponist.

 

Behrend erhielt am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin eine Ausbildung in den Fächern Klavier, Cembalo, Dirigieren und Komposition. Das Gitarrenspiel erlernte er autodidaktisch. Bereits als 30-Jähriger hatte er mehr als 1000 Kompositionen, größtenteils folkloristisch oder von alten Meistern inspiriert, vorzuweisen. Er gab Konzerte in Moskau, Rom und Madrid, er spielte vor dem Schah in Persien, vor dem Kaiser in Tokio und vor Gamal Abdel Nasser in Kairo.

 

1962 lernte der Gitarrist während den Aufnahmen zu der Personality-Show Belina – Porträt einer Sängerin die Hauptdarstellerin näher kennen. Die beiden gingen fortan künstlerisch gemeinsame Wege. Belina und Siegfried Behrend repräsentierten mit ihren Folk-Songs, Chansons, jiddischen Liedern als Botschafter deutscher Kultur die damals noch junge Bundesrepublik Deutschland und führten mit Unterstützung des Goethe-Instituts mehrere ausgedehnte Konzertreisen durch. Die beiden gastierten in mehr als 120 Ländern. In dieser erfolgreichen Zeit nahm das Duo mehrere LPs auf und war in mehreren Fernsehsendungen zu Gast (z.B.: Lieder am Kamin bei SWF). Siegfried Behrend heiratete in den 1970er-Jahren die Schauspielerin Claudia Brodzinska und wandte sich mit ihr als Sängerin/Interpretin der avantgardistischen Musik zu.

 

Siegfried Behrend war ein vielgefragter Gitarrenlehrer. Martin Maria Krüger erhielt von ihm den ersten Gitarrenunterricht. In späteren Jahren traten beide weltweit als Deutsches Gitarrenduo auf. An den von Behrend in den 1970er-Jahren im bayrischen Riedenburg abgehaltenen „Internationalen Meisterkursen für künstlerisches Gitarrespiel“ nahmen auch Michael Tröster, Matthias Henke und Manuel Negwer teil. Behrend war (Mit-)Herausgeber vieler musikalischer Fachbücher, beispielsweise des mehrbändigen Werkes Volkslieder aus aller Welt oder Gitarrenstunden für Kinder etc.

Bellenghi Giuseppe

 

geboren 1847 in Faenza bei Bologna, gestorben 17. Oktober 1902 in Florenz. Italienischer Komponist für Mandoline, von dem auch viele Stücke für Mandoline und Gitarre stammen. Er gab ein Schulwerk für moderne Laute unter dem Pseudonym G.P. Pirani heraus und veröffentlichte didaktische Werke für Mandoline und Gitarre

 

Bellion, René

 

studierte an der Musikhochschule in Saarbrücken. Seit 1976 Lehrer an der Städtischen Musikschule Lahr. Neben dieser Tätigkeit ist er Dirigent des Württembergischen Zupforchesters und des Tokyo Zupfensembles, mit denen er regelmäßig auf Konzertreise geht.

 

Werke:

Silvia-Marsch

 

Bennett, Richard-Rodney

 

Richard Rodney Bennett wurde in Kent, England, geboren, als er eine Mutter studiert hatte, die musikalische Komposition bei Gustav Holst und einem Vater studiert hatte, der ein Buchautor eines Chridrens war. Sir Richard, der 1998 zum Ritter geschlagen wurde, wurde in England ausgebildet, wo er an der Londoner Royal Academy of Music studierte.

Berkley, Lennox

 

* 12. Mai 1903 in Oxford, England; † 26. Dezember 1989 in London) war ein englischer Komponist.

 

Berkeley erhielt seine Schulbildung an der Gresham’s School in Norfolk und am Merton College in Oxford. 1927 ging er nach Paris, um bei Nadia Boulanger Musik zu studieren, und schloss dort Bekanntschaft mit Francis Poulenc, Igor Stravinsky, Darius Milhaud, Arthur Honegger und Albert Roussel. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er für die BBC und wurde später Präsident der Performing Rights Society. 1974 wurde er zum Knight Bachelor geschlagen. Von 1946 bis 1968 hatte er eine Professur für Komposition an der Royal Academy of Music in London inne, zu seinen Schülern gehörten dort beispielsweise Richard Rodney Bennett, David Bedford, William Mathias, Nicholas Maw und John Tavener sowie sein Sohn Michael Berkeley, Baron Berkeley of Knighton. 1980 wurde er als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt.

Berlioz, Hector

 

*11. Dezember 1803 in La Côte-Saint-André, Isère

†8. März 1869 in Paris

 

 Französischer Komponist und Musikkritiker. Seinem Vater zuliebe, der selber Arzt war, studierte Berlioz erst Medizin. Im Jahre 1826 wechselte er jedoch auf das Conservatoire de Paris, um unter Jean-François Lesueur und Anton Reicha zu studieren. 1830 erhielt er den Rompreis für die Kantate "Sardanapale". Ab 1839 ist er Bibliothekar an dem Conservatoire.

 

Berlioz gilt als der wichtigste Vertreter der Romantik in Frankreich, obwohl er selbst dem Begriff „Romantik“ nichts abgewinnen konnte (er verstand sich als klassischer Komponist).

 

Er gilt als Begründer der sinfonischen Programmmusik und der modernen Orchesterinstrumentation. Seine für die damalige Zeit revolutionären Kompositionen wurden kaum verstanden und trugen ihm mehr Kritik als Lob ein. Deshalb musste er seinen Lebensunterhalt zusätzlich als Musikkritiker bestreiten. Obwohl seine Werke bis auf Béatrice et Bénédict (1862 in Baden-Baden) ausnahmslos in Paris uraufgeführt wurden, erfuhr er in Frankreich erst lange nach seinem Tod Anerkennung. Er war jedoch ein großes Vorbild für viele der jungen Romantiker, und entscheidend war sein Einfluss auf Franz Liszt, Richard Wagner, Richard Strauss und viele russische Komponisten. 1869 reiste er eigens nach Rostow, um die verschiedenen Melodien des Großen Geläuts, für das die Rostower Glöckner weltberühmt waren, mit eigenen Ohren zu erlebe

 

 Will man seinen Berichten glauben schenken, hat Berlioz als einer der ersten Dirigenten auf die Verwendung eines Metronoms als Hilfsmittel bei Proben bestanden, um das korrekte Tempo seiner Kompositionen halten zu können.

 

Birkner, F.

 

leider keine Info

 

Werke (Auszug):

 

An der Saale

Erinnerung an Goslar (Marsch)

Heidjers Tanz

Liebeslied (Tirana)

Romanze G-Dur

Schwarzwälder Polka

Tirana (Liebeslied)

Serenade (Berceuse)

Tag Livet med et godt Humor (Judex)

Berceuse (Serenade)

 

Bizet, Georges

 

* 25. Oktober 1838 in Paris als Alexandre-César-Léopold Bizet; † 3. Juni 1875 in Bougival, Département Yvelines bei Paris, war ein französischer Komponist der Romantik, dessen Oper Carmen zu einem der größten Erfolge der Operngeschichte wurde.

 

Bizet wurde in der Rue de la Tour d’Auvergne Nr. 28 im 9. Arrondissement von Paris geboren. Er war registriert unter dem Namen Alexandre César Léopold Bizet, wurde aber am 16. März 1840 auf den Namen Georges Bizet getauft. Sein Vater war ein Laiensänger und Komponist, seine Mutter war die Schwester des berühmten Gesangslehrers François Delsarte.

 

Zwei Wochen vor seinem 10. Geburtstag wurde Bizet 1848 Schüler des Pariser Konservatoriums. Seine erste Sinfonie, die Sinfonie in C-Dur, schrieb er November 1855, im Alter von 17 Jahren, offensichtlich als eine studentische Hausaufgabe. Sie war der Öffentlichkeit nicht bekannt, bis sie 1933 in den Archiven der Pariser Konservatoriumsbibliothek gefunden wurde, wo die Partitur von Reynaldo Hahn hinterlegt worden war, der sie wiederum von Bizets Witwe erhalten hatte. Von ihrer Erstaufführung am 26. Februar 1935 unter der Leitung von Felix Weingartner an wurde sie als ein frühes Meisterstück gefeiert und von vielen Orchestern ins Repertoire aufgenommen. Die Sinfonie weist eine erstaunliche Ähnlichkeit zur ersten Sinfonie von Charles Gounod auf, welche von Bizet für zwei Klaviere arrangiert wurde. Heutige Hörer mögen auch Parallelen zur Musik Franz Schuberts wahrnehmen können, der zur Zeit Bizets in Frankreich jedoch kaum bekannt war.

 

Im Konservatorium studierte Bizet bei Fromental Halévy, dessen Tochter Geneviève (1849–1926) er 1869 heiratete. Als Halévy 1862 starb, hinterließ er seine letzte Oper Noé als Fragment. Bizet vollendete sie, das Werk wurde jedoch erst 1885, zehn Jahre nach Bizets Tod, aufgeführt.

Boccherini, Luigi

 

* 19. Februar 1743 in Lucca; † 28. Mai 1805 in Madrid) war ein italienischer Komponist und Cellist der vorklassischen und klassischen Epoche.

 

Der Italienischer Komponist ist heute einem breiten Musikpublikum durch ein einfaches Menuett aus einem seiner Streichquintette bekannt - also durch einen winzigen Bruchteil aus Hunderten von Instrumentalstücken, die er komponiert hat.

 

Er war ein begabter Cellist und ein Komponist von ausgeprägter Originalität. Als er 25 Jahre alt war, rissen sich die Pariser Verleger um seine Werke, und der spanische Botschafter überredete ihn, nach Madrid zu übersiedeln. Hier war Boccherini zunächst Kammervirtuose des Infanten Luis und später Kapellmeister der Herzogin von Benavente.

 

Danach wurde Friedrich der Große sein Gönner, stellte aber die Bedingung, dass Boccherini künftig nur noch für ihn komponiere. Als Friedrich 1786 starb, ernannte sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II. von Preußen, Boccherini zum Hofkompositeur, eine Stelle, für die er bis 1797 bezahlt wurde.

 

In Madrid, wohin Boccherini zurückkehrte, war damals Lucien, der Bruder Napoleons, Botschafter der französischen Republik. Er ermutigte Boccherini, weiter zu komponieren, und der Meister widmete ihm dafür zwölf Streichquartette und ein "Stabat Mater".

 

Nichtsdestoweniger scheint Boccherini krank und in großer Armut gestorben zu sein.

Borodin, Alexander

 

* 31. Oktober 1833 in Sankt Petersburg; † 15 Februar 1887, war ein russischer Komponist, der auch Professor für organische Chemie sowie promovierter Mediziner war.

 

Alexander Borodin war der uneheliche Sohn des georgischen Fürsten Luka Gedewanischwili (1772–1840) und dessen 24-jähriger Mätresse Awdotja Konstantinowna Antonowa. Da der Fürst verheiratet war, ließ er das Kind als den Sohn seines Dieners Porfiri Borodin registrieren. Der Vater, ein pensionierter Leutnant der russischen Armee, führte seine Herkunft auf die Herrscherfamilie Gedewanischwili des früheren georgischen Königreichs Imeretien zurück.

 

Borodin wuchs bei seiner Mutter in St. Petersburg auf. Dort erhielt er eine gute und umfassende Ausbildung. Er erwies sich als außerordentlich talentiert und erlernte neben den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch auch das Spiel auf dem Klavier, der Flöte und dem Cello. Mit neun Jahren komponierte er die Helenenpolka und mit 14 Jahren versuchte er sich an der Komposition eines Flötenkonzerts, hatte zudem aber auch Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen.

 

Von einer 1885 durchgemachten Cholera verblieben Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit, Apathie und Herzschwäche. Der Tod seines Freundes Franz Liszt belastete ihn zusätzlich. Dennoch setzte er seine jahrzehntelang betriebene Arbeit mit dem Chor und dem Sinfonieorchester der Akademie fort. Am 27. Februar 1887 nahm er an ihrem Faschingsball teil, auf dem er gegen Mitternacht zusammenbrach und starb. Borodin wurde auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters in St. Petersburg beigesetzt.

Boucheron, E.

 

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Werke:

Suite d’Espagnole (Impressions d’Espagnole)

 

Brahms, Johannes

 

*7. Mai 1833 in Hamburg;

† 3. April 1897 in Wien, war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent, dessen Kompositionen man der Romantik zuordnet.  Johannes Brahms wurde am 07. Mai 1833 im Hamburger Gängeviertel, heute würde man sagen den Slums, geboren. Er entstammt einer west-holsteinisch-dithmarsischen Bauern- und Handwerkerfamilie. Der Vater Johann Jacob Brahms war der einzige Musiker in der Ahnenreihe der Familie. Er ließ sich 1826 in Hamburg nieder und betätigte sich hier u.a. als Straßenmusiker, bis er endlich eine feste Stelle als Kontrabassist am "Städtischen Orchester Hamburg" annehmen konnte.

 

Der bei Johannes Brahms schon in jungen Jahren sich regende Musiziertrieb wurde von verantwortungs -bewussten Lehrern wie Friedrich Willibald Cossel und E. Marxen planmäßig entwickelt. Ab seinem vierzehnten Lebensjahr war Johannes dann immer öfter im Musikbetrieb der Hansestadt zu hören. Durch Stundengeben, als Tanzmusiker oder als Theaterpianist musste Brahms schon früh zur Ernährung seiner Familie beitragen. In diese Zeit vielen auch die ersten schöpferischen Tätigkeiten. Es handelte sich hierbei um kleinere kammermusikalische Werke, die Brahms später wieder vernichtete.

 

Im Jahre 1853 unternahm Johannes Brahms eine Konzertreise in die niedersächsische Provinz die für ihn von schicksalhafter Bedeutung werden sollte. In Hannover lernte er den Geigenvirtuosen Joseph Joachim kennen mit dem ihn seitdem eine enge Freundschaft verband. Joachim brachte Brahms im selben Jahr mit Clara Schumann und Robert Schumann in Düsseldorf zusammen.

 

In Düsseldorf entstanden frühe Werke des angehenden Komponisten, in denen man seine Suche nach einem eigenen Stil erkennen kann. Nach dem Tod Robert Schumanns und der Übersiedlung von Clara nach Berlin, verließ auch Brahms wieder Düsseldorf, wo er sich zwischenzeitlich fest angesiedelt hatte.

 

In den Jahre 1857 - 1859 hielt er sich abwechselnd in Hamburg und in Detmold auf. Nach der seelisch zermürbenden Zeit in Düsseldorf, kam er nun zur Ruhe. In den Kompositionen aus dieser Zeit, spiegelt sich der Seelenzustand des jungen Mannes wieder. Ab 1859 zog sich Brahms wieder nach Hamburg zurück und förderte in verstärktem Maße seine kompositorischen Pläne. Das Jahr 1862 war für Brahms von entscheidender Bedeutung. Er verließ am 8. September Hamburg und zog nach Wien. Brahms hatte den Hamburgern nie vergessen, dass diese ihm niemals eine Stelle als Dirigent der Hamburger Philharmonischen Konzerte anvertrauten. Die Wiener hingegen erkannten ziemlich schnell, wer da aus dem Norden Deutschlands zu ihnen gekommen war. Im Jahre 1863 übertrugen sie ihm die Leitung der Wiener Singakademie. Aber Brahms war nicht für die mit dieser Tätigkeit verbundenen Verwaltungsaufgaben geschaffen. Nach nur einem Konzertwinter bat er um seinen Rücktritt. Obwohl die Sehnsucht nach bürgerlicher Sicherheit bei Brahms ihn immer wieder zu neuen Anstrengungen in diese Richtung führten, scheiterten diese doch ebenso, wie der Wunsch zu heiraten und eine Familie zu gründen.

 

Seine letzten Konzertreisen als Pianist fallen in die Jahre 1865 - 1868. Sie führten ihn nach Österreich-Ungarn, Schweiz, Holland, Dänemark und in das gesamte Reichsgebiet. Später trat er öffentlich nur noch als Interpret seiner eigenen Werke hervor. Nach einigen weiteren Versuchen eine feste Anstellung zu erlangen, zog sich Brahms in den folgenden Jahren bis ins Jahr 1872, er war nun 39 Jahre alt, in die Einsamkeit zurück.

 

Ab dem Jahr 1871 bezog Brahms seine endgültige Wohnung in Wien in der Karlsgasse 4. In dieser ersten Wiener Phase, setzte Brahms zu einem künstlerischen Höhenflug an. Bis ins Jahr 1875 fallen auch die Arbeiten an seiner 1. Sinfonie, die 1876 auf Rügen vollendet wurde. Ganze 15 Jahre reifte dieses Werk bis zum endgültigen Abschluss. Trotz einiger Angriffe des Liszt-Wagner-Kreises wie etwa durch Hugo Wolf, stand Brahms in der Mitte der siebziger Jahre auf dem Höhepunkt seines Ruhmes.

 

Durch den Simrock Verlag in Wien, der seine Werke veröffentlichte und verkaufte, konnte Brahms ein ansehnliches Vermögen ansammeln, welches ihm finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte. Johannes Brahms war nun freischaffender Künstler. Bis in die neunziger Jahre unternahm Brahms zahlreiche Konzertreisen als Interpret, zunehmend als Dirigent seiner eigenen Werke.

 

Brahms wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Unter anderem erinnerten sich die Hamburger an ihren "großen Sohn" und verliehen ihm 1889 den Ehrenbürgerbrief. Zu Ehren seines 60. Geburtstages ließ die Wiener Gesellschaft der Musikfreunde eine Brahmsmünze prägen.

 

1896 starb die für Johannes Brahms "Herrliche Frau" Clara Schumann. Nach der Beisetzung in Bonn, bei der Brahms zugegen war, reiste dieser nach Ischl. Dort wurde er nach kurzer Zeit von einer Gelbsucht befallen. Die Ärzte diagnostizierten eine organische Erkrankung (Leberkrebs). Trotz einer Kur in Karlsbad zerfiel sein Körper rasch. Bis Anfang März 1897 besuchte Brahms noch regelmäßig Konzerte in Wien. Am 26. März 1897 verschlimmerte sich sein Zustand dramatisch. Er starb am 3. April. Die feierliche Beisetzung fand am 6. April statt. Johannes Brahms wurde auf dem Zentralfriedhof in Wien beerdigt.

 

Braun, Günter

 

Günter Braun, der am 27.01.1928 in Neunkirchen/Saar zur Welt kam, studierte nach dem Abitur am Konservatorium (der späteren Musikhochschule) Saarbrücken, u.a. bei den Professoren H. Schmolzi und H. Lonnendonker.

Günter Braun ist am 13.November 2005 nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben.

 

Für sein eigenes kompositorisches Schaffen wurde er entscheidend durch Pierre Auclert und Heinrich Konietzny

 

geprägt. Günter Braun spielte Violine, Viola und Klavier. Neben dem Kernstudium der Streichinstrumente setzte er Schwerpunkte in Dirigieren, Chorleitung und Komposition. In jungen Jahren spielte er zur geselligen Anlässen und den damals üblichen Wanderausflügen die Klampfe, in seinen späteren Lebensjahren beschäftigte er sich gründlich mit dem Lautenspiel. Bereits als Student komponierte er und schrieb Liedsätze und kleinere Instrumentalstücke; am Ende seines Lebens hinterließ er rund 70 Werke, die sich in Genre, Stil, Umfang und Besetzung extrem unterscheiden. Bereits während der Studienzeit volontierte er in den Aufnahmestudios beim Saarländischen Rundfunk, der ihn 1953 nach seinem Staatsexamen als Tonmeister anstellte.

 

Diese Aufgabe, die ihn mit Dirigenten, Orchestern, Komponisten, Tonkünstlern und Stars aus aller Welt und mit Musik aller Stilrichtungen in Berührung brachte, nahm er rund 40 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung mit Freude wahr. Auf die Unzahl von Rundfunkaufnahmen die Tonmeister Braun realisiert hatte, und auf die oftmals mühselige Prozedur seiner Arbeit angesprochen, antwortete er einmal: „Mein Beruf ist wie ein Gugelhupf, es gibt sehr viel Teig und wenig Rosinen und Mandeln, aber gelegentlich eine Rosine zu entdecken oder eine Mandel zu genießen, dafür hat es sich gelohnt, zu arbeiten und zu leben.“ Mit der Zupfmusik kam Günter Braun erstmals 1961 in Rehlingen in Berührung. Er war einige Tage mit dem „Ü-Wagen“ vor Ort, um Rundfunkaufnahmen mit dem Saarländischen Zupforchester zu produzieren. In den folgenden Jahren entwickelte sich durch seine regelmäßigen beruflichen Kontakte mit dem Saar-ländischen Zupforchester eine Freund-schaft mit dem Dirigenten und Gitarristen Siegfried Behrend, der ihn inspirierte Werke für Zupfinstrumente zu schreiben. Aber auch der Rundfunkredakteur Leo Clambour und gleichermaßen der Rundfunkgitarrist Franz Probst, der 1961 das Saarbrücker Gitarrenensemble gründete und über ein Jahrzehnt leitete, animierten den „Kollegen“ ständig zum Komponieren. So entstanden rund 30 Werke für Zupforchester, Gitarren-ensemble und Kammermusik mit Gitarre, die überwiegend im Trekel-Verlag heraus-gegeben sind. Den von Siegfried Behrend angestoßene Trend, zur Erweiterung des traditionellen Zupforchesterklangs Instrumente anderer Gattungen einzubeziehen, machte sich Tonmeister Günter Braun von Anfang an in seinem kompositorisches Schaffen zu eigen. Sehr wirkungsvoll verband er Singstimme, Oboe, Flöte und Schlagwerk mit den Zupfinstrumenten.

 

Sein Erstlingswerk für Zupfensemble, das „Concertino in H“ für Solomandola und Zupforchester schrieb er 1961 für Edwin Mertes und das Saarländische Zupforchester. Das elfminütige Werk war viele Jahre ein gern gespieltes, effektvolles Repertoirestück, das in vielen Konzerten des SZO - auch bei Konzertreisen nach Italien und Luxemburg – aufgeführt und natürlich vom SR aufgezeichnet wurde.

 

Große Beliebtheit und Verbreitung fand Günter Brauns „Mobile“, ein unterhaltsames Scherzo für Oboe und Zupforchester, welches 1965 auf dem Bundesmusikfest des BDZ in Mannheim seine öffentliche Uraufführung und die begeisterte Zustimmung des Publikums fand. Auch dieses Werk war jahrelang ein beliebtes Repertoirestück des Saar-ländischen Zupforchesters. Es wurde unter anderem mit der Japanerin Kazuko Nomura und später mit dem Essener Oboenprofessor Pierre Willibrord Feit und dem SZO beim SR eingespielt.

 

Während Günter Brauns Volks- und Kinderliedvertonungen - wovon einige mit Belina aufgeführt und aufgenommen wurden – kompositorisch noch traditionell gehalten sind, erklingen seine kammer-musikalischen Gitarrenwerke im zeit-genössischen Kolorit.

 

Einige seiner Werke, darunter das „Mobile“, fanden sogar in Japan eine rege Verbreitung, worüber sich der Komponist gleichermaßen freute wie auch wunderte.

 

Ein faszinierendes Novum für die Zupfmusik der 60er-Jahre waren seine ansprechenden Märchenvertonungen. Ehemalige Mitglieder des SZO, die bei den Produktionen mitwirkten, erinnern sich noch heute begeistert an Günter Brauns musikalische Märchen: „Vom kleinen Lommel“, „Vom Riesen, der sein Herz nicht bei sich hatte“, „Vom Hirten, der die Sprache der Tiere verstand“ und „Vom Affen und der Schildkröte“.

 

Claudia Brodzinska-Behrend, (Erzählerin) Siegfried Fink, (Schlagwerk) Wilhelm Krumbach, (Cembalo) und Norio Oshima (diverse Holzblasinstrumente) verliehen den Werken bei den Rundfunkaufnahmen durch ihre persönliche künstlerische Gestaltung ein wahrlich märchenhaftes Fluidum.

 

Das Märchen „Vom Affen und der Schildkröte“ ist auf der Jubiläums-CD des SZO´s „Streifzüge“ festgehalten, ebenso das „Mobile“. Das Märchen „Vom kleinen Lommel, wie ihn der Fuchs auf seinem Schwanz spazieren führte“ ist auf einer CD mit dem DZO zu hören, ebenso das „Concertino in H“ für Solomandola und ZO mit dem Solisten Wolfgang Bast.

 

Jenseits der Zupfmusik veröffentlichte Günter Braun auch diverse Werke für Orgel, Chor und Solokonzerte mit Sinfonieorchester. Seine Kammermusik-werke für Bläser bzw. für Streicher, die überwiegend in Zwölftontechnik komponiert sind, wurden hierzulande meist von SR-Musikern der Spitzenklasse aufgeführt und erfuhren positive Kritiken.

 

1977/79 produzierte der SR eine größere Sendereihe an historischen Silbermann-Orgeln mit dem international renom-mierten Organisten Wilhelm Krumbach. Inspiriert vom Lebenswerk des großen Orgelbaumeisters Silbermann und der Faszination seiner Instrumente schrieb Günter Braun eine 20-minütige Komposition für Orgel „Hommage à Silbermann“, Suite im französischen Stil, die er Wilhelm Krumbach widmete, der sie auch in Arlesheim/Schweiz uraufführte.

 

Bream, Julian

 

* 15. Juli 1933 in London; † 14. August 2020 in Wiltshir,)war ein britischer Gitarrist und Lautenist.

 

Bream wurde in Battersea/London geboren und wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf. Sein Vater, Henry George Bream, spielte Jazzgitarre, und der junge Julian Bream war beeindruckt, als er Musik von Django Reinhardt hörte. Er wurde angeregt, Klavier, aber auch Gitarre zu lernen. Nachdem er eine von seinem Vater besorgte Aufnahme von Tárregas Recuerdos de la Alhambra, gespielt von Segovia, gehört hatte, beschloss er, nicht Cricket-Spieler, sondern Gitarrist zu werden.[3] An seinem 11. Geburtstag erhielt Bream von seinem Vater eine Konzertgitarre geschenkt, deren Spiel er als Autodidakt erlernte. Er gewann mit 12 Jahren einen Juniorenwettbewerb auf dem Klavier, was ihm ermöglichte, Klavier und Cello an der Königlichen Hochschule für Musik zu studieren. Sein erstes Konzert mit der Gitarre gab er 13-jährig 1947 in Cheltenham. Schon als Teenager spielte er als klassischer Gitarrist Filmmusik.

 

Sein Debüt gab er 1951 in der Wigmore Hall in London. Nach dem Militärdienst, währenddessen er in einer Bigband E-Gitarre[5] gespielt hatte, nahm er seine berufliche Karriere wieder auf und gab für einige Jahre Konzerte auf der ganzen Welt. Zum Programm gehörte eine jährliche Tournee durch die USA und durch Europa.

 

Bream gehörte zu den Musikern, die in der Neuzeit die Laute wieder populär machten. Mit dem Tenor Peter Pears gab Bream als Lautenist in den 1950er- und 60er-Jahren zahlreiche Liederabende mit Werken englischer Renaissance-Komponisten (John Dowland, Thomas Morley usw.); durch diese Zusammenarbeit und als Lautensolist hat Bream einem großen Publikum die Musik des 16. Jahrhunderts, der Elisabethanischen Zeit, nahegebracht. 1960 gründete er das Julian Bream Consort, in dem er Laute spielte, als eine der ersten Musikgruppen zur Aufführung alter Musik auf Originalinstrumenten.

 

Seine Themenabende waren sehr weitreichend. Er spielte Stücke aus dem 17. Jahrhundert, Werke von Johann Sebastian Bach, die für Gitarre arrangiert wurden, Werke des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos, aber auch populäre spanische Stücke.

 

Viele Komponisten arbeiteten eng mit ihm zusammen und schrieben Werke für ihn, darunter Malcolm Arnold, Benjamin Britten, Leo Brouwer, Peter Racine Fricker, Hans Werner Henze, Humphrey Searle, Tōru Takemitsu, Michael Tippett und William Walton.

 

Sein letztes Konzert gab Julian Bream 2002 in Norwich.

Breitkopf, Bernhard C.

 

Geboren am 16.02.1695 in Clausthal

Gestorben am 26.03.1777 in Leipzig

 

Als Buchdrucker in Goslar, Leipzig, Halle und Jena geschult, heiratet Breitkopf 1719 in Leipzig die Buchdruckerwitwe Maria Sophia Müller und gründet drei Tage später seinen eigenen Verlag. Er erhält das Bürgerrecht und übernimmt die Druckerei J. C. Müller. Zunächst konzentriert sich die Verlagstätigkeit ganz auf den Buchdruck. Einige Jahre später erwirbt er den Gasthof »Zum Goldenen Bären« nahe der Thomaskirche und baut das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus um. Der Bär im Wirtshausschild wird das Wappentier im Verlagssignet.

 

Als 1736 »Schemellis Gesangbuch« (mit Bach-Chorälen) erscheint, deutet sich die darauf folgende Entwicklung zum Musikverlag an. Nachdem sein Sohn Johann Gottlob Immanuel Breitkopf (1719-1794) 1754/55 den Notendruck mit beweglichen Lettern verfeinert und die »Breitkopf Fraktur«-Schrift entwickelt hat, die noch heute geschätzt wird, druckt der Verlag die Partituren aller namhaften Komponisten seiner Zeit. Mit der »Cantate auf die Ankunft der hohen Landesherrschaft« des Gewahndhauskapellmeister Hiller veröffentlicht der Verlag seinen ersten Klavierauszug.

Bresgen, Cesar

 

16. Oktober 1913 in Florenz; † 7. April 1988 in Salzburg, war ein österreichischer Komponist.

 

 Cesar Bresgen wurde als Sohn des Künstlerehepaares Maria (Pianistin) und August Bresgen (Bildhauer) in Florenz geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Zell am See, München, Prag und Salzburg. Er erlernte schon früh bei Heinrich Kaspar Schmid das Orgelspiel. Von 1930 bis 1936 studierte er an der Musikhochschule München Klavier, Orgel, Dirigieren und Komposition bei Joseph Haas. Neben seinem Studium war er zwischen 1931 und 1935 als Organist von St. Rupert in München tätig.[1] Von 1933 bis 1934 arbeitete er als Klavierimprovisator und Komponist in London mit der Tänzerin Leslie Barrows an der Mary-Wigman-Schule zusammen.

 

1936 heiratete Cesar Bresgen. 1936 bis 1938 war Bresgen beim Reichssender München beschäftigt. 1939 wurde er Professor für Komposition am Salzburger Mozarteum. Außerdem leistete er Pionierarbeit beim Aufbau des Jugendmusikschulwerkes. Bresgen schuf dazu zahlreiche Vokalwerke für die Hitlerjugend. Im Zweiten Weltktieg war Bresgen bis 1944 uk-gestellt, musste aber in der Endphase des Krieges nach der Schließung des Mozarteums 1944/45 Kriegsdienst leisten, wobei er als Funker eingesetzt wurde.

 

Die Zeit nach dem Krieg verbrachte er als Organist und Chorleiter in Mittersill. Dort begegnete er 1945 Anton Webern, was einen tiefen Eindruck bei ihm hinterließ. 1947 erhielt er auf Fürsprache von Carl Orff und Eberhard Preußner bei der US-amerikanischen Miliärregierung neuerlich eine Lehrstelle am Mozarteum, schließlich ab 1950 eine Professur für Komposition. 1956 heiratete Bresgen die Pianistin Eleonore Jorhan, mit der er sich in Großgmain bei Salzburg niederließ. 1976 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis.

 

Ähnlich wie der mit ihm befreundete Carl Orff arbeitete Bresgen mit starkem pädagogischem Engagement. Als Musikwissenschaftler hat er sich um die Herausgabe der Lieder Hermanns, genannt Mönch von Salzburg, sowie zahlreicher Volksweisen verdient gemacht.

Britten, Benjamin

 

* 22. November 1913 in Lowestoft, Suffolk; † 4. Dezember 1976 in Aldeburgh, Suffolk, war ein britischer Komponist, Dirigent und Pianist.

 

Benjamin Britten wurde als viertes und jüngstes Kind des Zahnarztes Robert Victor und seiner Ehefrau Edith Rhoda Britten geboren. Mit fünf Jahren erhielt er von seiner Mutter die ersten Klavierstunden. Im Jahr 1921 schrieb Britten seine ersten Kompositionen. Während der Schulzeit wurde er im Klavier- und Bratschenspiel maßgeblich von Frank Bridge unterrichtet, ihm widmete er später auch seine Komposition Variationen zu einem Thema von Frank Bridge. 1930 studierte er Klavier und Komposition am Royal College of Music in London, das er 1933 verließ.

 

Britten besuchte wie der Dichter W. H. Auden die Gresham’s School in Norfolk – ihre Bekanntschaft und Freundschaft begann jedoch nicht dort, sie besuchten die Schule nacheinander. Vielmehr begegneten sie sich während Brittens Tätigkeit für die GPO Film Unit im Jahre 1935.

 

Viele Tenorpartien seiner Opern und viele Lieder waren für die Aufführung durch seinen Lebensgefährten gedacht, den Tenor Peter Pears, den Britten im Jahr 1937 kennengelernt hatte. Er schrieb bedeutende Kammermusikwerke, Kammeropern und die Kammermusik seines War Requiem für das Melos Ensemble.

 

1939 verließ der erklärte Pazifist Britten Europa und ging in die USA. 1942 kehrte er jedoch – wieder zusammen mit Peter Pears – nach Großbritannien zurück. In zweiter Instanz wurde Britten die Kriegsdienstverweigerung im Zweiten Weltkrieg nicht nur für die kämpfenden Truppen, sondern allgemein zugestanden.

 

Seine Kompositionen umfassen Orchester- und Kammermusik, vor allem aber Vokalmusik (Opern, Lieder, Kompositionen für Chor). Zu seinen bedeutendsten Werken zählen die Serenade für Tenor, Horn und Streicher sowie die Opern Peter Grimes und A Midsummer Night’s Dream.

 

Britten war auch ein außerordentlicher Dirigent und Pianist. So dirigierte er 1970 die erstmals außerhalb Russlands aufgeführte 14. Sinfonie Schostakowitschs, ein Werk, das der Komponist ihm gewidmet hatte.[4] Als Pianist ist er häufig als Liedbegleiter aufgetreten. Seit den fünfziger Jahren sind zahlreiche Schallplattenaufnahmen eigener und fremder Werke erschienen. Seit einigen Jahren macht die BBC aus ihrem Archiv Live-Mitschnitte mit ihm wieder zugänglich.

 

1948 gründete Britten in seinem Wohnort Aldeburgh ein Musikfestival, das bis heute existiert. 1967 wurde eine Konzerthalle im Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Einkaufszentrum „Snape Maltings“ in dem Dorf Snape nahe Aldeburgh eröffnet. Dort findet das Aldeburgh Festival seither jährlich statt.

 

Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Britten den Order of Merit – als dritter englischer Komponist nach Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams. 1957 wurde er als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. 1960 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1965 wurde er mit dem finnischen Wihuri-Sibelius-Preis und 1968 mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis geehrt. 1958 bzw. 1970 wurde er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 1976 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen.

 

Britten verwendete zwar auch Techniken seiner modernen Zeitgenossen, im Großen und Ganzen ist Brittens Musik aber eher als konservativ zu bezeichnen. Er war ein Verehrer von Henry Purcell und griff bei einem seiner bekanntesten Werke, dem Young Person’s Guide to the Orchestra, auf ein Thema Purcells zurück.

 

Am 2. Juli 1976 wurde Britten als Baron Britten of Aldeburgh in The County of Suffolk zu einem Life Peer erhoben. Einige Monate später starb er am 4. Dezember 1976 in seinem Haus in Aldeburgh und wurde auf dem örtlichen Friedhof begraben.

Broca, José

 

(in Catalan: Antoni Josep Mateu Brocà i Codina) , 21 September 1805 – 3 Februar 1882, war ein spanischer Gitarrist und Komponist der romantischen Periode.

 

Brocá wurde in Reus, Provinz Tarragona, geboren. Hauptsächlich selbst auf der Gitarre, er studierte auch kurz mit Dionisio Aguado. Er selbst war ein angesehener Gitarrist. Als Lehrer in Barcelona tätig. Seine bekanntesten Schüler waren Felipe Pedrell und José Ferrer, die beide dedizierten Kompositionen für ihm (und umgekehrt). Er war ein Freund von Julián Arcas.

 

In seiner Lehrzeit verwendete Brocá die Methode von Aguado. Brocá starb in Barcelona.

Brouwer, Leo

 

Der kubanische Gitarrist und Komponist Leo Brouwer wurde 1939 in Havanna geboren. Bereits im Alter von 17 Jahren trat er als Sologitarrist auf. Später studierte er an der Juilliard School of Music in New York. Brouwer wurde zunehmend von avantgardistischen Musikern aus Europa beeinflusst. Zu nennen ist hier vor allen Hans Werner Henze, der ein persönlicher Freund Brouwers wurde und diesen auch in Kuba besuchte.

 

Brouwer gilt als einer der Wegbereiter für die avantgardistische Musik Kubas. Zu seinen bekannten Gitarren-Kompositionen zählen die "Micro Piezas" und das melancholische "Un Dia de Noviembre"

Bruckner, Anton

 

Anton Bruckner, * 4.9.1824, Ansfelden; † 11.10.1896, Wien, hatte es nicht leicht. Ein Leben lang war der österreichische Komponist von Selbstzweifeln geplagt. Anton Bruckner stammte aus einfachen, ländlichen Verhältnissen. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1837 als Singknabe im Stift Sankt Florian aufgenommen. Nach mehreren Jahren als Schulgehilfe und autodidaktischem Orgel- und Klavierstudium arbeitete er zunächst als Organist in Sankt Florian, von 1855 dann als Domorganist in Linz. Über Simon Sechter und Otto Kitzler in Musiktheorie und Instrumentation eingeführt, entdeckte er Richard Wagner als künstlerisches Vorbild, den er zeit seines Lebens bewunderte und auch  mehrfach in Bayreuth besuchte.

 

1868 wurde Anton Bruckner Professor für Generalbass, Kontrapunkt und Orgel am Konservatorium in Wien, zehn Jahre später Hoforganist, 1891 schließlich Ehrendoktor der Wiener Universität. Er galt als wichtiger Orgelvirtuose einer Epoche, musste jedoch auf die Anerkennung als Komponist lange warten. Erst die zwischen 1881 und 1883 entstandene „Symphonie Nr.7, E-Dur“ mit dem unter dem Eindruck von Wagners Tod entstandenen berühmten „Adagio“ brachte die erhoffte Anerkennung, auch wenn er sie angesichts seiner Tendenz zur Skepsis und Selbstkritik nicht wahrhaben wollte.

 

Anton Bruckner war ein Einzelgänger, der sich keiner Schule oder Lehrmeinung anschließen wollte. Er komponierte zahlreiche geistliche Vokalwerke wie seine drei Messen, die „Missa Solemnis b-Moll“ (1854), das „Te Deum“ (1881–84) und zahlreiche Motetten. Als Symphoniker schrieb er von 1863 an insgesamt neun Symphonien und viele symphonische Studien, wobei dazu neigte, fertige Fassungen mehrfach zu überarbeiten. Bruckners Orchesterwerke galten lange als unspielbar, waren aber lediglich für die Tonsprache ihrer Zeit ungewöhnlich kühne, die Traditionen von Beethoven über Wagner bis zur Volksmusik vereinende Klangmonumente an der Grenze von Spätromantik und Moderne.

Budaschkin, Nikolaj

 

24.jul. in Ljubachowka, Oblast Kaluga, Russisches Kaiserreich; † 31. Januar 1988 in Moskau, war ein sowjetischer Komponist und Musikprofessor.

 

Budaschkin wurde in der Nähe von Mossalsk geboren. Seine Familie war sehr musikalisch, der Vater lehrte ihn früh Noten zu lesen und volkstümliche Instrumente zu spielen. 1917 zogen die Budaschkins nach Tschita, wo der junge Nikolai eine Technikschule besuchte und später in einer Schmiede arbeitete. Seinem künstlerischen Interesse ging er in einer Amateurblaskapelle und einem folkloristischen Orchester nach. Von 1929 bis 1937 studierte Budaschkin am Moskauer Konservatorium unter Reinhold Glière und Nikolai Mjaskowski. Während dieser Zeit schrieb er bereits eine Orchestersuite, seine erste Sinfonie und eine Festouvertüre. Mit dem Kriegsfilm Глубокий рейд (Gluboki reid) begann 1938 seine Laufbahn als Filmmusikkomponist.[1] Große Bekanntheit erlangte Budaschkin 1940 durch die Ouvertüre für ein Orchester russischer Volksinstrumente.

 

Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges war er als Komponist in der politischen Abteilung der Baltischen Flotte aktiv. In dieser Zeit entstanden populäre Lieder. Nach dem Krieg war Budaschkin für sechs Jahre dem Leiter des Volksmusikorchesters „N. P. Ossipow“ als Assistent unterstellt, schrieb für das Ensemble mehrere Werke und arbeitete auch mit anderen Musikschaffenden, darunter Lew Knipper, zusammen. Er komponierte u. a. zwei Rhapsodien und eine lyrische Suite in vier Teilen. Trotz seines Ausscheidens 1951 blieb Budaschkin dem Orchester noch über Jahre verbunden und unternahm mit ihm 1953 eine Konzertreise nach Österreich. Dieser waren bereits Auftritte in der DDR (1949) und Rumänien (1952) vorangegangen.

 

In Kooperation mit seinem ehemaligen Kommilitonen Boris Andrejewitsch Mokrousow entstanden Musikstücke für das Moskauer Satiretheater. Der Filmmusik blieb er ebenfalls bis Anfang der 1980er Jahre verbunden.[3] In seinen Werken berücksichtigte er wiederholt den Einsatz von Volksinstrumenten und die Verarbeitung folkloristischer Themen.

 

Ab 1965 hatte Budaschkin am Staatlichen Kulturinstitut Moskau den Rang eines außerordentlichen Professors inne, acht Jahre später wurde ihm eine ordentliche Professur in der Abteilung „Instrumentierung und Lesen von Partituren“ verliehen.

 

Er starb 77-jährig und wurde auf dem Kunzewoer Friedhof, Abschnitt 10, beigesetzt.

 

Werke:

Sognet am Baikal, Op. 20

Domrakonzert für Solo-Mandoline und Zupforcheste

Festliche Ouvertüre für Orchester

Konzertvariationen über „Die Troika rast vorbei“

Busoni, Ferrucio B.

 

* 1. April 1866 in Empoli bei Florenz; † 27. Juli 1924 in Berlin, war ein italienischer Pianist, Komponist, Dirigent, Librettist, Essayist und Musikpädagoge. Neben den eigenen Kompositionen transkribierte und arrangierte er zahlreiche Werke anderer Komponisten. Außerdem gab er Klavierwerke von Johann Sebastian Bach und Franz Liszt heraus. Als Dirigent lag ihm zeitgenössische Musik am Herzen.

 

Ferruccio Busoni war das einzige Kind eines italienischen Klarinettenvirtuosen und einer deutschstämmigen Pianistin aus Triest. Ferruccio wuchs zweisprachig auf. Seinen ersten Unterricht erhielt er von seinen Eltern, die seine frühe Karriere vorantrieben und seine Auftritte vermarkteten. Bereits im Alter von sieben Jahren begann Busoni Klavierstücke zu komponieren – die ersten acht Werke im Busoni-Verzeichnis (BV) entstanden im Zeitraum Juni bis Oktober 1873. Im November 1873 gab er in Triest sein Debüt als Pianist mit Stücken von Mozart, Schumann und Clementi. 1875 trat er erstmals als Solist eines Klavierkonzerts auf (Mozarts 24. Klavierkonzert). Im Alter von 9 bis 11 Jahren studierte er am Wiener Konservatorium. Er komponierte weiterhin fleißig: In den vier Jahren 1875 bis 1878 entstanden die Werke BV 15 bis BV 98. 1881 wurde er im Alter von 15 Jahren Mitglied der Accademia Filarmonica in Bologna.

 

Ab 1886 unterrichtete Busoni am Leipziger Konservatorium. Ab 1888 war er Klavierlehrer am Konservatorium in Helsinki, wo er zu einem Förderer und Freund von Jean Sibelius wurde. 1890/91 hielt er sich in Moskau auf. Dort heiratete er Gerda Sjöstrand (1862–1956), die Tochter eines schwedischen Bildhauers. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Benvenuto und Rafaello hervor.

 

Gedenktafel in Berlin-Schöneberg, Viktoria-Luise-Platz 11

Nach einer weiteren Station in Boston (1891 bis 1894) ließ sich Busoni 1894 in Berlin nieder. Ab 1910 wohnte er in Berlin-Schöneberg im fünften Stockwerk des Gebäudes Viktoria-Luise-Platz 11, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert. Er blieb italienischer Staatsbürger. Italien kündigte nach der Unterzeichnung des geheimen Londoner Vertrages am 4. Mai 1915 den Dreibundvertrag und trat am 23. Mai 1915 auf der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Busoni wurde dadurch zum „feindlichen Ausländer“ und zog deshalb nach Zürich.

 

192 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück und bezog wieder seine Wohnung am Viktoria-Luise-Platz. Hier hatte er eine Bibliothek mit 5000 Büchern, darunter 53 Bände mit Werken von E. T. A. Hoffmann und 176 Cervantes-Bände. Bis zu seinem Tod unterrichtete er an der Berliner Akademie der Künste eine Meisterklasse in Komposition.

 

Durch die Inflation von 1914 bis 1923 verlor Busoni sein gesamtes Geldvermögen. Seine Gesundheit litt unter dem langjährigen reichlichen Genuss von Wein und Zigarren. Er ignorierte die Warnung eines Arztes, der ihm Alkohol und Nikotin verbieten wollte. Sein Freund Jakob Wassermann, der ihm im Dezember 1922 zum letzten Mal begegnete, als Busoni 56 Jahre alt war, erinnerte sich an ihn als einen Greis mit „zerwühltem“ Gesicht und schneeweißem Haar.[7] Verarmt und vorzeitig gealtert starb Busoni im Alter von 58 Jahren.