Amerikanische Mandolinen

Ende des 19. Jahrhunderts zog die Mandoline mit italienischen Einwanderern nach Amerika und wurde sehr populär. Im Jahr 1900 prahlte eine Firma namens Lyon & Healy damit, unzählige Mandolinen zu anbieten zu können. Sie wurden in Italien auch weiterhin von vielen berühmten Geigenmacherfamilien und auch im Rest Europas hergestellt. Fast alle Mandolinen, die vor 1900 hergestellt wurden, hatten das traditionelle Muschelförmige Rückendesign.

Um die Jahrhundertwende meldete der Amerikaner Orville Gibson ein Patent für ein Instrument mit einer geschnitzten Oberseite und eine flache Rückseite enthielt. Sie wurde schnell zum Industriestandard in den Staaten.

Die Mandolinisten zu dieser Zeit, die vor allem die Ragtime- und Tanzmelodien spielten, lobten die Tugenden der Gibson-Mandoline, die größer und mächtiger war.

Die klassischen Mandolinisten mochten sie nicht so sehr, denn das lange Griffbrett machte es unmöglich, die komplizierteren, klassischen Stücke zu spielen.
Während der zwanziger Jahre in Amerika wurde das Banjo populärer, mit der Explosion des Jazz und der Popularität der Mandoline nahm ab.

In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts lebte die Mandoline in Amerika wieder auf.

Einer neue Form der Country-Musik namens „Bluegrass“ kam auf. William „Bill” Monroe prägte diesen Begriff. Er spielte seine Mandoline, eine Loar F-5, sehr schnell, mit brillant schnellen Solopassagen und einem Blues-Einfluss.

Bluegrass und Country-Musik in Amerika sichern weiterhin einen Platz für die Mandoline, während auch neue Mandolinenorchester im Stil des frühen zwanzigsten Jahrhunderts gebildet werden. In Europa haben die Folk- und Celtic-Wiederbelebungen den gleichen Schub für die Popularität der Mandoline gegeben. Sie wird sie auch weiterhin auf der ganzen Welt in all ihren verschiedenen Formen hergestellt.